BVB-Geisterspiel gegen Paris und womöglich in der Bundesliga: Gleiches Recht für alle

dzKommentar

Borussia Dortmund muss in der Champions League ein Geisterspiel gegen PSG absolvieren, in der Bundesliga droht ähnliches. Doch es sollte gleiches Recht für alle gelten.

Dortmund

, 10.03.2020, 07:00 Uhr / Lesedauer: 1 min

Flug und Hotel gebucht und bezahlt, und dann ist plötzlich alles für die Katz. Klar, dass der Frust der betroffenen BVB-Fans riesig ist. Sie dürfen gegen Paris nicht ins Stadion, die französischen Behörden setzen im Kampf gegen die weitere Ausbreitung des Coronavirus auf klare Kante.

Die Einen halten diese Maßnahmen für pure Panikmache, für überzogene Hysterie. Die Anderen sehen sie als notwendiges Übel, um die Kontrolle über die Lage nicht zu verlieren.

BVB-Geisterspiel gegen PSG - den Gesundheitsexperten vertrauen

Ich bin kein Virologe, kein Mediziner, ich muss schlicht und sachlich den Gesundheitsexperten vertrauen, die sich intensiv mit den Risiken des Virus befassen. Und darum halte ich es in diesem Falle mit Nationalspieler Leon Goretzka, der gesagt hat: „Grundsätzlich bin ich der Meinung, dass es Wichtigeres gibt als Fußball.“ Soll heißen: Die Gesundheit muss bei aller Liebe für den Sport vorgehen. Vernunft schlägt Emotion.

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Mit Blick in die Fußball-Bundesliga muss es aber auch heißen: Ganz oder gar nicht. Also entweder finden alle Partien unter Ausschluss der Fans statt – oder eben kein einziges Spiel. Es ist doch keinem Fan zu vermitteln, dass in Leipzig vor zigtausenden Zuschauern gespielt werden darf (wie am Dienstagabend in der Champions League) und in Dortmund das Derby gegen Schalke womöglich am Samstag nicht. Geisterspiele in NRW ja, aber hinter der Landesgrenze nicht? Nonsens, als ob Viren Grenzen einhalten würden. Zudem reisen zu Fußballspielen in der Bundesliga Menschen aus halb Europa an.

Geisterspiele wegen Coronavirus in der Bundesliga: DFL in der Pflicht

Die DFL muss in diesem außergewöhnlichen Fall eine klare Entscheidung für alle Spiele gleichermaßen treffen. Nur so wäre die Fairness gewahrt und der Vorwurf der Wettbewerbsverzerrung zu entkräften. Und die Fans dürfen nicht im doppelten Sinne die Leidtragenden sein: Es muss sichergestellt sein, dass sie das Geld für ihre Tickets zurückbekommen. Alles andere wäre eine Farce.

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