BVB-Gegner im Porträt: Der Weltklub FC Barcelona befindet sich im Umbruch

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Der FC Barcelona steht vor einem Umbruch. Die großen Stars Lionel Messi und Luis Suarez biegen auf die Zielgerade ihrer Karriere. Der Druck auf Trainer Ernesto Valverde steigt.

Dortmund

, 17.09.2019, 13:30 Uhr / Lesedauer: 3 min

Zukunft und Gegenwart des FC Barcelona – sie lagen am vergangenen Samstag ganz nah bei- und doch weit auseinander: Auf dem Spielfeld zauberte Wunderkind Ansu Fati, gerade einmal 16 Jahre alt. Beim 5:2 gegen den FC Valencia stand der Mittelfeldspieler, geboren in Guinea-Bissau, erstmals im Camp Nou in Barcas Startelf und erzielte nach 120 Sekunden den Treffer zum 1:0. So jung traf noch niemand im größten Fußballstadion Europas.

Messi ist weiter eine Benchmark, aber der Umbruch läuft

Wenige Meter neben dem Spielfeld wird auch Lionel Messi gestaunt haben. Das mittlerweile 32 Jahre alte Aushängeschild der Katalanen wartet nach einer hartnäckigen Wadenverletzung noch auf seine Saisonpremiere. Nicht falsch verstehen: Messi ist weiterhin eine Benchmark, sein Klub hat aber bereits den Umbruch eingeleitet. Die Vereinslegenden Xavi und Andres Iniesta haben sich vor geraumer Zeit verabschiedet, Messis Sturmpartner Luis Suarez wird im Januar 33.

Und der extrovertierte Neymar folgte im Sommer 2017 dem Ruf des Geldes und wechselte für die immer noch bestehende Rekord-Ablösesumme von 222 Millionen Euro zu Paris Saint-Germain – um nur zwei Jahre später die Rolle rückwärts anzupeilen. Beide Vereine konnten sich finanziell jedoch nicht einigen.

Ousmane Dembele auch in Spanien zwischen Genie und Wahnsinn

Messi hätte die Rückkehr begrüßt. „Ich hätte es geliebt, wenn Neymar zurückgekommen wäre“, sagte er der spanischen Zeitung „Sport“. Er musste aber eingestehen: „Ich verstehe die Leute, die gegen seine Rückkehr sind, es ist verständlich nach dem, was passiert ist und der Art und Weise seines Weggangs.“

BVB-Gegner im Porträt: Der Weltklub FC Barcelona befindet sich im Umbruch

Ousmane Dembele schreibt auch beim FC Barcelona nicht nur sportliche Schlagzeilen. © imago

Als Neymar-Ersatz verpflichtete Barca im Sommer 2017 Ousmane Dembélé. Der regelmäßig zwischen Genie und Wahnsinn pendelnde Franzose streikte sich seinerzeit in einer ungeheuerlichen Haltung vom jetzigen Gruppengegner Borussia Dortmund nach Spanien. Der BVB konnte sich zumindest über eine Rekordeinnahme freuen. Der mittlerweile 22-jährige Offensivspieler leistet sich auch bei seinem neuen Klub regelmäßige Eskapaden.

Messi über Dembele: „Dieses Jahr wird für ihn sehr wichtig sein“

Mal geht es um ungesunde Ernährung oder die – aus Dortmund bekannte – verspätete Ankunft zum Training, dann taucht Dembélé zu einem vereinbarten Arzt-Termin nicht auf. Auch bei diesem Thema hat Lionel Messi eine deutliche Meinung: „Ousmane ist ein beeindruckendes Talent, das alles kann, was es will. Er ist sehr jung. Aber dieses Jahr wird für ihn sehr wichtig sein, um den Schritt zu machen, den die gesamte Barcelona-Fangemeinde sehen will. Den muss er machen.“

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Die RN-Vorschau auf das BVB-Spiel gegen Barcelona

Zu Beginn der Spielzeit 19/20 schlägt sich der Offensivmann allerdings mal wieder mit muskulären Problemen herum. Ob die Ehe zwischen Dembélé und dem FC Barcelona langfristig hält, darf bezweifelt werden. Über einen Weiterverkauf wiederum würde sich der BVB freuen: Vereinbarte Bonuszahlungen, die an gewissen Einsätze geknüpft sind, sollen dann direkt auf das Dortmunder Konto fließen. Durchaus verrückt.

Barcelona triumphierte in der Champions League zuletzt vor vier Jahren

Zurück zu Lionel Messi: Dessen Sehnsucht nach dem erneuten Gewinn der Königsklasse wächst monatlich. Zuletzt triumphierte Barcelona in der Champions League am 6. Juni 2015 unter Trainer Luis Enrique – es folgten drei Erfolge des großen Erzrivalen Real Madrid. In der vergangenen Spielzeit schien Barca auf dem Weg ins Finale nicht zu stoppen. Bis man aus bis heute unerklärlichen Gründen ein 3:0 aus dem Hinspiel gegen den späteren Sieger FC Liverpool nicht über die Ziellinie brachte.

BVB-Gegner im Porträt: Der Weltklub FC Barcelona befindet sich im Umbruch

Bitteres Ende im Halbfinale: Lionel Messi und der FC Barceona scheiterten im Vorjahr am FC Liverpool. © imago

Es war das vierte Mal in der Geschichte dieses Wettbewerbs, dass eine Mannschaft einen Drei-Tore-Rückstand aus dem Hinspiel aufholen konnte. Erstmals in einem Halbfinale. „Ein unerklärliches Debakel des Barcelona-Teams gegen ein Liverpool, das von Anfang bis Ende überlegen war und ein Barca überwältigte, das machtlos zu einer der größten Demütigungen seiner Geschichte beitrug“, schrieb „El Mundo Deportivo“.

200 Millionen Euro für zwei Neuzugänge

Nun erfolgt unter Trainer Ernesto Valverde, einem Vertreter der ganz ruhigen Sorte, ein neuer Anlauf. In einer durchaus kniffligen Gruppe mit dem BVB, Inter Mailand und Slavia Prag. Denn der FC Barcelona lebt (zu) sehr von seiner individuellen Klasse. Der Vorwurf an Valverde: fehlende Tiefe im Offensivspiel.

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Viele Fans blicken mit Tränen in den Augen an die Phase unter Pep Guardiola zurück. Die Tiki-Taka-Taktik wurde implantiert, Barca gewann 15 Titel (!) zwischen 2009 bis 2013.

Zu Beginn der Spielzeit 19/20 steht Barca, mit den 200 Millionen Euro teuren Neuzugängen Antoine Griezmann und Frenkie de Jong also in der Pflicht. Zwischen Zukunft und Gegenwart geht der Umbruch eines Weltklubs weiter.

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