BVB gegen Wolfsburg: Der nächste Fingerzeig auf dem Weg zu Leichtigkeit und Spielfreude

Borussia Dortmund

Das 2:1 im DFB-Pokal ist für Michael Zorc ein deutlicher Schritt in die richtige Richtung. Doch in der Liga hilft dem BVB nur ein Sieg gegen Wolfsburg. Hält der leichte Aufwärtstrend an?

Dortmund

, 02.11.2019, 12:00 Uhr / Lesedauer: 2 min
BVB gegen Wolfsburg: Der nächste Fingerzeig auf dem Weg zu Leichtigkeit und Spielfreude

Lucien Favre gibt die Richtung vor: Mit einem Sieg gegen Wolfsburg könnte sich der BVB oben festsetzen. © Kirchner/Christopher Neundorf

Einige Freunde und Bekannte werden anreisen, mit ihm anstoßen, alles Gute wünschen. Ob Lucien Favre an seinem 62. Geburtstag tatsächlich zum Feiern zumute sein wird, hängt allerdings maßgeblich davon ab, wie sein vorheriger Arbeitstag verläuft.

Der Schweizer definiert sich in hohem Maße über seine Arbeit, das zarte Pflänzchen Zuversicht nach dem 2:1 im DFB-Pokal gegen Borussia Mönchengladbach muss auch im Ligaspiel gegen den VfL Wolfsburg (Samstag, 15.30 Uhr) gehegt und möglichst mit drei weiteren Punkten gedüngt werden.

BVB-Sportdirektor Zorc: „Deutlicher Schritt in die richtige Richtung“

Der finale Kraft- und Willensakt gegen Gladbach, hübsch dekoriert mit dem Doppelpack des bisherigen Sorgenkindes Julian Brandt, soll die Stimmung und die spielerischen Leistungen nachhaltig zum Besseren wenden.

BVB gegen Wolfsburg: Der nächste Fingerzeig auf dem Weg zu Leichtigkeit und Spielfreude

Mit seinem Doppelpack gegen Borussia Mönchengladbach erlöste Julian Brandt den BVB. © Kirchner/Christopher Neundorf

„Das“, erklärte Michael Zorc auf Anfrage, „war ein deutlicher Schritt in die richtige Richtung. Wir haben verdient gewonnen. Das zeigen auch alle relevanten Daten: Wir sind mehr gelaufen als der Gegner, haben mehr Sprints angezogen, mehr Tempoläufe gezeigt, wir hatten mehr als doppelt so viele Torschüsse und mehr Ballbesitz.“ Was den Sportdirektor ebenso erfreute: „Der unbedingte Wille, das Spiel nach dem Rückstand noch zu drehen, war jederzeit spürbar.“

Auch Favre lobte die „sehr, sehr gute Reaktion“ seiner Spieler, die nach dem zwischenzeitlichen Rückschlag das Messer am Hals gespürt haben müssen - und in der größten Not ihren Mut, ihr Selbstvertrauen und ihre Leidenschaft wieder entdeckt. „Wir haben diesen Sieg genossen“, betonte Favre.

BVB-Präsident Rauball zeigt sich enttäuscht

In den vergangenen Wochen hatten sich die Debatten in Dortmund zunehmend auf den Trainer konzentriert. Auch Vereinspräsident Dr. Reinhard Rauball zeigte sich im Mitgliedermagazin „enttäuscht“ und schrieb Team und Trainer: „Die Leichtigkeit und Spielfreude aus der Hinrunde der vergangenen Saison kann der BVB derzeit nicht auf den Platz bringen. Nur wenn das wieder erreicht wird - und daran wird Cheftrainer Lucien Favre arbeiten müssen -, nur dann kann die Mannschaft die von den Fans sehnlichst erwünschten Ziele in dieser Saison verwirklichen.“

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Die RN-Vorschau auf das BVB-Spiel gegen Wolfsburg

Bis es zu Leichtigkeit, guter Form bei den Leistungsträgern und Unterschiedspielern wie Marco Reus oder Jadon Sancho und einem tatsächlichen Aufwärtstrend reicht, muss noch viel getan werden. Das sei „nicht von heute auf morgen“ zu erwarten, betont Sebastian Kehl, der Leiter der Lizenzspieler-Abteilung. „Wir arbeiten daran. Jeden Tag. Erfolgserlebnisse helfen dabei natürlich.“

Mit einem Sieg gegen Wolfsburg würde sich der BVB oben festsetzen

Anzeichen dafür, dass anders als nach dem Liga-1:0 gegen Gladbach vor zwei Wochen mehr als nur ein schnell verblasster Hoffnungsschimmer am Herbsthimmel auftaucht, brauchen die Borussen auch gegen den VfL Wolfsburg eines dieser Erfolgserlebnisse.

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Mit einem dreifachen Punktgewinn könnte sich der BVB im oberen Tabellendrittel festsetzen und in Schlagdistanz zum FC Bayern bleiben, der die Schwarzgelben in einer Woche zum Bundesliga-Kracher Nummer eins einlädt. Dadurch wird ein Sieg gegen die von Trainer Oliver Glasner fußballerisch runderneuerten „Wölfe“ zur Pflichtaufgabe. Bis zum Mittwoch herrschte allerseits größter Respekt vor allem vor der Gegentor-Verhinderungsmechanik des VfL.

BVB-Trainer Favre sieht „viele positive Sachen“

Dann setzte es im Pokal ein 1:6 gegen RB Leipzig. „Ob das positiv für uns ist oder nicht, weiß ich nicht“, wusste auch Favre dieses Ergebnis nicht recht einzuordnen. Zwei Spiele der VW-Betriebsmannschaft hat sich der BVB-Coach im Videostudium vorgenommen. Allzu viel will er nicht auf den Gegner schauen, sondern lieber die eigenen Kräfte stärken. Bei seiner Mannschaft habe er am Mittwoch „viele positive Sachen“ gesehen. So soll es weitergehen. Dann wird auch die Geburtstagsparty ein Selbstläufer.

So könnten sie spielen:
BVB: Bürki - Hakimi, Akanji, Zagadou, Guerreiro - Weigl, Delaney - Sancho, Reus, Brandt - Götze
Wolfsburg: Pervan - Tisserand, Bruma, Brooks - William, Guilavogui, Arnold, Steffen - Joao Victor, Brekalo - Weghorst
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