BVB gegen Paderborn: Ein Außenseiter setzt auch in Dortmund auf Attacke

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BVB-Gegner SC Paderborn liegt am Tabellenende, trotzdem bleiben die Verantwortlichen ruhig und setzen weiter auf Offensivfußball - denn Konzept und Ziel sind langfristig und realistisch gewählt.

von Frank Beineke

Paderborn

, 22.11.2019, 12:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Der SC Paderborn hat keine guten Erinnerungen an den letzten Auftritt im Signal Iduna Park. In der zweiten Runde des DFB-Pokals kassierte der damalige Zweitligist am 28. Oktober 2015 eine 1:7-Schlappe bei Borussia Dortmund.

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Wenn es an diesem Freitag in der Bundesliga zu einer Neuauflage des Duells kommt, liegt ein solches Endergebnis erneut im Bereich des Möglichen. Denn die Spielweise des SCP ist extrem risikoreich.

An guten Tagen kann Paderborn den Gegnern ein Beim stellen

Paderborn verteidigt hoch und attackiert früh. Zuletzt aber fehlte oftmals die nötige Absicherung. Dies nutzte gerade die TSG Hoffenheim gnadenlos aus. Der SCP lag dort bereits nach 26 Minuten mit 0:3 zurück und hatte anschließend Glück, dass die Hausherren zwei, drei Gänge zurückschalteten.

BVB gegen Paderborn: Ein Außenseiter setzt auch in Dortmund auf Attacke

Steffen Baumgart geht den Weg mit dem SC Paderborn weiter und steht für den Offensivfußball. © picture alliance/dpa

Auch im Heimspiel gegen den FC Augsburg (0:1) konnten die Gäste nach Paderborner Ballverlusten so manchen Konter in Überzahl fahren. An guten Tagen aber stellt der SCP mit seinem mutigen Stil so ziemlich jeden Gegner vor Probleme. Im Liga- und im DFB-Pokalspiel bei Bayer 04 Leverkusen sowie im Heimspiel gegen Bayern München agierte der Aufsteiger über weite Strecken auf Augenhöhe.

Nur 150.000 Euro wurden in Neuzugänge investiert

Dass der SCP am Ende jedoch stets knapp verlor, ist kein Zufall. Denn das Team, das als sportlicher Drittliga-Absteiger innerhalb von zwei Jahren in die Bundesliga stürmte, stößt im Oberhaus an seine Grenzen. Das ist wenig verwunderlich. Fast kein SCP-Spieler verfügt über Erstliga-Erfahrung. Der Großteil kickte zuvor in der 3. oder 4. Liga. Schlappe 150.000 Euro wurden in Neuzugänge investiert. Denn auch hier vertritt der Verein eine klare Linie.

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So holt der SCP vorzugsweise ablösefreie Talente, die den nächsten Schritt machen wollen. Das beste Beispiel ist ein waschechter Dortmunder: Luca Kilian wechselte im Sommer aus der U23 des BVB an die Pader. Nun ist der 20-jährige Innenverteidiger, der bis 2018 eine Dauerkarte für die Dortmunder Südtribüne hatte, Erstliga-Stammkraft und U21-Nationalspieler. Der SCP versteht sich als Ausbildungsverein und weiß, dass er für solche Talente nur eine Durchgangsstation ist.

Das Ziel ist, dauerhaft zu den Top 30 im deutschen Fußball zu gehören

Doch das gehört zum Konzept, denn nur mit Transfererlösen kann der Klub sein Ziel verwirklichen, dauerhaft zu den Top 30 im deutschen Fußball zu gehören. Der Erstliga-Aufstieg hilft enorm bei der Umsetzung dieses Vorhabens, denn der Verein, der im Sommer 2017 vor dem finanziellen Aus gestanden hatte, ist nun schuldenfrei.

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Dass es für die Fahrstuhlmannschaft am Saisonende wohl wieder in die 2. Liga geht, ist allen Verantwortlichen bewusst. Der SCP wird dennoch an seinem Offensivfußball festhalten, mit dem der Klub in den vergangenen beiden Spielzeiten satte 210 Pflichtspieltreffer erzielte.

Steffen Baumgart ist für Paderborn Gold wert

Hoffnung macht, dass die Paderborner hierbei in der Rückrunde stets eine Schippe drauflegen konnten. Und damit wären wir beim entscheidenden Unterschied zum 28. Oktober 2015. Damals hieß der SCP-Trainer Stefan Effenberg. Nun ist es Steffen Baumgart - und der ist für den SC Paderborn einfach Gold wert.

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