BVB gegen Mönchengladbach: Ein besonderes Spitzenspiel zum Jahresende

dzBorussia Dortmund

Offensiv gehören der BVB und Gladbach zur Ligaspitze. Aber auch aus einem anderen Grund ist die Partie ein besonderes Spitzenspiel. 09 Fakten, die nicht alle für einen BVB-Sieg sprechen.

Dortmund

, 21.12.2018, 11:56 Uhr / Lesedauer: 3 min

01.) Zeigt der BVB wieder eine Reaktion? Erst im 16. Spiel dieser Bundesliga-Saison und damit so spät wie nie zuvor kassierte Borussia Dortmund die erste Niederlage; bei Aufsteiger Düsseldorf war damit nicht wirklich zu rechnen. Für Lucien Favre war es die erste Bundesliga-Niederlage seit September 2015, als es mit Mönchengladbach ein 0:1 in Köln gab. Nach der bisher einzigen Pflichtspielniederlage unter dem Schweizer fand der BVB sofort die richtige Antwort: Nach dem 0:2 bei Atletico Madrid Anfang November folgte 4 Tage später der 3:2-Heimsieg gegen den FC Bayern München! Zwei sieglose Pflichtspiele hintereinander gab es unter Lucien Favre noch nicht.


02.) Drittbeste Bilanz der Vereinsgeschichte - die beste seit 42 Jahren: Die Bundesliga erlebt aktuell das drittbeste Borussia Mönchengladbach aller Zeiten: In 48 der 51 Bundesliga-Jahre hatten die Fohlen zu diesem Zeitpunkt eine schlechtere Bilanz als jetzt (33 Punkte), nur zwei Mal eine bessere: 1969/70 und 1976/77 waren es umgerechnet jeweils 36 Punkte und in diesen beiden Jahren wurde die Borussia jeweils Deutscher Meister.


03.) Ultimatives Spitzenspiel- ohne den FC Bayern: Nur bei einem der bisherigen 92 Bundesliga-Duelle trafen Dortmund und Mönchengladbach als Erster und Zweiter aufeinander, am 15. Spieltag 2011/12. Damals waren beide Teams punktgleich, trennten sich im Borussia Park mit 1:1 (Tore: Mike Hanke und Robert Lewandowski). Am Ende der Saison wurde der BVB Meister, 21 Punkte vor dem Vierten Mönchengladbach (mit Trainer Lucien Favre). Jene Partie vor sieben Jahren war zugleich das bisher letzte Spiel zwischen einem Ersten und einem Zweiten, an dem nicht der FC Bayern beteiligt war.

04.) Duell der Torfabriken: Dortmund erzielte in dieser Bundesliga-Saison die meisten Tore (42), die Fohlen ließen sich ebenfalls nicht lumpen, folgen mit 35 Treffern. Sowohl aus dem Spiel heraus als auch nach ruhenden Bällen waren beide Teams sehr erfolgreich, der markanteste Unterschied besteht in Sachen Freistoß-Situationen - da waren die Mönchengladbacher noch nicht erfolgreich, die Dortmunder bereits fünf Mal (Ligaspitze). Beide Klubs eint hingegen eine starke Trefferquote: Dortmund und Mönchengladbach sind nicht die Mannschaften mit den meisten Torschüssen, aber sie haben eine sehr gute Chancenverwertung: Dortmund nutzte im Schnitt jeden fünften Torschuss (Ligaspitze), Mönchengladbach jeden siebten!


05.) Unter Favre ohne Heimniederlage: Borussia Dortmund hat im Kalenderjahr 2018 wettbewerbsübergreifend nur zwei von 23 Heimspielen verloren: Anfang März in der Europa League gegen Salzburg (1:2) und Anfang Mai in der Bundesliga gegen Mainz (1:2). Unter Lucien Favre gab es zehn Siege, zwei Unentschieden und 37 Tore (im Schnitt also über drei pro Spiel).


06.) Freitagabend zu Hause quasi unschlagbar: Flutlicht im Signal Iduna Park - das ist BVB-Ambiente: Dortmund hat die letzten 25 Heimspiele an Freitagabenden nicht verloren (18 Siege, 7 Remis) - zuletzt gab es im Januar 2004 eine Heimniederlage an einem Freitagabend (gegen Schalke).

BVB gegen Mönchengladbach: Ein besonderes Spitzenspiel zum Jahresende

Flutlich im Signal Iduna Park - immer eine besondere Atmosphäre. © imago

07.) Zuletzt immer Enttäuschungen im letzten Spiel des Jahres: In den vergangenen fünf Jahren verabschiedete sich der BVB immer mit einer Enttäuschung in die Winterpause: 2017 gab es im Pokal eine 1:2-Niederlage beim FC Bayern, 2016 reichte es zu Hause nur zu einem 1:1 gegen Augsburg, 2015 und 2014 unterlag Dortmund 1:2 in Köln bzw. in Bremen und 2013 gab es zu Hause eine 1:2-Niederlage gegen die Hertha (in der Summe also ein Remis und vier Niederlagen). Den letzten Sieg im letzten Spiel des Jahres feierten die Schwarz-Gelben 2012 gegen Hannover (5:1). Bei Mönchengladbach war es nicht viel besser, die Fohlen verloren in den vergangenen beiden Jahren jeweils das letzte Spiel.


08.) Dortmunder Siegesserie gegen Mönchengladbach: In der historischen Duell-Bilanz hat Dortmund sechs Siege mehr auf dem Konto (35) als Mönchengladbach (29; bei 28 Unentschieden) - jenen Unterschied schoss der BVB in den letzten drei Spielzeiten heraus. Die schwarz-gelbe Borussia hat die letzten sechs (Bundesliga-) Duelle gegen die grün-weiß-schwarze Borussia alle gewonnen und das mit 21 erzielten Toren, also im Schnitt 3,5 pro Spiel (bei nur fünf Gegentoren). Erstmals überhaupt gab es bei dieser Paarung eine derartige Siegesserie.


09.) Favre erstmals gegen seinen Ex-Klub: Lucien Favre trifft erstmals auf Mönchengladbach, seit er den Klub im September 2015 verlassen hat. Von Februar 2011 an war der Schweizer über viereinhalb Jahre in Gladbach, erst rettete er den Fohlen den Klassenerhalt, dann etablierte er sie in der Bundesliga-Spitze (u.a. je einmal Dritter und Vierter) und führte sie drei Mal in den Europacup, davon zwei Mal in die Champions League. 153 Bundesliga-Spiele stand Favre an der Seitenlinie Mönchengladbachs (nur Weisweiler und Heynckes kommen auf mehr) und holte im Schnitt 1,62 Punkte pro Spiel (knapp mehr als Hecking).

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