BVB gegen Mainz: Besetzung des defensiven Mittelfeldes ist ein Knackpunkt

Borussia Dortmund

Nach dem emotionalen Abend in der Champions League muss der BVB den vollen Fokus auf das Spiel in Mainz legen. Die Besetzung des defensiven Mittelfeldes ist dabei ein Knackpunkt.

Dortmund

, 13.12.2019, 20:07 Uhr / Lesedauer: 2 min
BVB gegen Mainz: Besetzung des defensiven Mittelfeldes ist ein Knackpunkt

Steht gegen Mainz im Fokus: Julian Weigl. © imago/Revierfoto

Spät am Dienstagabend durfte Julian Weigl durchatmen - und sich dann gemeinsam mit den Mitspielern vor der Südtribüne freuen. Bange 17 Minuten, die Nachspielzeit inklusive, hatte Weigl nach seiner Gelb-Roten Karte untätig zusehen und zittern müssen. Nicht auszudenken, wenn Borussia Dortmund in Unterzahl der Sieg gegen Slavia Prag und die Qualifikation fürs Achtelfinale der Champions League noch aus der Hand geglitten wäre.

Prag kommt gegen den BVB auf 18 Torschüsse

Spiel eins nach dem folgenschweren Treppensturz, der Axel Witsel mehrere Brüche im Gesicht eintrug und der ihn nun für mehrere Wochen außer Gefecht setzt, war die Bewährungsprobe für Julian Weigl als Chef im zentralen Mittelfeld. Als Fixpunkt einer defensiven Reihe, die nach kürzlich erfolgter Systemumstellung noch nicht eingespielt sein kann.

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Uneingeschränkt zufrieden konnte Weigl nicht sein - nicht nur wegen der persönlichen Strafe. Die mutig attackierenden Prager setzten gerade durch das Zentrum immer wieder Nadelstiche und warfen mit ihrem hohen Pressing und am Ende 18 Torschüssen auch die Frage auf, wie der BVB in den noch verbleibenden drei Spielen bis zur Winterpause die eigenen Reihen im 3-4-3-System besser schließen kann. Nicht immer wird Roman Bürki auch die unhaltbaren Bälle halten.

Weigl ist mit vier Gelben Karten vorbelastet

Auf Julian Weigl kommt also viel Verantwortung zu. Er wird sich steigern müssen, schleppt dabei aber ein nicht unbedeutendes Handicap mit in das Gastspiel beim FSV Mainz 05 (15.30 Uhr, live bei Sky): Kassiert Weigl eine Gelbe Karte, wäre das die fünfte in der laufenden Bundesliga-Runde. Das Spitzenspiel am kommenden Dienstag in Dortmund gegen RB Leipzig fände ohne ihn statt. Lucien Favre wollte auf diesem Thema am Donnerstag allerdings nicht ewig herumreiten. Weigl brauche eine gute Balance und Cleverness. „Wir können ihm ja nicht sagen, dass er nicht in die Zweikämpfe gehen darf“, meinte der Schweizer.

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In seinem Handlungsspielraum bei der Besetzung des defensiven Mittelfelds ist Favre nicht nur durch Witsels Ausfall stark eingeschränkt. Auch Thomas Delaney, der erste Schritte auf dem Weg zum Comeback im Januar macht, fehlt als Alternative, eine Kombination von Julian Brandt und Mahmoud Dahoud erscheint auf den ersten Blick als zu zweikampfschwach. Der junge Tobias Raschl wäre als reiner Sechser passend, befindet sich aber mitten im Akklimatisierungsprozess nach dem Wechsel aus der U19 und wartet noch auf seine Bundesliga-Premiere. Weigl wird es in Mainz richten müssen und darf nicht überdrehen.

BVB-Trainer Favre setzt auf moderate Rotation

Dass Favre auf anderen Positionen moderat rotieren wird, ist möglich. Die letzte Englische Woche des Jahres hat es mit drei Partien in sechs Tagen in Mainz, gegen Leipzig und in Hoffenheim am kommenden Freitag in sich. Andererseits hat sich seit der Systemumstellung eine Formation herauskristallisiert, die sich auf dem Platz wohlfühlt und miteinander in der Regel gut harmoniert. Es gilt, den messbaren Aufwärtstrend nach drei Pflichtspiel-Siegen in Serie nicht auf der Zielgeraden der Hinrunde wieder zu torpedieren.

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