BVB gegen Bayern: Warum es beim Ligagipfel in München nicht auf die Taktik ankommen wird

Borussia Dortmund

Borussia Dortmund wittert im Duell mit dem FC Bayern in München seine Chance. Es geht um Revanche, ein Signal - und letztlich sogar um den ersehnten Griff zur Meisterschale.

Dortmund

, 09.11.2019, 09:00 Uhr / Lesedauer: 3 min
BVB gegen Bayern: Warum es beim Ligagipfel in München nicht auf die Taktik ankommen wird

Doppelbremse für den Rekord-Torjäger: Borussia Dortmund muss im Liga-Gipfel gegen den FC Bayern Robert Lewandowski (M.) stoppen - so wie es hier die BVB-Profis Lukasz Piszczek und Manuel Akanji (r.) vormachen. © dpa

Fast schon schwärmend sprach Lucien Favre über Bayerns größten Trumpf. „Robert Lewandowski“, so zählte es Dortmunds Cheftrainer auf, „kann Bälle halten, er ist schnell mit und ohne Ball, sein Kopfball ist sehr gefährlich, er kann dribbeln.“ Favre schloss mit dem Resümee: „Er ist große Klasse.“ Und natürlich weiß auch Dortmunds Trainer, dass es heute Abend (18.30 Uhr/Sky) in der Heimstätte des FC Bayern im Liga-Gipfel für die Borussia unverzichtbar sein wird, Lewandowski zu stoppen.

Michael Zorc: „Wir brauchen gar nicht über Taktik zu reden“

Und damit dessen Serie zu kappen, schließlich traf der frühere Dortmunder in dieser Saison bislang in jedem Ligaspiel mindestens einmal. Bremsen müssen den brandgefährlichen Rekord-Polen vor allem Mats Hummels und Manuel Akanji, zwei der besten Zweikämpfer der gesamten Liga.

Jetzt lesen

Ohnehin dürfte Kämpfen in der Auseinandersetzung der beiden herausragenden deutschen Mannschaften am Samstag eine sehr wertvolle Tugend sein. Schließlich taten sich sowohl die Bayern als auch der BVB mit leichtfüßigen, spielerisch starken Vorstellungen zuletzt eher schwer. Auch Borussias Sportdirektor Michael Zorc setzt primär auf die Karte Einsatz und Leidenschaft, „da brauchen wir gar nicht über Taktik zu reden.“

BVB-Sieg in München wäre ein Signal an die ganze Liga

Und gerade die Borussia hat sich ja am vergangenen Mittwoch gegen Mailand nach einem 0:2 zurückgekämpft - und wurde dafür belohnt. Die magische Nacht gegen Inter taugt also als exzellenter Mutmacher für die Reise gen München, wo es in den vergangenen fünf Jahren heftige Prügel für den BVB setzte (fünf Niederlagen, 3:22 Tore). Borusse Julian Brandt versprach, dass die Mannschaft „viele gute Sachen aus dem Spiel gegen Inter“ mitnehme: „Wir müssen uns in München nicht wieder hinten reinstellen und können auch dort mutig auftreten.“

FOTOSTRECKE
Bildergalerie

Der BVB auf dem Weg zum Spiel beim FC Bayern München

Der BVB auf dem Weg nach München - hier gibt's die Bilder vom Dortmund Airport.
08.11.2019
/
Der BVB auf dem Weg nach München.© Groeger
Der BVB auf dem Weg nach München.© Groeger
Der BVB auf dem Weg nach München.© Groeger
Der BVB auf dem Weg nach München.© Groeger
Der BVB auf dem Weg nach München.© Groeger
Der BVB auf dem Weg nach München.© Groeger
Der BVB auf dem Weg nach München.© Groeger
Der BVB auf dem Weg nach München.© Groeger
Der BVB auf dem Weg nach München.© Groeger
Der BVB auf dem Weg nach München.© Groeger
Der BVB auf dem Weg nach München.© Groeger
Der BVB auf dem Weg nach München.© Groeger
Der BVB auf dem Weg nach München.© Groeger
Der BVB auf dem Weg nach München.© Groeger
Der BVB auf dem Weg nach München.© Groeger
Der BVB auf dem Weg nach München.© Groeger
Der BVB auf dem Weg nach München.© Groeger
Der BVB auf dem Weg nach München.© Groeger
Der BVB auf dem Weg nach München.© Groeger
Der BVB auf dem Weg nach München.© Groeger
Der BVB auf dem Weg nach München.© Groeger
Der BVB auf dem Weg nach München.© Groeger
Der BVB auf dem Weg nach München.© Groeger
Der BVB auf dem Weg nach München.© Groeger
Der BVB auf dem Weg nach München.© Groeger
Der BVB auf dem Weg nach München.© Groeger
Der BVB auf dem Weg nach München.© Groeger
Der BVB auf dem Weg nach München.© Groeger
Der BVB auf dem Weg nach München.© Groeger

Deutlich mutiger als zuletzt aufzutreten, kann nicht schaden - das blamable jüngste 0:5 steckt auch Axel Witsel noch in den Knochen. „Wir sind wie Kinder aufgetreten“, gestand der Belgier. Aber: „Dieses Mal werden wir uns wehren. Wir fahren nach München, um das Spiel zu gewinnen.“ Gelingt das, wäre es weit mehr als eine süße Revanche. Es wäre ein starkes Signal an die Bayern und die restliche Konkurrenz, dass der BVB in dieser Saison ernsthaft nach der Meisterschale greifen will und kann.

Den Fehler zu begehen, die derzeit vor allem defensiv schwächelnden Münchner zu unterschätzen, wollen die Dortmunder auf keinen Fall. „Keiner darf glauben, dass es leicht für uns wird“, warnte Michael Zorc. „Die Bayern kann man nicht abschreiben. Bayern ist und bleibt eine große Mannschaft mit Siegermentalität und viel Erfahrung“, erklärte Axel Witsel.

Die Bayern stehen mehr unter Druck als der BVB

Rekordnationalspieler Lothar Matthäus weist im „Kicker“ dem amtierenden Meister dann auch die Favoritenrolle zu, weil „Bayern nach dem 1:5 in Frankfurt deutlich mehr unter Druck steht, aber mit diesem Druck umgehen kann.“ Welche Elf den Druck im Liga-Gipfel auf Dortmunder Seite aushalten muss, ist noch immer offen.

Jetzt lesen

Die Borussia hofft auf grünes Licht der Teamärzte für Marco Reus (Sprunggelenksprobleme) und Jadon Sancho (Zerrung im Oberschenkel). Die immens wichtigen Offensivkräfte, die am Freitagabend zumindest schonmal mit im Mannschaftsflieger nach München saßen, könnten dank ihrer Tempovorteile die Schlüssel zum Erfolg werden. Schließlich erwies sich die bayerische Abwehrkette bislang als wenig sattelfest, schon 16 Gegentreffer in zehn Spielen lassen den Champion in dieser Kategorie derzeit ins Mittelmaß abstürzen. Und ein echter Prüfstein war Königsklassen-Gegner Piräus beim 2:0-Sieg zuletzt sicher nicht für das aktuelle Not-Innenverteidiger-Gespann Javier Martinez/David Alaba.

BVB-Hoffnungen ruhen auf Achraf Hakimi

Auch Achraf Hakimi trägt vor diesem Hintergrund die Dortmunder Hoffnungen, nicht nur, weil er es wohl mit dem eher unerfahrenen Kanadier Alphonso Davies auf Bayerns linker Abwehrseite zu tun bekommt. Auch, weil Hakimi sich zuletzt in bestechender Form zeigte.

Umfrage

Wie endet das BVB-Gastspiel beim FC Bayern München?

3498 abgegebene Stimmen

„Davies ist schnell genug, um Hakimi in die Schranken zu weisen“, versicherte Münchens Interimscoach Hansi Flick zwar am Freitag. Doch den Borussen muss das ohnehin egal sein - wenn es nach Julian Brandt geht: „Wir sollten nicht immer zu sehr auf die Münchner schauen, sondern bei uns bleiben.“

Lesen Sie jetzt
Hellweger Anzeiger Borussia Dortmund

Der „Ist-Zustand“ des BVB: Das sind die Baustellen bei Borussia Dortmund

Meistgelesen