BVB gegen Bayern: Das Nervenspiel geht ab Samstag in die entscheidende Phase

„Nichts zu verlieren“

Die Saison biegt auf die Zielgerade ein, das Nervenspiel zwischen Borussia Dortmund und dem FC Bayern München beginnt. Beim BVB denkt man positiv - und ist gierig.

Dortmund

, 29.03.2019 / Lesedauer: 3 min
BVB gegen Bayern: Das Nervenspiel geht ab Samstag in die entscheidende Phase

Treibt seine Mitspieler immer wieder an: Thomas Delaney. © Bielefeld

Ein Konzentrat dessen, was bei Borussia Dortmund so alles möglich ist, spielte sich am Dienstagabend im St.-Jakob-Park in Basel ab. Auf der einen Seite Manuel Akanji und die Schweizer. Auf der anderen Thomas Delaney und die Dänen. Die „Nati“, die zuvor auch die gehypten Belgier besiegt hatte, beherrscht die Szenerie, führt nach 76 Minuten 3:0. Und dann explodiert das dänische Dynamit von Delaney und seinen Mannschaftskollegen: Drei Tore ab der 84. Minute, Akanji patzt, Torhüter Yann Sommer patzt, die Skandinavier toben.

„Wir haben nichts zu verlieren“

„So ist Fußball manchmal“, sagte Akanji im Nachgang tief gefrustet. „Mal stehen wir auf der anderen Seite und machen noch das Tor.“ Oder es läuft aus dem Ruder, dann ist es „Scheiße“. Besser, man hat Thomas Delaney auf seiner Seite. Den Mann, der auch im Kabinengang noch zur Grätsche ansetzen würde, wenn das irgendwie hilfreich wäre.

Hopp oder top? „Wir haben nichts zu verlieren“, sagte der Däne, zurück in Dortmund, im BVB-Feiertagsmagazin und läutet damit den heißen Saisonendspurt ein, in dem die Borussen die Fingerspitzen nach der Schale ausstrecken. Keiner habe seine Mannschaft acht Spieltage vor Saisonschluss auf Augenhöhe mit den Bayern erwartet, erklärt Delaney. Diese Position habe sich die Mannschaft erarbeitet. Das 0:3 wäre quasi bereits ausgeglichen, wenn man die ungleichen Voraussetzungen der Kader in München und Dortmund und den gewaltigen Umbruch beim BVB zugrundelegt. Jetzt kommt es drauf an: Wer will in den entscheidenden Spielminuten der Saison den Titel mehr? Wer wird Meister der Nerven?

Das Delaney-Gen

„Ich hoffe“, sagt Delaney, „dass wir das Gefühl auf dem Platz zeigen, dass wir nur gewinnen können.“ Positiv denken, gierig sein. Zum Greifen nah ist die Gelegenheit, aus einer Top-Saison eine Top-top-Saison zu machen. Sportdirektor Michael Zorc hatte sich - explizit gegen den Trend nach dem 1:2 in Augsburg - als Erster aus der Deckung gewagt und sagt jetzt: „Wir haben klar geäußert, wie unser Ziel aussieht. Jeder weiß, was man dafür braucht.“ Mut. Leidenschaft. Willen. Ehrgeiz. Klasse. Und dieses Delaney-Gen, niemals aufzugeben. Die Extraportion Widerstandskraft obendrein.

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„Was wir uns erhoffen und erwarten ist, dass man den unbedingten Willen auf dem Platz erkennen kann“, sagt Zorc mit Blick auf das Spiel gegen den Tabellensiebten aus Wolfsburg. Eine Mannschaft mit viel Körperkraft, die auch noch gut kontern kann. Gegen die der BVB aber bestehen und gewinnen muss, um nicht eine Woche vor dem Spitzenspiel beim FC Bayern unnötig ins Hintertreffen zu geraten.

Berlin in der Maßstab

In Berlin habe die Dortmunder Mannschaft vor 14 Tagen trotz verletzter Spieler und zweimaligem Rückstand gezeigt, dass sie unbedingt gewinnen wolle. „Das“, sagt Sportdirektor Zorc, „wollen wir wieder sehen.“ Im Zweifel einfach Delaney fragen.

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