BVB gegen Augsburg: Eine Einwechslung verändert alles für Mario Götze

dzBorussia Dortmund

Startelf im DFB-Pokal gegen Fürth, dann lange keine Minute mehr. Gegen Augsburg erlebt Mario Götze in dieser Saison einen besonderen Moment. Und die BVB-Fans zeigen ihre Klasse!

Dortmund

, 26.12.2018, 04:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Es kommt nicht oft vor, dass sich Einwechslungen nachhaltig ins Gedächtnis einbrennen. Ein Spieler verlässt den Platz, ein anderer betritt ihn. Meistens ist es nur eine Randnotiz während 90 Minuten Fußball, manchmal ist es aber auch ein bisschen schön.

Wenn ein Spieler des Spiels einen großen Abgang bereitet bekommt beispielsweise. Die Leute erheben sich dann von ihren Sitzen und klatschen Beifall wie am Ende eines Theaterstücks. Der Spieler klatscht meistens Beifall zurück, dreht sich einmal um die eigene Achse und winkt ins Publikum. Danke, danke, winke, winke – die Fußballerverbeugung.

Kein Abgang, kein Rückkehrer - nur Mario Götze

Manchmal ist es auch ein bisschen schön, wenn ein Spieler nach einer langen Verletzungspause eingewechselt wird. Auch dann erheben sich die Leute von ihren Sitzen und klatschen Beifall. Willkommen zurück. Schön, dass du wieder da bist, scheinen sie dem Rückkehrer zurufen zu wollen. Der Spieler sprintet dann meistens schnell auf seine Position auf dem Feld, fürs Winken und fürs Bedanken bleibt in der Regel keine Zeit – und das ist dann manchmal fast schon wieder ein bisschen schade, aber irgendwie ja auch verständlich.

BVB gegen Augsburg: Eine Einwechslung verändert alles für Mario Götze

Mario Götze in Mitten einer Jubeltraube. Roman Bürki war nicht dabei, bereute es aber nach dem Spiel: „Ich bin enorm froh, dass er heute allen gezeigt hat, dass er da ist, wenn man ihn braucht. Wir stehen alle hinter ihm und am liebsten wäre ich nach seinem Tor über den ganzen Platz gerannt, um ihn zu feiern.“ © imago

Am 6. Oktober 2018 war nichts schade. Es war auch nichts ein bisschen schön. Es gab keinen großen Abgang für den Spieler des Spiels und es gab keinen Rückkehrer nach einer langen Verletzungspause. Es gab nur Mario Götze, der nach 77 Minuten beim Stand von 1:2 für Julian Weigl den Platz gegen den FC Augsburg betrat – und es war gänsehautschön.

Aus dem Wunderkind Götze war ein Sorgenkind geworden

Götze war nicht lange verletzt gewesen, er war auch nicht kurz verletzt gewesen, er war einfach nur lange gesund außen vor gewesen. Erst hatte er dreimal in der Bundesliga 90 Minuten auf der Bank gesessen, danach hatte er in der Bundesliga dreimal gar nicht erst im Kader gestanden. Götze war zum Dauerthema geworden, obwohl er nicht spielte. Oder weil er nicht spielte. Manchmal weiß man das nicht so genau. Auf jeden Fall aber war aus dem Wunderkind Götze das Sorgenkind Götze geworden.

BVB gegen Augsburg: Eine Einwechslung verändert alles für Mario Götze

Rückblickend kein normaler Wechsel: Mario Götze kommt für Julian Weigl in die Partie. „Definitiv“, wird Mario Götze auch Monate später noch sagen, „war das ein ganz besonderes Spiel für mich.“ © imago

Götze kam also für Weigl – und das Schöne an dieser Einwechslung ist, dass sie trotz eines völlig verrückten Fußballspiels, an dessen Ende ein 4:3 für den BVB auf der Anzeigetafel stand, so sehr in Erinnerung geblieben ist. Denn als Götze den Platz betrat, erhoben sich die Leute nicht von ihren Plätzen und klatschten Beifall wie im Theater, sie sprangen vielmehr auf und jubelten ihm frenetisch zu wie einem Popstar, der eine Konzertbühne betritt.

Wir bekommen das wieder hin, Junge! Wir sind da.

Die Botschaft an den Liebling von früher, der seit seinem Wechsel zum FC Bayern und zurück beileibe nicht immer so freundlich in Dortmund empfangen wurde, war unüberhörbar und unmissverständlich: Wir bekommen das wieder hin, Junge! Wir sind da.

Spätestens sieben Minuten später, als Götze vor der Südtribüne zum 3:2 traf, wurde aus dieser romantischen Hoffnung ein romantischer Glaube. Und aus frenetischem Jubel wurde pure Ekstase. Vielleicht bekommt sie Mario Götze ja wirklich wieder hin. Beim BVB hat er im Sturmzentrum jedenfalls eine neue Rolle geunden.

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