BVB fordert Senkung der Altersgrenze - Top-Talent Moukoko könnte davon profitieren

Borussia Dortmund

Der BVB will im Ringen um die besten Fußballtalente eine schmerzhafte Lücke im Regelwerk schließen. Top-Talent Moukoko könnte davon profitieren.

Dortmund

, 23.01.2020, 14:58 Uhr / Lesedauer: 2 min
BVB fordert Senkung der Altersgrenze - Top-Talent Moukoko könnte davon profitieren

Senkt die DFL die Bundesliga-Altersgrenze, könnte Borussia Dortmunds Top-Talent Youssoufa Moukoko schon Ende dieses Jahres in der Bundesliga auflaufen. © Groeger

Ende März soll es soweit sein. Kommt der BVB durch mit seinem Antrag bei der Vollversammlung der Deutschen Fußball Liga (DFL), in der die Klubs der ersten und zweiten Liga vertreten sind, dann wäre ein Wettbewerbsnachteil vom Tisch. Dortmund will erreichen, dass die DFL die Altersgrenze senkt, ab der Profis in den beiden deutschen Topligen eingesetzt werden dürfen. Bislang ist in den Statuten der DFL verankert, dass Spieler ihr 18. Lebensjahr vollendet haben müssen oder zumindest zum jüngeren Jahrgang der U19-Junioren zählen müssen, um spielberechtigt zu sein.

BVB-Supertalent Moukoko erzielt 26 Tore in 21 Partien

Der BVB macht sich jetzt dafür stark, dass die Altersgrenze im Profibereich auf 16 Jahre gesenkt wird. „Wir haben gegenwärtig einen großen Wettbewerbsnachteil gegenüber anderen Ligen und internationalen Wettbewerben, weil wir sehr junge Spieler, die über außergewöhnliches Talent verfügen, in Deutschland nicht im Profiteam einsetzen dürfen“, sagt Lars Ricken, Nachwuchskoordinator des BVB, dem „Kicker“.

„Wir haben gegenwärtig einen großen Wettbewerbsnachteil gegenüber anderen Ligen und internationalen Wettbewerben.“
Lars Ricken

In anderen europäischen Topligen dürften deutlich jüngere Spieler eingesetzt werden als in Deutschland. „Es gibt gegenwärtig mehrere konkrete Beispiele dafür, dass Spieler sich gegen die Bundesliga entschieden haben, weil sie im Ausland schon wesentlich früher im Profiteam eingesetzt werden dürfen“, erklärt Ricken. Es sei deshalb „notwendig für den deutschen Fußball, seine Entwicklung und Wettbewerbsfähigkeit, eine optimale Ausbildung anzubieten.“

Für Frühentwickler fehle in Deutschland dieses Optimum. Für Frühentwickler wie Youssoufa Moukoko. Der längst bundesweit bekannte Juniorenstürmer der Dortmunder Borussia trifft als 15-Jähriger in der U19-Bundesliga West und in der UEFA Youth League nach Belieben. 26 Treffer in 21 Partien stehen auf seinem Konto. Stand heute müsste Moukoko aber bis zum August 2021 warten, bevor er als dann fast 17-Jähriger im Profiteam des BVB mitwirken dürfte. Findet der Altersgrenzen-Antrag der Borussia aber im März eine Mehrheit unter den DFL-Klubs, könnte Moukoko womöglich schon ab der Rückrunde der nächsten Saison für die Profis stürmen, da er am 20. November dieses Jahres seinen 16. Geburtstag feiert.

Ex-BVB-Spieler Nuri Sahin hält derzeit den Bundesliga-Rekord

Andere Ligen können jungen Spielern diese Perspektive bereits seit langem bieten. Nicht nur im Fußball-Mutterland England. Stürmer Romelu Lukaku (heute Inter Mailand) debütierte als 16-Jähriger für den RSC Anderlecht in Belgien, Norwegens Ausnahmetalent Martin Odegaard durfte als 16-Jähriger für Real Madrid in Spanien aufs Feld, ebenso wie Ansu Fati im Trikot des FC Barcelona (Spanien) oder Eduardo Camavinga für Stade Rennes (Frankreich).

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Borussia Dortmunds früherer Profi Nuri Sahin hält noch immer den Bundesliga-Rekord. Der heutige Bremer kam in der Saison 2005/06 im Alter von 16 Jahren und 335 Tagen zu seinem Profi-Debüt. Auch die einstigen BVB-Talente Marc-Andre Kruska (17 Jahre, 4 Monate, 15 Tage) und Ibrahim Tanko (17 Jahre, 1 Monat, 30 Tage) liegen im deutschen Ranking unter den jüngsten zehn Profi-Debütanten. Hinzu gesellte sich am vergangenen Wochenende Borussias Giovanni Reyna (17 Jahre, 2 Monate, fünf Tage).

Jürgen Klopp schnappt sich Youngster Harvey Elliott

In England würde das nur ein müdes Lächeln hervorrufen. Youngster Harvey Elliott feierte 2018 auf der Insel für den FC Fulham sein Debüt im League Cup gegen den FC Millwall. Im Alter 15 Jahren und 174 Tagen. Er hinterließ offenbar Eindruck, denn im Sommer 2019 holte ihn Jürgen Klopps FC Liverpool.

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