BVB-Fans fordern Rücktritt aus Wirtschaftsrat - so reagiert Christian Lindner

Borussia Dortmund

Christian Lindner ist Chef der FDP - und Mitglied im Wirtschaftsrat von Borussia Dortmund. Das wollen einige BVB-Fans jetzt nicht mehr. Wegen eines „Tabubruchs“. Lindner reagiert.

Dortmund

, 21.02.2020, 12:30 Uhr / Lesedauer: 1 min
BVB-Fans fordern Rücktritt von FDP-Chef Christian Lindner aus dem Wirtschaftsrat

Christian Lindnder ist Mitglied im Wirtschaftsrat des BVB. © Guido Kirchner

Mitglieder und Fans von Borussia Dortmund fordern FDP-Parteichef Christian Lindner zum Rücktritt aus dem BVB-Wirtschaftsrat auf. Dazu werden Unterschriften gesammelt. Hintergrund ist der politische Eklat in Thüringen.

Offener Brief und Online-Petition

Unter anderem der BVB-Fanklub mit dem Namen des Widerstandskämpfers Heinrich Czerkus wendet sich in einem offenen Brief gegen FDP-Parteichef Christian Lindner. „Als Mitglieder und Fans von Borussia Dortmund bitten wir Sie, Ihr Amt im Wirtschaftsrat des Vereins niederzulegen“, steht dort.

Hintergrund ist die Wahl von Lindners Parteikollegen Thomas Kemmerich zum Ministerpräsidenten von Thüringen mit Stimmen der Alternative für Deutschland (AfD). Lindner habe diesen politischen „Tabubruch“ mitgetragen und sei daher als Vertreter von Borussia Dortmund nicht mehr gewünscht, er solle sein Amt niederlegen.

Lindner vertrete nicht länger die Werte von Borussia Dortmund

„Borussia Dortmund hat sich stets unmissverständlich gegen Rassismus, Antisemitismus und jede Form von Diskriminierung eingesetzt. Wer ein Amt in unserem Verein ausübt, muss bereit sein, sich jederzeit aktiv für diese Werte einzusetzen. An dieser Bereitschaft darf es nicht den geringsten Zweifel geben. Bei Ihnen, Herr Lindner ist das nicht mehr der Fall.“

Die BVB-Fans sammeln per Online-Petition Unterschriften für die Rücktrittsforderung. Am Freitag reagierte Christian Lindner. „Die Petition macht mich betroffen. Ich habe mich jederzeit und klar gegen Rassismus und auch gegen eine Zusammenarbeit mit der AfD ausgesprochen. Bedauerlicherweise sind FDP und Union in Erfurt in die Falle der AfD geraten. Dafür habe ich mich im Bundestag entschuldigt“, erklärte der FDP-Chef gegenüber dieser Redaktion und betonte: „Wir sollten jetzt nicht den Fehler machen, mit solchen Petitionen die demokratische Gesellschaft zu spalten. Wir müssen vielmehr zusammenstehen gegen Rassisten und Rechtsradikale.“

Die Online-Petition läuft noch bis zum 8. März. Ziel sind 2000 Unterschriften, bisher sind rund 500 eingegangen.

Lesen Sie jetzt

Deals bei Sponsoring und Vermarktung bringen neue Möglichkeiten. Borussia Dortmund profitiert enorm - BVB-Boss Hans-Joachim Watzke spricht von einem „Meilenstein“. Von Tobias Jöhren

Lesen Sie jetzt