BVB-Unsicherheitsfaktor gegen den FC Bayern München: Felix Passlack (r.). © imago / Kirchner-Media
Borussia Dortmund

BVB-Einzelkritik: Passlack ist überfordert – Bellingham kämpft unwiderstehlich

Borussia Dortmund unterlaufen im Supercup gegen den FC Bayern München zu viele Fehler. Felix Passlack ist überfordert, Jude Bellingham kämpft unwiderstehlich. Die BVB-Einzelkritik.

Gregor Kobel: Wie selbstverständlich er die Aufgaben außerhalb des Strafraums sieht und erledigt, das tut der Statik im BVB-Spiel richtig gut. Mit dem Fuß abgeklärt. Bei den Gegentoren machtlos (41., 49.). Note: 2,5

Felix Passlack: Bayerns Kingsley Coman bereitete ihm mit seinem Tempo große Schwierigkeiten, zweimal produzierte er in der Anfangsphase gefährliche Ballverluste. Beim 0:1 ließ er Serge Gnabry viel zu viel Raum für die Flanke (41.). Immerhin brachte das 1:2 auf den Weg (64.). Note: 5,0

Axel Witsel: Gefällig im Positionsspiel, um Absicherung bemüht und auf der Linie mit der Schulter rettend zur Stelle, als Kobel schon geschlagen war (34.). Vor dem 0:2 rückte er voreilig aus der letzten Reihe, entblößte die Abwehr (49.). Note: 3,5

Manuel Akanji: Ein übermütiger Pass im Spielaufbau wurde nicht bestraft (15.), die Flugpost für Erling Haaland (39.) oder Passlack (64.) landete termingerecht beim Adressaten. Als Robert Lewandowski mit Anlauf zum Kopfball ansetzte, blieb dem aufmerksamen wie robusten Schweizer keine Abwehrchance (41.). Einer der Besten – bis er München das 1:3 schenkte (74.). Note: 3,0

Nico Schulz: Die Personalnot beschert ihm Spielminuten, der Linksverteidiger macht allmählich Anstalten, diese Chancen für ein wenig Eigenwerbung zu nutzen. Geschickt im Zweikampf, mit Dampf auf der Außenbahn. Doch trotz der „Schuuulz“-Rufe immer noch zu zappelig im Ballbesitz. Note: 4,0

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Supercup: BVB – FC Bayern München 1:3 (0:1)

Mahmoud Dahoud: Auch unter dem neuen Trainer Marco Rose inzwischen selbstverständlich Chef im defensiven Mittelfeld. Giftig, pressingresistent, ein zauberhafter Außenristpass auf Erling Haaland, der beim zweiten BVB-Abseitstor knapp zu früh startete (53.). Note: 2,5

Jude Bellingham: Gegenspieler wie Leon Goretzka werden irgendwann sein Maßstab, Traumpässe wie den auf Marco Reus in der 20. Minute schüttelt er jetzt schon aus dem Fußgelenk. Nimmt immer wieder die Zuschauer mit – ein 18-jähriger Routinier, der nie zurückschreckt. Note: 2,5

Giovanni Reyna: Seinen Corona-Blues hat der US-Boy überwunden, er blüht wieder auf, gegen die Münchner als linker Achter in der Raute. Bayerns Zugriff im Zentrum dämpfte seine Spielfreude leicht. Note: 3,5

Marco Reus: Der Kapitän ist ein Gewinner des Sommers – weil er gleich auf die EM verzichtet hatte. Seinen Fehlpass-Aussetzer vergeudete Serge Gnabry (6.), sein Abschluss im Strafraum war gut, Manuel Neuers Fußabwehr allerdings Weltklasse (20.). Gelb ging in Ordnung (25.). Danach unauffälliger bis zu seinem Traumtor aus 16 Metern (64.). Note: 2,0

Youssoufa Moukoko: Der 16-Jährige stand erstmals seit Dezember (!) in der Startelf, ein Riss der Syndesmose machte ihm seit Ende März schwer zu schaffen. Als zweite Spitze neben Haaland stimmten nicht alle Laufwege, sein Rechtsschuss geriet etwas zu lasch (30.), beim Treffer stand er klar im Abseits (36.). Note: 4,0

Erling Haaland: Im nachrangigen Supercup geschont zu werden, hätte er wohl als Affront aufgefasst. Kämpfte in Schwergewichts-Duellen mit Dayot Upamecano und Niklas Süle mit allen Mitteln. Viel Leidenschaft, diesmal kein Fortune. Note: 3,0

Donyell Malen (58. für Moukoko): Der 30-Millionen-Mann ist noch nicht fit und nicht integriert. Note: 4,5

Marco Pasalic (78. für Reyna) schnupperte Profiluft, blieb wie Reinier (85. für Bellingham) und Marius Wolf (85. für Passlack) ohne Note.

Über den Autor
BVB-Redaktion
Jahrgang 1980, liebt Sport und lebt (meistens) sportlich. Erste journalistische Gehversuche mit 15. Einser-Diplom in Sportwissenschaft an der Universität Hamburg (2006). Heinz-Kühn-Stipendiat. Seit 2007 bei Lensing Media tätig. Seit 2012 BVB-Reporter.
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Jürgen Koers

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