Ein magisches BVB-Duo: Erling Haaland (l.) und Marco Reus. © imago / Ulrich Hufnagel
Borussia Dortmund

BVB-Einzelkritik: Haaland und Reus als magisches Duo – Akanji räumt alles ab

Das magische Duo Erling Haaland und Marco Reus führt Borussia Dortmund zum 5:2-Auftaktsieg gegen Frankfurt. Manuel Akanji räumt fast alles ab. Die BVB-Einzelkritik.

Gregor Kobel: Der erste Ball, der als Torwart des BVB im Signal Iduna Park auf seinen Kasten flog, kam vom eigenen Mann und war auch noch drin. Nach Passlacks Klärungsversuch Richtung eigenes Tor machte sich Kobel richtig lang, bekam aber mit der linken Hand keinen Druck mehr auf den Ball (27.). Danach gefiel der Neuzugang durch seine offensive Interpretation des Torwartspiels: Zwei Mal rückte er weit vor und lief die Frankfurter Versuche, schnell in die Spitze zu spielen, locker ab. Bei der Kopfballchance von Borre Maury durfte er sich ebenso auch auszeichnen (47.) wie gegen dessen Kopfball (85.). Chancenlos bei Hauges 2:5 (86.). Ein vielversprechendes Debüt. Note: 2,5

Felix Passlack: Sehr stark eingebunden in den ersten 45 Minuten, die 54 Balkontakte zur Pause waren BVB-Höchstwert. Gut sein Pass in die Tiefe auf Hazard (4.), dem 1:0 der Borussia ging sein Ballgewinn gegen Ndicka voraus. Das Eigentor war extrem unglücklich und schmälerte seine gute Leistung bis zur Pause nicht (27.). Nach dem Seitenwechsel seltener ins Geschehen eingebunden, gegen den eingewechselten Lindström deutlich mehr defensiv gefordert. Note: 2,5

Manuel Akanji: Erneut linker Innenverteidiger. Wie schon im Pokal sehr aktiv mit Ball, immer nach vorne ausgerichtet und mit mutigen Schnittstellenbällen. In seinem Kerngeschäft gegen Borre Maury aufmerksam. Nur bei Frankfurts bester Chance aus dem Spiel heraus mit einer leichten Nachlässigkeit, als er Maury nach der Flanke von Barkok aus den Augen verlor (55.). Stark dafür, wie er das 2:4 verhinderte (66.). Note: 2,0

Axel Witsel: Die Überraschung in Roses Startelf, weil Can nach nur einer Woche Training noch nicht einmal im Kader stand. Kamada tanzte ihn einmal aus, das blieb ohne Folgen (14.). Wichtig sein resoluter Klärungsversuch vor Barkok (32.). Der Frankfurter entwischte ihm dann mit Tempo in der 55. Minute, die Hereingabe war die beste Eintracht-Chance bis zu diesem Zeitpunkt. Insgesamt aber ein solider Auftritt als Nothelfer in der Innenverteidigung. Note: 3,0

Nico Schulz: Mit einfachen Bällen holte er sich Sicherheit, von der Süd gab’s nach einem gewonnenen Zweikampf gegen da Costa sogar Unterstützung in Form von „Schuuuulz“-Rufen (29.). Das spornte ihn an, offensiv mit einem Linksschuss, den Trapp mit Mühe parierte, entscheidend dabei sein guter Laufweg (35.). Ein solider Auftritt, der die Basis sein muss für die kommenden Wochen. Note: 3,0

Giovanni Reyna: Die Frankfurter Abwehr spiete Ping Pong, der Ball landet beim Amerikaner, der aber in letzter Sekunde von Ilsanker geblockt wurde (18.). Das 1:1 ging auch auf seine Kappe, zu leicht verlor er im Zentrum den Zweikampf (27.). Stark hingegen, wie er den Konter zum 2:1 am Leben erhielt, in dem er den Ball mit der Fußspitze auf Reus weiterleitete. Belohnte sich für viel Fleißarbeit mit dem 4:1, auch wenn er um die Anerkennung des Treffers wenige Sekunden lang zittern musste (58.). Note: 2,5

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Bundesliga, 1. Spieltag: BVB – Eintracht Frankfurt 5:2 (3:1)

Marco Reus: Der neue Bundestrainer Hansi Flick hält große Stücke auf den Dortmunder Kapitän, unter Flicks Augen rechtfertigte Reus das Lob. Guter Laufweg, guter Abschluss beim 1:0, beim 2:1 steckte er bei seiner Weiterleitung auf Haaland einen harten Tritt ein. Gedankenschnell zur Stelle, als Trapp einen Rückpass vor der Torauslinie rettete und Reus aus spitzem Winkel ins Tor schoss. Schade, dass der Ball vorher im Aus war (42.). Note: 2,0

Mahmoud Dahoud: Mit der Hacke im Zentrum zum Gegner, das sollte er sich verkneifen (22.). Ansonsten in den ersten 45 Minuten zwar mit viel Laufarbeit, aber eher unauffällig unterwegs. Wichtig sein gewonnener Kopfball gegen Kamada am eigenen Strafraum (45.). Etwas zu viel Schnörkel auch zu Beginn der zweiten Hälfte. Positiv: seine Arbeit gegen den Ball, die er im Vergleich zu den Vorjahren deutlich verbessert hat. Note: 3,0

Jude Bellingham: Starke Zweikampfquote zur Pause (71 Prozent), mit großem Laufpensum (6,05 Kilometer). Postierte sich sehr weit vorn im Dortmunder Dreier-Mittelfeld. Mit großer Energie und guter Körpersprache nach der Pause, als er sich mit einigen Frankfurtern anlegte. Note: 3,0

Erling Haaland: Was soll man zu ihm noch sagen? Beim 1:0 und 2:1 als starker Vorbereiter schon ein Unterschiedspieler, seine Extraklasse zeigte er aber vor allem beim 3:1, als er sich mit der Fußspitze energisch gegen Ilsanker durchsetzte und dann unwiderstehlich vollendete. Dann erneut guter Vorbereiter bei der Schusschance von Schulz (35.). Sein zweiter Treffer fiel nach ähnlichem Muster, gegen seinen Willen hatte Frankfurt kein Mittel. Dass er sehr lange warten musste, bis der VAR grünes Licht für seinen Torjubel gab, dürfte ihn kaum stören. Es war sein 23. Spiel für den BVB, in dem er mehr als einen Treffer erzielte. Note: 1,0

Thorgan Hazard: Sehr quirlig bei seinem schnellen Startelf-Debüt nach nur knapp zwei Wochen Training. An seiner scharfen Hereingabe rutschte Haaland knapp vorbei (9.). Das 3:1 erzielte er mit einer Entschlossenheit, die seinen Trainer gefreut haben dürfte. Auch nach der Pause noch mit Durchhaltevermögen. Verbesserungswürdig: seine Ecken. Note: 2,0

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Donyell Malen (73. für Hazard), Thomas Delaney (73. für Bellingham), Antonios Papadopoulos (78. für Witsel), Steffen Tigges (87. für Reus) und Youssoufa Moukoko (87. für Reyna) bleiben ohne Note.

Über den Autor
BVB-Redaktion
Dirk Krampe, Jahrgang 1965, war als Außenverteidiger ähnlich schnell wie Achraf Hakimi. Leider kamen seine Flanken nicht annähernd so präzise. Heute nicht mehr persönlich am Ball, dafür viel mit dem Crossbike unterwegs. Schreibt seit 1991 für Lensing Media, seit 2008 über Borussia Dortmund.
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Dirk Krampe

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