Eine Klasse für sich: BVB-Torjäger Erling Haaland. © Revierfoto / Kirchner-Media
Borussia Dortmund

BVB-Einzelkritik: Haaland in Wolfsburg unaufhaltsam – Piszczek bockstark

Für Borussia Dortmund ist die Champions League wieder in Reichweite. Beim 2:0 in Wolfsburg heißen die BVB-Matchwinner Haaland, Akanji und Altmeister Piszczek. Die Einzelkritik.

Marwin Hitz: Neun Torschüsse der Wolfsburger in den ersten 45 Minuten, knapp 20 zum Schluss – auszeichnen konnte sich der BVB-Torhüter dabei selten, weil die Gastgeber im Abschluss schwächelten. Die Lufthoheit gehörte nur ihm, ein Pluspunkt gegen die kopfballstarken „Wölfe“. Note: 2,5

Lukasz Piszczek: Routine, Kopfballstärke, weite Einwürfe, die das Pressing überwinden: Auch mit 35 Jahren unterstreicht der Pole seine Vorzüge. Gegen Paulo Otavio mal unterlegen (17.), aber immer wieder als Feuerlöscher dort zur Stelle, wo es brannte. Gute Arbeit vom Altmeister! Note: 2,0

Manuel Akanji: Der Schweizer stand in Abwesenheit von Abwehrchef Mats Hummels (Gelbsperre) im Fokus, sprach viel und behielt den Überblick (37.). Gegen die langen Wolfsburger in vielen Luftduellen gefordert, auch ballsicher. Top-Zweikämpfer (75 Prozent), zum Kopfballtreffer wie im Hinspiel fehlte wenig, Maximilian Arnold klärte auf der Linie (53.). Auf der letzten Linie verteidigten die Dortmunder konsequent gut. „Wir machen weiter Druck und geben nicht auf“, sagte der BVB-Verteidiger nach dem 2:0. Note: 2,0

Emre Can: Die schiere Masse an Einsätzen war dem Nationalspieler in den vergangenen Wochen anzumerken, immer mehr Fehler schlichen sich in sein Spiel. Das ging in Wolfsburg so weiter (5., 28., 44.), aber er konnte auch einige Male im Strafraum klären (29.). Warf sich in der zweiten Hälfte kompromisslos in jedes Duell. Note: 3,0

Raphael Guerreiro: „Guerreiro Küsschen“ wurde er nach seinem Treffer zum 2:0 gegen Berlin am Mittwoch getauft. Hielt seine Seite relativ geschlossen. Das Zusammenspiel mit Jadon Sancho gelang noch nicht wieder wie gewohnt, dadurch versandeten einige aussichtsreiche Situationen. Nach seinem Albtraum-Pass vergab Wout Weghorst freistehend (47.). Verteidigte etwas zu luftig, aber die „Batterie“ hatte Saft ohne Ende. Note: 3,0

Jude Bellingham: Sah früh die Gelbe Karte nach einer übermotivierten Grätsche gegen Maximilian Philipp (13.), rackerte und rannte zur Pause mehr als sechs Kilometer. Verlor dabei aber entschieden zu viele Bälle (76 Prozent Passquote). Schon auf dem Weg in die Kabine schnappte ihn sich Trainer Edin Terzic für weitere Anweisungen. Vergeblich: Bei einem Duell gegen Kevin Mbabu ging er ein zweites Mal unkontrolliert zu Werke, die Ampelkarte ging in Ordnung (58.). Ärgerlich, vielleicht der Jugend geschuldet. Note: 4,5

Mahmoud Dahoud: Von den Wolfsburgern Xaver Schlager und Ridle Baku im Rückwärtsgang mehrmals ausgetanzt. Oft als alleiniger Sechser schwer unter Druck, im Spielaufbau kam zu wenig. Dann der Ballgewinn am eigenen Strafraum gegen Yannick Gerhardt und der Traumpass auf Erling Haaland, klasse (68.). Lief 12,7 Kilometer! Note: 3,0

Giovanni Reyna: „Das Vertrauen ist zurück“, sagte der Youngster, der wieder in seinen Rhythmus findet. In einer Mischung aus Achter und Flügelstürmer führte er viele Zweikämpfe, konnte sich offensiv aber wenig durchsetzen. Nach 70 Minuten machte er Platz für den defensivstärkeren Thorgan Hazard. Note: 3,5

Marco Reus: Drei Tore und zehn Vorlagen im Kalenderjahr 2021, drei Treffer in den jüngsten fünf Spielen – der Kapitän untermauerte zuletzt seine starke Form. Vor dem Anstoß klatschte er jeden Mitspieler einzeln nochmal ab. Kämpfte vorbildlich, auch wenn nicht alle seine Entscheidungen richtig ausfielen. Bei einem Blitzkonter misslang der erste Kontakt – da war viel mehr drin (44.). Gefiel mit Übersicht und Ruhe am Ball. Note: 2,5

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Bundesliga, 31. Spieltag: VfL Wolfsburg – BVB 0:2 (0:1)

Erling Haaland: Sieben Torschüsse gegen Union waren persönlicher Rekord, die Ausbeute blieb bei null Treffern. Diesmal kaltschnäuzig: Den Rückpass von Ridle Baku ersprintete er mühelos und drückte den Ball, leicht abgefälscht, zum frühen 1:0 über die Linie (12.). Aus schwieriger Bewegung zu zentral auf Koen Casteels (50.), nach Dahouds Steilvorlage allein auf weiter Flur und kühl vor dem Tor – in diesen Szenen ist er nicht zu verteidigen (68.). Matchwinner! Note: 1,5

Jadon Sancho: In einem der wichtigsten Spiele der Saison stand der junge Engländer endlich wieder in der Startelf. Bei einem unnötigen Dribbling bekam er einen schmerzhaften Schlag ab (33.). Ein starker Außenristpass auf Haaland (50.), dann die taktische Auswechslung nach Bellinghams Platzverweis (59.). Note: 3,5

Thomas Delaney: In Unterzahl mit Mann und Maus eine Führung verteidigen, eine Paradedisziplin für den kampfstarken Dänen. Er stopfte Löcher und malochte rastlos. Note: 3,0

Über den Autor
BVB-Redaktion
Jahrgang 1980, liebt Sport und lebt (meistens) sportlich. Erste journalistische Gehversuche mit 15. Einser-Diplom in Sportwissenschaft an der Universität Hamburg (2006). Heinz-Kühn-Stipendiat. Seit 2007 bei Lensing Media tätig. Seit 2012 BVB-Reporter.
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Jürgen Koers

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