Erzielte mal wieder den Treffer zum 1:0: BVB-Kapitän Marco Reus (M.). © dpa
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BVB-Einzelkritik: Haaland als Chancentod – Reus und Guerreiro belohnen sich

Ungewohntes BVB-Bild gegen Union Berlin: Beim 2:0-Sieg präsentiert sich Torjäger Erling Haaland als Chancentod. Marco Reus und Raphael Guerreiro belohnen sich. Die Einzelkritik.

BVB-Torgarant Erling Haaland betreibt beim 2:0 gegen Union Berlin bis in die Schlussphase hinein Chancenwucher. Zweimal rettet das Aluminium. Marco Reus und Raphael Guerreiro krönen ihre Leistung mit Toren. Die Einzelkritik:

Marwin Hitz: Nach zwölf Sekunden schepperte die Latte hinter ihm, Glück gehabt. Der Schlussmann strahlte vor allem bei hohen Bällen sehr willkommene Sicherheit aus. Glanzparade bei einem Freistoß von Max Kruse (66.). Note: 2,0

Lukasz Piszczek: Den ersten Startelfeinsatz seit dem 2. Februar (3:2 n.V. gegen Paderborn) hatte sich der 35-Jährige laut Trainer Edin Terzic verdient. Nicht alles gelang so gut wie sein toller Ballgewinn (50.). Trotzdem absolut solide. Note: 3,0

Manuel Akanji: Viel am Ball, stark im Zweikampf (83 Prozent), seit seinem Comeback vor Ostern richtig gut in Form und konzentriert bei der Arbeit. Note: 2,5

Mats Hummels: Der Abwehrchef spielt und spielt und spielt, ist kaum verletzt und die tragende Säule im BVB-Spiel. Auch gegen Union aufmerksam und resolut. Holte sich gegen Peter Musa unnötig die fünfte Gelbe Karte ab und fehlt damit am Samstag beim wichtigen Spiel in Wolfsburg. Note: 3,0

Raphael Guerreiro: Er ringt ein wenig damit, seine offensiven Stärken einzubringen, hatte dennoch seine Szenen wie jene, die zum Strafstoß führte (25.) und der Vorlage für Giovanni Reyna (64.). Rettungstat nach Max Kruses Pfosten-Freistoß (65.) und dann eiskalt zum 2:0 (88.). Note: 2,0

Jude Bellingham: Müdigkeit kennt der 17-Jährige nur vom Hörensagen. Immer willig, immer auf der Suche nach Zweikämpfen. Aus der Dortmunder Elf kaum wegzudenken. Note: 3,0

Emre Can: Sein früher Ballverlust servierte Union die erste Chance, Marcus Ingvartsen zielte an die Latte (1.), auch in weiteren Szenen muss er klarer aus der Bedrängnis herausspielen, er leistete sich zu viele Fehler (51., 57.). Das endete folgerichtig mit seiner Auswechslung (59.). Note: 4,5

Giovanni Reyna: Versuchte es aus der Distanz (16.), setzte Erling Haaland perfekt in Szene, der das 2:0 verschenkte (35.). Seine Leistungskurve zeigt steil nach oben. Mit dem Makel, dass er einer der Großchancen (50., 64.) unbedingt hätte nutzen müssen. Note: 2,5

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Bundesliga, 30. Spieltag: BVB – Union Berlin 2:0 (1:0)

Marco Reus: Die erste Gelegenheit verpasste er, der Strafstoß war mehr gewollt, als dass er gefoult wurde (25.). Ausgezeichnet, wie er geistesgegenwärtig den Abpraller über die Linie stampfte (27.). Brillantes Zuspiel auf Haaland (75.). Note: 2,0

Thorgan Hazard: Er sollte über die Flügel Tempo machen, was manchmal gelang. Kam auch selbst zum Abschluss (14.), leitete etwas glücklich das 1:0 ein (25.). Nach knapp einer Stunde musste er Platz machen. Okay. Note: 3,5

Erling Haaland: Wandspieler und Ziel für hohe Zuspiele, die er immer öfter gut verarbeitet. Aus elf Metern scheint es ihm zu einfach zu sein, die Strafstoß-Quote muss er verbessern – oder andere schießen lassen. Immerhin setzte er entscheidend nach (27.). Auch die zweite Megachance versiebte er (35.). Nach 75 Minuten war es schwieriger, kurz vor Schluss zweimal Muss. Unglücklicher Abend. Note: 4,5

Jadon Sancho (59. für Hazard): Comeback nach sieben Wochen und sein 100. Bundesliga-Spiel für den BVB. Sorgte für Belebung und Kreativität. Hatte ein Tor auf dem Fuß (85.). Note: 2,5

Mahmoud Dahoud (59. für Can): Stringenter im Spielaufbau, besser im Gegenpressing, seine Hereinnahme tat dem BVB in jeder Hinsicht gut. Note: 3,0

Julian Brandt (76. für Reyna) und Reinier (90. für Bellingham) bleiben ohne Note.

Über den Autor
BVB-Redaktion
Jahrgang 1980, liebt Sport und lebt (meistens) sportlich. Erste journalistische Gehversuche mit 15. Einser-Diplom in Sportwissenschaft an der Universität Hamburg (2006). Heinz-Kühn-Stipendiat. Seit 2007 bei Lensing Media tätig. Seit 2012 BVB-Reporter.
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Jürgen Koers

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