Der BVB stürmt durch die Bundesliga. Vier Punkte Vorsprung vor dem Tabellenzweiten Gladbach, sieben vor Bayern München. Es scheint, als marschiere der BVB in Richtung Meisterschaft. Oder?

Dortmund

, 12.11.2018, 18:26 Uhr / Lesedauer: 2 min

Ja, der BVB ist Titelfavorit - Perfektes Blatt

Von Tobias Jöhren

Seit Samstagabend liegen die Karten auf dem Tisch. Das Pokerspiel ist vorbei. Der FC Bayern ist in Dortmund „all in“ gegangen, um im Bild zu bleiben, hat alles rausgehauen, um ein bisschen im modernen Fußballdeutsch zu schwelgen, aber es war zu wenig. Mit leeren Händen und ausgezogenen Lederhosen zurück nach München – trotz einer guten Leistung.

Die Bayern hielten vier Könige, der BVB vier Asse. Und vielleicht war das die entscheidende Erkenntnis dieses Abends: Es hat nicht gereicht für den deutschen Rekordmeister gegen diesen BVB. Nicht, weil die Bayern schlecht waren, sondern, weil Borussia Dortmund zu gut war.

BVB dominiert die Bundesliga: Ist Borussia Dortmund der Titelkandidat Nummer eins?

Das Tor zum 3:2 lässt die Emotionen überkochen. Paco Alcacer (verdeckt) erzielt den Siegtreffer gegen München. © imago

Der BVB hat sieben Punkte Vorsprung auf den Serienmeister der vergangenen sechs Jahre. Und bei allem Respekt vor den starken Leistungen von Borussia Mönchengladbach, RB Leipzig und auch Eintracht Frankfurt: Irgendwie fehlt noch die Fantasie, dass es am Ende nicht auf einen Titel-Zweikampf zwischen BVB und FCB hinausläuft. Sieben Punkte, das ist ein ziemliches Brett, um ein weiteres Mal ins moderne Fußballdeutsch zu flüchten.

Borussia Dortmund hält in der Bundesliga die besten Karten, das ist seit Samstagabend offenkundig. Der BVB ist das Maß aller Dinge. Trotzdem sind alle Protagonisten des Klubs gut beraten, sich öffentlich weiter in Demut zu üben. Titelfavorit? Bleiben die Bayern. Saisonziel? Wir wissen, wo wir herkommen. Und sonst so? Die Saison ist noch lang. Funktioniert wunderbar. Hat 2011 auch wunderbar funktioniert. Feinstes Fußballdeutsch.

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Ist der BVB der Titelkandidat Nummer eins?

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Nein, der BVB ist kein Titelfavorit - Noch keine Rückschläge

Von Wilco Ruhland

Der BVB grüßt nach elf Spieltagen und einem furiosen 3:2-Erfolg gegen die Bayern vom Platz an der Sonne. Klar, dass allerseits die Titelträume blühen. Ob es der Mannschaft zuzutrauen ist? Sicherlich. Ist sie der Favorit Nummer eins? Nein. Der Rekordmeister bleibt Favorit.

Die Dortmunder reiten momentan auf der Erfolgswelle. Zur Wahrheit gehört aber auch: Zu so manchem Erfolg brauchten sie auch etwas Glück. Richtige Rückschläge musste diese neu zusammengestellte Mannschaft noch nicht bewältigen. Die einzige Saison-Niederlage gegen Atletico Madrid ist kaum als richtiger Rückschlag zu betrachten. Ob die BVB-Mannschaft bereits gefestigt genug ist, sich zusammenzuraffen, wenn es mal schlecht läuft, bleibt noch offen.

BVB dominiert die Bundesliga: Ist Borussia Dortmund der Titelkandidat Nummer eins?

Bisher verläuft die BVB-Saison ohne größere Rückschläge. Was passiert aber, wenn mal nicht alles glatt läuft? © imago

Zwar hat der BVB erfahrene Säulen im Team, die momentan die jungen Wilden in Schach halten. Aber oft genug ist der BVB eben von den guten Leistungen dieser jungen Spieler abhängig. Dass diese über eine ganze Saison konstant gut abliefern, ist in der Regel aber unwahrscheinlich.

Nun könnte man argumentieren, dass gerade hier der große Kader eher Segen als Fluch ist. Doch gerade dieser bringt früher oder später Unzufriedenheit und somit schlechte Stimmung ins Team. Man sollte sich sicher sein – auch wenn die Bayern momentan straucheln: Mit ihnen ist zu rechnen. Sobald der BVB einmal ins Wanken gerät, ist der Konkurrent aus dem Süden da. Die Saison ist noch lang und der Weg noch weit.

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