BVB-Boss Watzke verspricht Wachstum - Aktionäre lehnen mögliche Kapitalerhöhung ab

Hauptversammlung

BVB-Boss Watzke ist mit den aktuellen Geschäftszahlen zufrieden. Der 60-Jährige nimmt die nächsten Ziele ins Visier. Die Umsätze sollen weiter steigen - es gibt allerdings einen Haken.

Dortmund

, 25.11.2019, 16:10 Uhr / Lesedauer: 2 min
BVB-Boss Watzke verspricht Wachstum - Aktionäre lehnen mögliche Kapitalerhöhung ab

Will die Umsätze und Erlöse des BVB weiter erhöhen: Geschäftsführer Hans-Joachim Watzke. © Kirchner/Christopher Neundorf

Wirtschaftlich ist Borussia Dortmund mehr auf Attacke gepolt als zuletzt sportlich. „Die Zahlen waren okay“, bilanzierte Hans-Joachim Watzke auf der Hauptversammlung der KGaA am Montagmittag. Und die Bilanzen sollen noch „signifikant besser“ werden.

Puma-Deal gibt dem BVB mehr finanziellen Spielraum

Allein im Sponsoring „werden wir die Grenze von 100 Millionen Euro deutlich überschreiten. Und das ohne den neuen Puma-Vertrag“, erklärte der Vorsitzender der Geschäftsführung. Eben jener neue Vertrag mit Ausrüster Puma „gibt uns die Gelegenheit, ökonomisch weiter anzugreifen. Puma setzt, was die Zukunft angeht, ganz klar auf Borussia Dortmund und Borussia Dortmund auf Puma.“ Die jährlichen rund 30 Millionen Euro bis 2028 geben dem BVB noch größeren finanziellen Spielraum.

Die 489 Millionen Euro Umsatz im abgelaufenen Geschäftsjahr will Watzke, perspektivisch auch ohne Transfererlöse, über die halbe Milliarde schieben. Neben einer Reihe neuer Partner im nationalen und internationalen Umfeld habe der Klub noch einige Pfeile im Köcher, wie Watzke den Aktionären in Aussicht stellte. „Da werden Sie sehen, dass wir weiter einen deutlichen Wachstumskurs fahren können und werden.“

BVB zahlt sechs Cent Dividende pro Aktie

Wie in den vergangenen acht Jahren spendierte die KGaA eine Dividende von sechs Cent je Aktie, dafür werden rund 5,5 Millionen Euro der rund 25 Millionen Euro Konzerngewinn verwendet. Die Leistungskraft des Konzerns veranschaulichte Watzke mit der Bilanz in diesem Jahrzehnt: „In zehn Jahren haben wir 188 Millionen Euro Gewinn nach Steuern gemacht. Unsere Position als Nummer zwei hinter Bayern München haben wir sehr stark ausgebaut, auch gegenüber den Klubs, die sich nicht selbst finanzieren müssen.“

Auf die Option einer Kapitalerhöhung muss die Geschäftsführung allerdings ein Jahr lang verzichten. Die Aktionäre stimmten nicht mit der erforderlichen Dreiviertel-Mehrheit für den Vorschlag. Die Ermächtigung zu einer Kapitalerhöhung, die 2014 für fünf Jahre erteilt und nicht genutzt wurde, war vor wenigen Tagen ausgelaufen. Eine Kapitalmaßnahme hatte die Geschäftsführung des BVB nach Informationen dieser Redaktion aber auch nicht geplant.

BVB-Boss Watzke verspricht Wachstum - Aktionäre lehnen mögliche Kapitalerhöhung ab

Der BVB-Mannschaftsrat zu Gast in der Westfalenhalle (v.l.): Lukasz Piszczek, Axel Witsel, Marco Reus und Mats Hummels. © Kirchner/Christopher Neundorf

Den Aktienkurs, der aktuell rund um 8,50 Euro pendelt, sieht Analyst Marcus Silbe unterbewertet. Der Experte der „Frankfurt Main Research“ empfiehlt nach seiner jüngsten Auswertung „Kaufen“ und sieht das Kursziel bei 10,50 Euro. „Der Klub entwickelt sich stetig weiter, dadurch steigt auch der innere Wert der Aktie. Spätestens mit der Bekanntgabe der neuen Bundesliga-TV-Rechte dürfte die Aktie oberhalb von 10 Euro liegen und sich - abgesehen von einer Baisse - auch weiter nach oben entwickeln.“

BVB-Boss Watzke: „Die Zeit ist reif für Taten“

Eine aktuelle Studie bestätigt die Geschäftsführung des BVB in ihrer Tätigkeit: Das Wirtschaftsmagazin „Bilanz“ hat 1500 Manager, Geschäftsführer und Vorstände der deutschen Wirtschaft befragt. Borussia Dortmund rangiert auf Rang 15 unter den meistbewunderten Firmen in Deutschland im Umfeld von Großkonzernen wie Siemens und Porsche und vor Weltkonzernen wie Google oder Netflix.

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Auch sportlich soll es wieder aufwärts gehen. „Die Zeit ist reif für Taten“, sagte Watzke. „Das sportliche Vermögen dazu haben wir.“ Er habe nach vielen Gesprächen mit den Spielern die Hoffnung und Gefühl, dass sich in der Mannschaft etwas getan habe. „Auch für die Jungs war die erste Hälfte gegen Paderborn ein totaler Schock.“

Viele BVB-Spieler befinden sich im Formtief

Jetzt gelte es, „den Move hinbekommen, zu alter Stärke zurückzufinden“, dann könne der BVB auch in dieser Saison noch viel gewinnen. Jeder wisse, welche Qualität in dieser Mannschaft stecke, das Potenzial der Mannschaft blitze in Spielen wie gegen Leverkusen, Barcelona oder Mailand auf. „Aber es ist nicht konstant, es ist nicht dauerhaft, es ist die Formschwäche einer Reihe von Spielern, zur gleichen Zeit. Das ist unser größtes Problem.“

  • Die Hauptversammlung hat die Verdoppelung der Bezüge des Aufsichtsrats und des Beirats beschlossen, von bisher 24.000 Euro für den Vorsitzenden, 18.000 Euro für den Stellvertreter und 12.000 Euro für die sieben einfachen Mitglieder.
  • Den Platz des im Sommer verstorbenen Aufsichtsratsmitglieds Dr. Werner Müller nimmt Bodo Löttgen ein, der Vorsitzende der CDU-Fraktion im NRW-Landtag.
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