BVB-Boss Watzke: Rückendeckung für Favre - kein Corona-Rabatt für Sancho

Borussia Dortmund

Hans-Joachim Watzke bekräftigt am Tag nach dem 0:4 gegen Hoffenheim die Rückendeckung für Trainer Lucien Favre. Eine klare Ansage macht der BVB-Boss zur Personalie Jadon Sancho.

Dortmund

, 28.06.2020, 13:27 Uhr / Lesedauer: 2 min
BVB-Geschäftsführer Hans-Joachim Watzke sagte über das 0:4 gegen Hoffenheim: „Die Einstellung stimmte am Samstag nicht, daran gibt es nichts zu rütteln. Das war eine Nicht-Leistung.“

BVB-Geschäftsführer Hans-Joachim Watzke sagte über das 0:4 gegen Hoffenheim: „Die Einstellung stimmte am Samstag nicht, daran gibt es nichts zu rütteln. Das war eine Nicht-Leistung.“ © dpa

Das 0:4 gegen die TSG 1899 Hoffenheim wirkt nach, es hat auch bei Hans-Joachim Watzke Spuren hinterlassen. Nach dem Spiel, gab Borussia Dortmunds Geschäftsführer am Sonntag als Gast im „Doppelpass“ bei Sport1 zu, sei es besser gewesen, dass ihn kein Pressevertreter angesprochen hätte. „Da war ich ziemlich geladen.“ Über Nacht sei der Ärger eher der Erleichterung gewichen, „dass wir unter schwierigen Bedingungen die Saison zu Ende bringen konnten.“

Der BVB ist vom selbstgesteckten Ziel weit entfernt

Das nochmalige Betrachten der Gegentore war für Watzkes Laune am Sonntag allerdings nicht gerade förderlich. Die Saisonanalyse, die in Dortmund nach dem letzten Spieltag traditionell die Elefantenrunde um Watzke, Sportdirektor Michael Zorc, Lizenzspieler-Chef Sebastian Kehl, Trainer Lucien Favre und den externen Berater Matthias Sammer an einen Tisch zusammenbringt, wird am Montag stattfinden. Sie werde, verriet Watzke, „wohl nicht nur von harmonische Diskussionen geprägt sein.“

0:2 gegen Mainz, eins der besten Saisonspiele danach beim 2:0 in Leipzig, dann das peinliche 0:4 im letzten Saisonspiel - allein die letzten drei Partien dieser außergewöhnlichen Saison zeigten auf, warum der BVB am Ende vom selbstgesteckten Ziel weiter entfernt war, als das allen lieb sein dürfte. Die Schwankungen in den eigenen Leistungen, die Probleme, sich auch gegen vermeintlich schwächere Gegner und in Spielen zu motivieren, die nicht mehr den größten Stellenwert haben, begleiteten den BVB während der gesamten Saison. Das leidige Thema Mentalität: „Wenn du gewinnst, hast du sie, wenn du verlierst, hast du sie nicht“, urteilte Watzke. „In Leipzig wurden wir ja noch dafür gelobt. Die Einstellung stimmte am Samstag nicht, daran gibt es nichts zu rütteln. Das war eine Nicht-Leistung.“

BVB-Boss Hans-Joachim Watzke erkennt einen Spannungsabfall

Die Probleme der Mannschaft am Trainer festzumachen, auch das ist eine Thematik, die Borussia Dortmund über die gesamte Saison begleitet hat. Die Niederlage gegen Hoffenheim Lucien Favre zuzuschreiben, sei allerdings falsch, so Watzke. „Gestern hätte jeder Trainer dieser Welt dieses Spiel verloren, es lag eindeutig an der Mannschaft. Dabei geht es aber nicht um fehlende Lust. Nach dem Spiel in Leipzig war ein Spannungsabfall unübersehbar. Manchmal gelingt es dir einfach nicht, den Schalter dann nochmal umzulegen. Einige konnten einfach nicht.“

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Watzke bekräftigte die Rückendeckung für den Schweizer Favre. Er wisse um die Vorbehalte gegen den 62-Jährigen, „ich kenne die Vorurteile. Lucien ist zwei Mal Vizemeister geworden. Er kann mit dem Rest der Vorurteile in der kommenden Saison aufräumen, die Chance hat er auf jeden Fall verdient.“

BVB-Boss Watzke: „Die Bayern sind das Maß aller Dinge“

Wie erfolgreich ein Angriff auf die Bayern im kommenden Jahr sein kann, hänge auch vom Rekordmeister ab. „Wenn sie 82 Punkte holen, wird es für alle schwer. Es kann länger dauern, sie vom Thron zu stoßen, es kann auch schnell gehen. Momentan sind sie das Maß aller Dinge.“ Watzke zog einen Vergleich zu den Meisterjahren 2011 und 2012. „Damals waren wir nicht so viel besser als heute, heute aber sind die Bayern dramatisch besser als damals.“ Dass die Mannschaft Stand jetzt bis auf Achraf Hakimi weitgehend zusammenbleibe, sei vielleicht ein Vorteil. „Aber klar ist, dass du kein Meister werden kannst, wenn du nicht auch in den direkten Duellen erfolgreich bist.“

Für mögliche Interessenten aus England an Jadon Sancho hatte Watzke noch eine klare Ansage: „Es wird nicht einen Cent Corona-Rabatt geben, wir haben da klare Vorstellungen.“ Wenn Sancho seinen Wunsch zu einem Vereinswechsel äußern und ein Klub kommen würde, der bereit sei, die Bedingungen zu erfüllen, „werden wir das besprechen“. Bislang habe es von Sancho aber noch keinen Vorstoß in diese Richtung gegeben.

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