BVB-Boss Watzke: „Ich verlasse in so einer Situation nicht die Brücke“

Borussia Dortmund

BVB-Boss Hans-Joachim Watzke weist Kritik am Profifußball im Zeichen steigener Corona-Zahlen zurück. Über seine persönliche Zukunft will der 61-Jährige erst nach der Krise entscheiden.

Dortmund

, 18.10.2020, 00:13 Uhr / Lesedauer: 2 min
Lobt das Hygienekonzept der DFL: BVB-Geschäftsführer Hans-Joachim Watzke.

Lobt das Hygienekonzept der DFL: BVB-Geschäftsführer Hans-Joachim Watzke. © imago / Sven Simon

Aufgrund der steigenden Corona-Zahlen finden an diesem Wochenende zahlreiche Bundesliga-Duelle als Geisterspiele statt. Borussia Dortmund wird es voraussichtlich bei den Heimspielen gegen Schalke (24. Oktober) und Zenit St. Petersburg (28. Oktober) „erwischen“.


Hans-Joachim Watzke spach im „Aktuellen Sportstudio“ des ZDF über …


… die stark steigenden Corona-Infektionen: „Es ist schon etwas, was dich bewegt. Wir haben im Fußball eine andere Situation, weil kleine Unternehmen sicherlich ganz andere Probleme haben. Aber wir müssen auch Geld verdienen. Das Geisterspiel gegen Schalke in der kommenden Woche kostet uns eine Million Euro, drei Tage später in der Champions League gegen St. Petersburg das gleiche. Aber wir brauchen zumindest diese Geisterspiele, sonst wird es ganz eng. Ich verstehe nicht, warum man sich jetzt wieder am Fußball abarbeitet. Die Hygienekonzepte sind top.“

… mögliche Nachjustierungen des Hygienekonzepts: „Wir haben ein Konzept vorgelegt und der Politik die Grenze von 35/100.000 vorgeschlagen. Alle Vereine haben zugestimmt, die Politik ebenso. Es waren gute und kontroverse Diskussionen. Wir müssen verlässlich sein und wollen aktuell nicht nachverhandeln. Aber wir brauchen kein populistisches Fußball-Bashing. Das ist nicht zielführend. Wir müssen nicht die Frage nach Wichtigkeit, sondern nach Sicherheit stellen - und die Leute in den Stadien verhalten sich sehr diszipliniert.“


… eine weitere Bundesliga-Pause: „Dann wird es natürlich eng. Wir haben dann eine Leistungsstörung - und es fehlt auch noch das Fernsehgeld. Dann möchte ich nicht in der Haut von einigen Verantwortlichen stecken. Solidarität muss am Ende eines Prozesses stehen.


… die wackelige DFB-Abwehr: „Also wir hätten einen Spieler - und das weiß auch Joachim Löw. Mats Hummels spielt seit langer Zeit auf Top-Niveau. Er ist einer der besten Innenverteidiger in Europa und wir sind sehr froh, dass wir ihn haben.“

… den BVB-Kader 20/21: „Ob es der beste Kader ist, weiß ich nicht. Aber vielleicht der ambitionierteste. Wir haben viele junge Spieler dabei, die viel Potenzial haben. Bei uns bildet sich gerade eine Achse. Bellingham und Reyna bleiben sicherlich lange hier. Bei Jadon Sancho hatten und haben wir eine klare Linie.“


… Kritik von Uli Hoeneß: „Ich weiß nicht, ob er das aus der Distanz so gut beurteilen kann. Bayern München hat mehr Geld als wir, aber wir haben trotzdem einige Titel geholt. Momentan hat der FC Bayern die beste Mannschaft der Welt.


… Kritik an Lucien Favre: „Lucien hat in seiner Zeit zwar noch keinen klassischen Titel gewonnen, aber den besten Punkteschnitt aller Trainer. Eine Vertragsverlängerung hängt von vielen Dingen ab. Wir warten einfach mal ab. Wir setzen uns im Winter, Frühjahr zusammen. Wir sind mit der Arbeit von Lucien sehr, sehr zufrieden. Er stand nie zur Disposition.“

… die Vertragsverlängerung von Sebastian Kehl: „Wir hatten ein sehr gutes Gespräch. Die Frage des Sportdirektors werden wir im Mai klären. Aber klar, Sebastian ist in der Pole Position.“


… seinen 2022 auslaufenden Vertrag: „Es wäre problematisch, wenn man seine persönlichen Befindlichkeiten über Corona stellt. Ich verlasse in so einer Situation nicht die Brücke. Nach Corona führe ich die Gespräche.


… den Wechsel von Mario Götze nach Eindhoven: „Das hat mich überrascht, ist aber möglicherweise eine gute Entscheidung. Mario hat dort einen Trainer, der auf ihn baut. Wenn er sich vollkommen fokussiert, ist eine Menge möglich.“


… Youssoufa Moukoko: „Er ist ein toller Junge, sehr geerdet. Wir sollten ihn aber nicht mit Erwartungen überfrachten. Aber er ist ein geiler Zocker.

Lesen Sie jetzt