BVB-Boss Watzke: Bundesliga ist deutsches Kulturgut

Super League

Klares Bekenntnis zur Bundesliga, Aufruf zu mehr Gelassenheit in der Debatte um eine europäische Super League. Hans-Joachim Watzke sieht den BVB bei dieser Thematik außen vor.

Wolfsburg

, 03.11.2018, 15:53 Uhr / Lesedauer: 2 min
BVB-Boss Watzke: Bundesliga ist deutsches Kulturgut

Hans-Joachim Watzke sagt: „Die Bundesliga ist ein deutsches Kulturgut. Dass Borussia Dortmund die Liga verlassen könnte, ist ausgeschlossen!“ © imago

Vor dem Anpfiff zur Bundesliga-Partie beim VfL Wolfsburg hat sich BVB-Geschäftsführer Hans-Joachim Watzke zu den Enthüllungen des Nachrichtenmagazins „Der Spiegel“ geäußert.

„Wir müssen die Kämpfe in Europa aufnehmen“

Watzke gab am Samstag bei „Sky“ ein klares Bekenntnis zur deutschen Bundesliga ab: „Die Bundesliga ist ein deutsches Kulturgut. Dass Borussia Dortmund die Liga verlassen könnte, ist ausgeschlossen!“ Der 59-Jährige mahnte allerdings an, die Stellung, die Vereine wie der BVB und der FC Bayern München sich erarbeitet hätten, auch anzuerkennen. Diskussionen um die nationalen Verteilungsschlüssel der TV-Gelder würden ihn daher irritieren. „Wir müssen die Kämpfe in Europa aufnehmen“, meinte er. „Es wäre schön, wenn die anderen Bundesligisten das auch anerkennen würden.“

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Die Pläne zur Schaffung einer neuen europäischen Super League, die der „Spiegel“ in seiner Samstagsausgabe enthüllt hatte, sind Watzke nicht fremd. „Man muss am Puls der Zeit bleiben“, erklärte er, allerdings sei Borussia Dortmund in die Diskussionen zwischen den Top-Vereinen Europas nicht involviert. „Wir sind da nicht am Gaspedal, wir sind bei diesen Gedankenspielen nicht einmal Beifahrer. Das sind andere.“ Bayern Münchens Vorstandsvorsitzender Karl-Heinz Rummenigge hatte bei „Sky“ einen Verbleib des FC Bayern in der Champions League „mindestens bis 2024“ bekräftigt.

Aus für die Champions League?

Nach dem Bericht des Spiegel läge 16 europäischen Top-Klubs, darunter die Bayern und der BVB, eine Absichtserklärung für die Schaffung einer Super League vor, die noch im November unterzeichnet werden solle. Bei einer Umsetzung dieser Pläne wäre das das Aus für die Champions League in der bisherigen Form nach Ende der laufenden Vermarktungsperiode im Jahr 2021. Borussia Dortmund liegt eine derartige Absichtserklärung nach Informationen dieser Redaktion allerdings nicht vor, auch die Bayern hatten am Freitag Kenntnis eines derartigen Papiers bestritten.

Neben den Bayern sollen Paris St. Germain, Manchester United, FC Barcelona, FC Arsenal, FC Chelsea, FC Liverpool, Manchester City, Juventus Turin, AC Mailand und Real Madrid als nicht absteigbare Mitglieder zu den Gründern der im Hintergrund schon lange geplanten europäischen Eliteklasse gehören. Dazu kämen zunächst Atletico Madrid, Olypique Marseille, AS Rom, Inter Mailand und der BVB als sogenannte „anfängliche Gäste“, die aus dieser Gruppe absteigen könnten.

Deutlich höhere Erlöse möglich

Hintergrund der Planspiele sind die anstehenden Verhandlungen über die TV-Gelder in der Champions League ab 2021, die im kommenden Jahr stattfinden. Derzeit schüttet die UEFA 2,04 Milliarden Euro an die Teilnehmer der Königsklasse aus. Bei einer privatwirtschaftlich organisierten Super League wären die Erlöse deutlich höher.

Mit dpa-Material

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