BVB-Abwehrchef Hummels über Favre: „Würden gern mit ihm weitermachen“

Borussia Dortmund

Mats Hummels tilgt mit dem Tor zum 3:0 einen wichtigen Punkt auf seiner To-do-Liste. Der BVB-Abwehrchef geht gegen Schalke mit Leistung voran und hat auch eine klare Meinung zum Trainer.

Dortmud

, 24.10.2020, 23:17 Uhr / Lesedauer: 2 min
Erstes Derby-Tor im 19. Anlauf: BVB-Abwehrchef Mats Hummels (r.).

Erstes Derby-Tor im 19. Anlauf: BVB-Abwehrchef Mats Hummels (r.). © firo / imago

In der dritten Halbzeit agiert Mats Hummels ebenso souverän wie in den beiden zuvor im Revierderby. Das verwundert nicht, denn Hummels ist ein eloquenter Redner, meinungsstark zudem. Das 3:0 dürfte eigentlich nicht in der Highlight-Liste seiner besten Spiele und wichtigsten Siege landen, dazu war Schalke an diesem Abend einfach zu schwach, auch wenn Hummels den Gegner, höflich wie er ist, lobt. Dass er die Partie dennoch in Erinnerung behalten wird, liegt an einem wuchtigen Kopfball in der 78. Minute.

BVB-Abwehrchef Hummlels schreit seine Emotionen heraus

Hummels hatte sich schon zuvor in die Dortmunder Angriffe eingeschaltet, wenn der BVB eine Ecke zugesprochen bekam, diese aber kommt perfekt in den Strafraum gesegelt. Und mit aller Entschlossenheit befördert der 31-Jährige den Ball in die Maschen. Es ist im 19. Revierderby, das Mats Hummels mit dem BVB spielt, sein erster Treffer gegen Schalke. Hummels freut sich überschwänglich, schreit seine Emotionen heraus. „Das Tor“, sagt er später, „stand in meiner Liste der Dinge, die ich noch erledigen möchte, tatsächlich ganz weit oben.“

Hummels ist vor der Saison zum Vize-Kapitän der Borussia aufgerückt, im Derby trug er die Binde, weil Lucien Favre Marco Reus eine schöpferische Pause gönnte. Voranzugehen, sich klar zu positionieren, seine Meinung einzubringen, das ist das, was Mats Hummels von sich verlangt, was er seinem Klub auch geben möchte. Und so war es für ihn eine klare Sache, in dieser Woche bei seinem Trainer um einen Gesprächstermin zu bitten.

BVB-Rückkehr zur Viererkette als eine logische Geschichte

„Sehr ausführlich“ habe er mit Lucien Favre über die Möglichkeiten und Notwendigkeiten gesprochen, die sich aus der Leistung der Dortmunder Abwehr in Rom und den personellen Rückschlägen durch die Corona-Infektion von Emre Can ergaben. Die Umstellung auf eine Viererkette wurde schnell zum zentralen Thema des Gesprächs: „Es war klar, dass wir gegen so eine massierte Deckung einen offensiven Spieler mehr auf dem Platz brauchen, darüber hat der Trainer mit uns und sehr intensiv auch mit mir gesprochen.“

In der Vorbereitung hatte Favre diese taktische Variante erneut zum Thema gemacht, das Experiment nach durchwachsenem Erfolg in den Testspielen aber auch schnell wieder beendet. Hummels gehörte in der Vorsaison zu den Spielern, die sich im Herbst vehement für eine Umstellung auf Dreier/Fünferkette stark gemacht hatten, die Rolle rückwärts war jetzt für den 31-Jährigen aber eine logische Geschichte. Gefordert wurde das Innenverteidiger-Duo mit Hummels und Manuel Akanji nicht, auch die Außenverteidiger erlebten gegen einen äußerst schwachen Gast einen ruhigen Abend. Härtetests könnten folgen, denn Can wird mindestens auch gegen Zenit St. Petersburg und in Bielefeld fehlen.

Hummels über Favre: „Glaube schon, dass er sich hier wohlfühlt“

Hummels verlebte einen ruhigen Abend in seinem 336. Bundesliga-Spiel. Dass es auch in Dortmund nach dem 3:0 wieder ruhiger zugeht, wird stark davon abhängen, wie die Mannschaft in Spielen agiert, in denen sie mehr gefordert ist, in denen sie mehr Widerstand erfährt und auch unter Druck gesetzt wird. „Die Schwankungen thematisieren wir, wir wissen auch teilweise, woran es liegt“, erklärt Hummels. Jeden Tag im Training an die eigenen Grenzen zu gehen, das sei das große Qualitätsmerkmal bei den Bayern, „daran müssen wir arbeiten.“

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Wenn es nach Hummels geht, gerne auch mit Lucien Favre. „Ich glaube schon, dass er sich hier wohlfühlt, wir würden gern mit ihm weitermachen“, meinte Hummels zu einer möglichen Vertragsverlängerung mit dem immer wieder in die Kritik geratenen Schweizer. Auch in diesem Punkt zeigt der Abwehrboss klare Kante. Dass aus Favre kein Entertainer mehr werde, müsse man akzeptieren, so Hummels. „Wir waren hier verwöhnt von Jürgen Klopps Pressekonferenzen, das war ja wie eine Late-Night-Show. Es ist legitim, dass Lucien nicht so viel preisgeben will. Wer Unterhaltung will, muss ab 23:15 Uhr dann halt Pro Sieben einschalten.“

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