Bei BVB-Gegner VfL Wolfsburg hängt trotz des sportlichen Hochs der Haussegen schief. Trainer Labbadia und Geschäftsführer Schmadtke bilden bis Saisonende eine Zweckgemeinschaft - dann übernimmt ein neuer Coach.

von Engelbert Hensel

Wolfsburg

, 30.03.2019, 04:00 Uhr / Lesedauer: 1 min

Es ist gerade mal zweieinhalb Wochen her, dass Bruno Labbadia das Gespräch mit Manager Jörg Schmadtke und Sportdirektor Marcel Schäfer suchte - der Trainer selbst beendete an diesem Dienstagvormittag die Diskussion um seine Zukunft beim VfL. Labbadia teilte beiden mit: Im Sommer ist für mich in Wolfsburg Schluss. Eine Entscheidung, mit der er Schmadtke überraschte - und damit ein Stück weit auch offenbarte, wie groß beim Wolfsburger Fußball-Bundesligisten die Kluft zwischen Trainer und Manager sein muss.

Labbadias Entscheidung und ihre Verkündung war ein Alleingang des Trainers, Schmadtke zeigte sich überrascht, da er gern das „von beiden Seiten geplante ergebnisoffene Gespräch“ mit Labbadia geführt hätte. Am Ende dieser Länderspielpause hätte das stattfinden sollen. Aber dazu kam es nun nicht mehr - und so stand an diesem tristen Dienstagvormittag fest, was sich zuvor schon angedeutet hatte.

Verschiedene Vorstellungen

Denn: Labbadia und Schmadtke hatten verschiedene Vorstellungen davon, wie sich der VfL entwickeln soll und wie groß die finanziellen Kraftanstrengungen dafür sein müssten. Schon in der Winterpause, als Labbadia gern Verstärkungen gehabt hätte, jedoch kein neuer Spieler kam, waren die Differenzen deutlich sichtbar.

Und trotz dieser Differenzen der beiden Führungsfiguren ist der VfL in dieser Spielzeit so gut unterwegs wie lange nicht mehr. Nach zwei Jahren mit zwei Fast-Abstiegen ist Wolfsburg im Kampf um die europäischen Plätze dabei. Die im vergangenen Sommer noch am Boden liegenden Wolfsburger können bereits im Jahr danach mehr erreichen, als ihnen vor der Spielzeit zuzutrauen war.

Neue Spiel-DNA entwickelt

Dass das so ist, daran haben alle ihren Anteil - Schmadtke mit seinem glücklichen Händchen bei den Transfers - er holte die Knipser Wout Weghorst und Daniel Ginczek sowie den pfeilschnellen Linksverteidiger Jerome Roussillon - und Labbadia, der diesem Team innerhalb kürzester Zeit eine neue Spiel-DNA verpasst hat. Und das, obwohl man nicht gut miteinander kann.

Schlagworte:
Lesen Sie jetzt
Hellweger Anzeiger Klartext schwarzgelb
Günna vor Fortuna Düsseldorf: Für Borussia Dortmund sind die nächsten Spiele entscheidend
Meistgelesen