Als die Bogenlampe von Christoph Kramer den BVB und Jürgen Klopp im Tabellenkeller erlöste

Zeitspiel

Der BVB steckt 2014 richtig tief in der Krise: Tabellenvorletzter, fünf Spiele in Serie verloren. Doch dann sorgt ausgerechnet ein Weltmeister für mächtig Erleichterung. Unser Zeitspiel.

Dortmund

von Dennis Winterhagen

, 19.10.2019, 12:00 Uhr / Lesedauer: 2 min
Als die Bogenlampe von Christoph Kramer den BVB und Jürgen Klopp im Tabellenkeller erlöste

Ein Rückpass mit ungeahnten Folgen: Christoph Kramer erzielt am 9. November 2014 eines der spektakulärsten Eigentore der Bundesliga-Geschichte. © imago

Es ist der 09. November 2014 - nach einer historischen Serie ohne Erfolgserlebnis geht es am 11. Spieltag für den BVB gegen Borussia Mönchengladbach. An diesem Sonntagabend ist die Borussia aus Dortmund vor Spielbeginn Vorletzter, hatte die vergangenen fünf Spiele in Serie verloren und war seit sieben Spielen ohne Sieg. Ein Negativ-Rekord unter Jürgen Klopp.

Reus erst ans Außennnetz, dann an den Pfosten

Von Beginn an dominieren die Schwarzgelben vor 80.600 Zuschauern das Spielgeschehen im heimischen Stadion. Bereits nach zwei Minuten hat Marco Reus die Führung auf dem Fuß, sein Schuss landet allerdings am Außennetz.

Als die Bogenlampe von Christoph Kramer den BVB und Jürgen Klopp im Tabellenkeller erlöste

Bei Henrikh Mkhitaryan und Co. fehlte in der Saison 14/15 häufig das Zielwasser. © imago

In der neunten Minute kommt der aktuelle Kapitän seinem Ziel noch näher, von Yann Sommers Hand klatscht der Ball an den Pfosten. Auch Henrikh Mkhitaryan, Lukasz Piszczek und Pierre-Emerick Aubameyang zeigen entweder Unvermögen - oder scheitern am Gladbacher Torhüter. Mit 13:0 Torschüssen für den BVB gehen beide Teams in die Kabine, ein Dortmunder Tor scheint nur eine Frage der Zeit zu sein.

Slapstick-Einlage bringt den BVB-Sieg

Auch im zweiten Durchgang ist Dortmund am Drücker und versucht alles, um den Ball in das Tor vor der Südtribüne zu schießen. Doch es klappt nicht - was in dieser Saison wahrlich keine Seltenheit ist. So muss ein Gladbacher unfreiwillig nachhelfen - in der 58. Minute spielt Tony Jantschke an der Mittellinie den Ball auf Christoph Kramer, der ihn unbedrängt direkt auf Sommer zurückspielen möchte.

Als die Bogenlampe von Christoph Kramer den BVB und Jürgen Klopp im Tabellenkeller erlöste

Yann Sommer konnte der Bogenlampe nur machtlos hinterhergucken. © imago/Moritz Müller

Aber dann schlägt der Weltmeister in Rückenlage eine Bogenlampe über seinen eigenen Schlussmann hinweg. Der Schweizer Torhüter kann nur machtlios hinterhergucken - und der Ball schlägt genau ein. Aus knapp 50 Meter. Keiner weiß so recht, was passiert ist. Aber die Hauptsache: 1:0 BVB.

Lucien Favre wechselte Thorgan Hazard ein

In der 65. Minute bringt Lucien Favre, damals Gladbach-Trainer, Thorgan Hazard in die Partie. Doch auch der heutige Dortmunder kann der Offensive der Gladbacher nicht weiterhelfen. An diesem Tag steht die Abwehr des BVB perfekt - keine Lücke in der Mitte, keine Möglichkeit, außen an ihnen vorbeizuspielen.

Als die Bogenlampe von Christoph Kramer den BVB und Jürgen Klopp im Tabellenkeller erlöste

Thorgan Hazard (r.) war schon in Mönchengladbach Lucien Favres Schützling. © imago images / Michael Weber

Dass es trotzdem bis zum Ende spannend ist, liegt einzig an der mangelhaften Chancenverwertung der Dortmunder. Zahlreiche Großchancen vergeben die schwarzgelben Borussen noch. Nach 90 Minuten zählen die Statistiker 22:1 Torschüsse für die Schwarzgelben.

BVB-Trainer Klopp lobt die außergewöhnliche Stimmung

Das 1:0 ist der Befreiungsschlag für den BVB. Die Atmosphäre im Stadion beschreibt Jürgen Klopp, der noch lange mit der Mannschaft vor der Südtribüne feierte, als „außergewöhnlich“.

Im Mittelpunkt steht natürlich Christoph Kramer. Sein Eigentor sorgt bringt den Dortmunder Sieg. „Hätte Gladbach das Tor nicht gemacht, ich fürchte, dass wir keins mehr geschossen hätten“, gesteht Klopp.

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