Als Christian Pulisics Ballbehandlung den BVB und die ganze Südtribüne begeisterte

Zeitspiel

Zum Abschluss der Hinrunde 2017 ist Hoffenheim zu Gast in Dortmund - der BVB erlebt unter Peter Stöger einen Aufschwung, den Christian Pulisic mit einem Geniestreich fortsetzt. Unser Zeitspiel.

Dortmund

von Dennis Winterhagen

, 19.12.2019, 12:30 Uhr / Lesedauer: 2 min
Als Christian Pulisics Ballbehandlung den BVB und die ganze Südtribüne begeisterte

Der Moment der Erleichterung: Christian Pulisic bejubelt seinen Treffer zum 2:1. © imago/Chai v.d. Laage

Es läuft einfach nicht rund beim BVB unter Peter Bosz im Herbst 2017. Die Schwarzgelben bleiben acht Spiele ohne Sieg - Tiefpunkt ist das extrem bittere 4:4 nach 4:0-Führung im Revierderby. Die Reißleine ziehen Hans-Joachim Watzke und Michael Zorc aber erst nach der 1:2-Pleite zu Hause gegen Werder Bremen. Bosz wird entlassen und Dortmund holt den gerade erst beim 1. FC Köln freigestellten Peter Stöger.

BVB-Spieler Andrey Yarmolenko sorgt für Wirbel

Sein erstes Spiel an der Seitenlinie als Trainer des BVB gewinnt Stöger mit 2:0 in Mainz. Es folgt die Partie gegen die TSG Hoffenheim.

Als Christian Pulisics Ballbehandlung den BVB und die ganze Südtribüne begeisterte

Zweimal scheitert Andrey Yarmolenko kurz vor dem Hoffenheimer Tor. © imago/Kirchner-Media

Die Dortmunder kommen vor 81.000 Zuschauern an diesem kalten Samstagabend gut ins Spiel und haben bereits in der fünften Minute die erste große Chance. Einen Rückpass von Florian Grillitsch erläuft Andrey Yarmolenko und stürmt auf das 1899-Tor zu. Im Strafraum angekommen, fackelt der Ukrainer nicht lange und zieht ab - sein Schuss aus spitzem Winkel geht aber knapp links am Tor vorbei.

Nur zehn Minuten später ist es erneut der Mann mit der Nummer neun, der die BVB-Fans fast jubeln lässt. Im Sechzehner dribbelt Yarmolenko gleich drei Gegenspieler aus, bevor sein Schuss im letzten Moment von Grillitsch geblockt wird.

Nadiem Amiri spielt den tödlichen Pass für die TSG Hoffenheim

Vorne fehlt nicht viel, doch hinten offenbart der BVB große Schwächen. In der 26. Minute lassen die Borussen Nadiem Amir zu viel Platz, er spielt einen Pass durch die Lücke zwischen Marcel Schmelzer und Ömer Toprak zu Pavel Kaderabek.

Der Tscheche hat am Fünfmeterraum viel Platz und muss nur noch auf den mitgelaufen Mark Uth legen. Der Rest ist leichtes Spiel für den Stürmer. Ein Rückschlag für die Borussen, die anschließend angeknockt scheinen und bis zur Pause keine Idee finden, die gegnerische Abwehr zu knacken.

Shinji Kagawa gibt sich mit dem Unentschieden nicht zufrieden

So wie die erste Hälfte endet, so startet auch der zweite Spielabschnitt. Der BVB tut sich schwer, Chancen herauszuspielen - bis zur 63. Minute. Endlich ist einmal Tempo im Spiel, als Julian Weigl einen Pass an den Strafraum zu Yarmolenko spielt, der geschickt an Shinji Kagawa weiterleitet. Der Japaner dringt in den Strafraum ein und wird dort von Stefan Posch gelegt - Elfmeter. Der bis dahin fast unsichtbar gebliebene Pierre-Emerick Aubameyang schnappt sich den Ball und schießt ihn vor der Südtribüne unten rechts in die Ecke, Oliver Baumann springt nach links.

Als Christian Pulisics Ballbehandlung den BVB und die ganze Südtribüne begeisterte

Pierre-Emerick Aubameyang bleibt vom Elfmeterpunkt cool. © imago/Jan Huebner

Noch sind 27 Minuten zu spielen, es bleibt ein Duell auf Augenhöhe. Hoffenheim macht zwischenzeitlich den Eindruck, dass sie das Unentschieden halten wollen und auch der BVB scheint sich mit der Punkteteilung zufrieden zu geben.

Ein Sieg für die geschundene BVB-Seele

Nicht aber Kagawa. In der 89. Minute hat er noch einen Geistesblitz, als er den in den Strafraum sprintenden Christian Pulisic bedient. Der Pass wird von Steven Zuber noch abgefälscht und steigt so in die Luft. Pulisic kommt vor Baumann an den Ball und zeigt eindrucksvoll, welche feine Technik er in seinem rechten Fuß hat.

Als Christian Pulisics Ballbehandlung den BVB und die ganze Südtribüne begeisterte

Mit einem Lupfer überwindet Christian Pulisic 1899-Torhüter Oliver Baumann. © imago/Thomas Bielefeld

Der US-Amerikaner lupft den Ball über den Hoffenheimer Schlussmann und schießt ihn anschließend mit links gefühlvoll aus der Luft ins Tor - 2:1 für Borussia, im Stadion gibt es kein Halten mehr. Ein Heimsieg zum Jahresabschluss für die geschundene BVB-Seele.

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