Abdou Diallo kehrt heute nach Mainz zurück. Der Franzose hat vor seinem Wechsel zum BVB nur ein Jahr für die 05er gespielt - und trotzdem einen bleibenden Eindruck hinterlassen.

Dortmund

, 24.11.2018, 10:25 Uhr / Lesedauer: 2 min

Rouven Schröder ist ziemlich gut darin, fußballerisches Talent aufzuspüren. Der heutige Mainzer Sportvorstand war früher Scout. Beim 1. FC Nürnberg. 2011. Danach ging es mit Schröders Karriere steiler und schneller bergauf als im Sessellift. „Ich habe den Job von der Pike auf gelernt“, sagt der 43 Jahre alte Arnsberger im Gespräch mit dieser Redaktion.

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Schröders bislang bester Fang war Abdou Diallo, zumindest aus finanzieller Sicht. Am Samstag (15.30 Uhr, live auf Sky) kehrt der junge Franzose zurück nach Mainz, wo er in der vergangenen Saison für ein Jahr spielte. „Abdou ist herzlich willkommen“, erklärt Schröder, der über Diallo sagt, dass der Spieler „wirtschaftlich ein gutes Geschäft für Mainz 05“ gewesen sei.

Abdou Diallo hat in Mainz einen bleibenden Eindruck hinterlassen

Abdou Diallo hat im Trikot des FSV Mainz 05 auf sich aufmerksam gemacht. Der BVB zahlte im Sommer rund 28 Millionen Euro. © imago

Schröder, der Diallo im Sommer 2017 für fünf Millionen Euro aus Monaco holte und ihn ein Jahr später für 28 Millionen Euro nach Dortmund verkaufte, sagt aber auch: „Auf der anderen Seite ist es aber auch bitter, wenn du so einen wichtigen und guten Spieler nach nur einem Jahr wieder verlierst. Wir hätten ihn schon gerne mindestens noch ein Jahr länger gehabt. Am Ende war es aber so, dass Abdou unbedingt zu einem großen Verein wollte - und wir sind dafür finanziell entlohnt worden.“

Diallo war Favres Wunschspieler

Diallo wollte unbedingt nach Dortmund. Und Lucien Favre wollte Diallo unbedingt nach Dortmund holen. Der BVB-Trainer schätzt die Vielseitigkeit des 22-Jährigen Defensivspezialisten. „Er hat mehrere Positionen gespielt ist, seitdem er hier ist“, sagt Favre, „linker Innenverteidiger, rechter Innenverteidiger, linker Außenverteidiger.“ Das sei immer gut für eine Mannschaft, meint der Schweizer, der zudem den Vorteil hat, mit Diallo Französisch sprechen zu können.

„Abdou wird mit Sicherheit französischer Nationalspieler. Der BVB wird noch viel Freude an ihm haben.“
Rouven Schröder

Und dann sagt Favre noch das, was er eigentlich immer über talentierte Fußballer sagt, die noch nicht am Ende ihrer Entwicklung stehen. „Abdou ist sehr, sehr jung und lernt noch viel dazu.“

Auch Rouven Schröder sieht Diallo noch nicht am Ende seiner Leistungsfähigkeit angelangt, aber er sieht einen vorgezeichneten Weg für den 22-Jährigen. „Abdou wird mit Sicherheit französischer Nationalspieler“, sagt Schröder, „der BVB wird noch viel Freude an ihm haben.“ Er sei auch nicht überrascht, dass Diallo sich in Dortmund auf Anhieb durchgesetzt habe.

„Die Planungen des BVB mit Abdou waren schon in den Verhandlungen deutlich zu erkennen. Und am Ende gibt auch Borussia Dortmund nicht so viel Geld für einen Spieler aus, damit er auf der Bank sitzt. Er war ein Wunschspieler von Lucien Favre. Der BVB ist für ihn das perfekte Umfeld für den vielleicht ganz großen Schritt.“

Diallo ist ein typischer BVB-Transfer

28 Millionen Euro hat Borussia Dortmund dafür bezahlt, dass der variable Diallo, der über sich selbst sagt, dass er ein Innenverteidiger sei, den vielleicht ganz großen Schritt in Dortmund geht. Teurer war in der Vereinsgeschichte nur André Schürrle, als er 2016 vom VfL Wolfsburg zum BVB kam. Trotz des stolzen Preises sagt Michael Zorc: „Abdou ist ein typischer BVB-Transfer.“ Typisch im Sinne von talentiert, typisch im Sinne von entwicklungsfähig, typisch im Sinne von jung und hungrig.

Er sei gewechselt, um sich gegen Widerstände zu beweisen, sagt Diallo. „Ich will auf ein höheres Niveau zu kommen.“ Und er hat große Ziele mit dem BVB. Schon auf der Marketing-Reise entlang der Ostküste der USA vor der Saison stellte der Mann aus Tours die Frage, warum der BVB nicht um Platz eins mitspielen solle. Rund vier Monate und 17 BVB-Pflichtspiele später stellt sich die Frage: Ja, warum denn eigentlich nicht?

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