110 Jahre Borussia Dortmund - echte Rekorde, echte Helden, echte Liebe

Borussia Dortmund

Der BVB blickt auf eine bewegte Historie zurück. Pünktlich zum Geburtstag würdigt der Verein verdiente Spieler - lauter Namen, die jeden Fan zum in der Vergangenheit schwelgen einladen.

Dortmund

von Dennis Winterhagen

, 19.12.2019, 09:30 Uhr / Lesedauer: 4 min
110 Jahre Borussia Dortmund - echte Rekorde, echte Helden, echte Liebe

Dede bei der BVB-Meisterfeier 2011. © imago sportfotodienst

„Einhundertzehn“ ist der Titel der Sonderausgabe des Mitgliedermagazins „Borussia“ anlässlich des 110. Geburtstags von Borussia Dortmund. Den Verein, den 380 Spieler seit 1963 begleiteten.

Von Rüdiger Abramczik über Marc-André Kruska bis hin zu Michael Zorc. Alle haben für den BVB gespielt, alle hinterließen unterschiedliche Spuren in der Historie des Vereins. Doch sie sind nur drei der 380 Spieler, die für insgesamt 46 unterschiedliche Trainer seit der Gründung der Bundesliga im Jahr 1963 für Schwarzgelb aufliefen.

Kwiatkowsi - trotz „erschwerter Bedingungen“ eine BVB-Legende

Im Mitgliedermagazin werden die Spieler, die maßgeblichen Anteil an der Geschichte des Vereins haben und hatten, in unterschiedlichen Kategorien bewertet.

Begonnen mit den „echten Teufelskerlen“, den Torhütern. Dabei wird an Roman Weidenfeller gedacht, der die glorreichen Jahre unter Jürgen Klopp prägte. An Teddy de Beer, Eike Immel oder Stefan Klos, der mit dem BVB Champions-League-Sieger wurde.

Nicht zu kurz kommen sollte allerdings Heinrich Kwiatkowski. Der in Gelsenkirchen geborene Schlussmann machte das Beste aus „erschwerten Startbedingungen“, wurde mit dem BVB drei Mal Deutscher Meister und absolvierte insgesamt 409 Einsätze in der Oberliga West.

Robert Lewandowski sorgte für eine unvergessliche BVB-Nacht

Bei den „echten Knipsern“, werden die Vollstrecker ins Rampenlicht gestellt. Stürmer, die die Fans massenhaft jubeln ließen.

110 Jahre Borussia Dortmund - echte Rekorde, echte Helden, echte Liebe

Gleich vier Tore schoss Robert Lewandowski für den BVB gegen Real Madrid. © imago sportfotodienst

Einer davon ist Robert Lewandowski. In insgesamt 187 Spielen für Borussia Dortmund erzielt der Pole 103 Tore, darunter ist nicht nur der Dreierpack im DFB-Pokalfinale 2012, in dem die Schwarzgelben das erste und bislang einzige Double in der Vereinsgeschichte perfekt machten.

Auch wird die Glanzleistung des Angreifers im Champions-League-Halbfinale gegen Real Madrid 12/13 hervorgehoben. Mit einem 4:1 schoss der BVB die Madrilenen aus dem Stadion - die Tore? Alle erzielte Lewandowski. Eine unvergessliche Nacht, für Fans und Lewandowski selbst.

Norbert Dickel, ein echter Held bei Borussia Dortmund

Zu kurz kommen ebenfalls nicht die „echten Helden“. Die Spieler, die alles für den BVB geben und gaben, Spiele entschieden. Die maßgeblichen Anteil daran hatten, dass die Borussia sich zu dem entwickelte, was sie heute ist.

Dazu gehört Stadionsprecher Norbert „Nobby“ Dickel, der sich am 24. Juni 1989 in den Geschichtsbüchern verewigte: Im DFB-Pokalfinale geht es für die Schwarzgelben gegen den SV Werder Bremen. Nobby Dickel läuft mit Knorpel- und Meniskusschaden auf. Er erzielt zwei Tore, und avanciert so zum Matchwinner beim 4:1-Sieg.

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Nur ein paar Monate später musste er seine Karriere im zarten Alter von 28 Jahren beenden - auch, weil er unbedingt im Finale auflaufen wollte. „Ich würde es heute wieder so machen!“

Nuri Sahin wird zum jüngsten Bundesliga-Spieler

„Echt filigran“ sind viele Spieler in der Historie gewesen. Da ist zum Beispiel Andreas Möller, dem allerdings nicht nur seine glorreiche Technik nachgesagt wird. Denn „keiner fiel so spektakulär wie er“, so heißt es im Magazin.

Oder Tomas Rosicky, dem der Spitzname „Schnitzel“ zugute kam, weil ihm das ein oder andere Stück Fleisch gegen seinen dürren Körper wohl geholfen hätte.

110 Jahre Borussia Dortmund - echte Rekorde, echte Helden, echte Liebe

Nuri Sahin (l.) dreht nach seinem ersten Bundesliga-Tor ab - Ebi Smolarek kommt zum Jubeln dazu. © imago

Aber unvergessen ist vor allem Nuri Sahin. Aus der BVB-Jugend stammend, wird er 2005 zum jüngsten Bundesliga-Spieler aller Zeiten, und im gleichen Jahr auch zum jüngsten Torschützen der Liga-Geschichte. Beim 2:1-Sieg in Nürnberg stellt er im Sechzehner seine Technik unter Beweis. Eine feine Drehung und ein ebenso guter Abschluss sorgten für den Torerfolg. 2011 verlässt er die Mannschaft, kehrt 2013 zurück und bleibt dem Verein bis 2018 treu.

Spieler, die „echte Liebe“ verkörpern und die „echte Leader“ waren

„Echte Liebe“ ist das Motto, das Fans für den Verein mit Leben füllen. Verkörpert haben dies in der Geschichte auch viele Spieler, unabhängig davon, ob sie lange oder etwas kürzer für den BVB gegen den Ball traten. Sie spielten sich mit ihren Leistungen und ihrer Art in die Herzen der Fans, sorgten für Lächeln und Freude.

Spieler wie Jakub Blaszczykowski, Neven Subotic oder Dede. Letzterer schloss sich 1998 den Borussen an, und blieb bis 2011. 13 Jahre lang verkörperte er wie kaum ein anderer den Verein, wechselte auch in schwierigen Zeiten nicht und durfte seinen Abschied unter gebührendem Applaus mit der Meisterschaft feiern. In seinem letzten Spiel hatte er sogar noch die Chance auf ein Tor, vergab aber einen Strafstoß.

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Neven Subotic (r.) schreit Arjen Robben an - ein unvergesslicher BVB-Moment. © imago

Neben „echter Liebe“ erleben die Dortmunder auch „echte Leader“. Spieler, „die meist eine Ära prägen. Oder zwei. Oder sogar drei oder vier.“ Allen voran bedeutend für die Vereinsgeschichte ist Michael Zorc.

1978 schließt sich Zorc als 15-Jähriger den Schwarzgelben an, bleibt bis 1998 als Spieler im Verein und wechselt im Anschluss ins Management. Bis heute ist er Rekordspieler mit 572 Einsätzen - und gehört zu den allergrößten BVB-Kickern. Wegen seiner Frisur zu seiner aktiven Zeit wird er auch „Susi“ genannt.

Jürgen Kohler, der „Kokser“ und seine unvergessliche Rettungstat

Und unter all diesen Kategorien, da dürfen die „echt harten Jungs“ nicht fehlen. Die Spieler, die vielleicht nicht wie ein Sahin durch eine gute Technik bestechen, oder wie ein Dickel Spiele entscheiden. Sondern dadurch, dass sie 90 Minuten lang, und wenn nötig auch darüber hinaus, voll und ganz ihren Körper in das Spiel reinwerfen, keinem Zweikampf aus dem Weg gehen.

Jeder wusste und weiß bei ihnen stets: Sie würden alles für den Verein geben. In diese Reihe darf sich definitiv Jürgen Kohler einordnen. Von 1995 bis 2002 war der „Kokser“ als Abwehrchef für die Schwarzgelben tätig. Unvergessen bleibt dabei seine Rettungstat gegen Eric Cantona im Rückspiel des Champions-League-Halbfinals im Duell mit Manchester United.

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Die "BVB-Idole" aus 110 Jahren Borussia Dortmund

Die "BVB-Idole" aus 110 Jahren Borussia Dortmund. Der BVB feiert seinen Geburtstag. In der Sonderausgabe des Mitgliedermagazins "Borussia" ehrt der Verein seine Idole - und ordnet sie in verschiedene Kategorien ein.
18.12.2019
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Eike Immel - "Echte Teufelskerle"© picture alliance / dpa
Stefan Klos -"Echte Teufelskerle"© picture-alliance / dpa
Heinrich Kwiatkowski - "Echte Teufelskerle"© picture-alliance / dpa/dpaweb
Hans Tilkowski - "Echte Teufelskerle"© picture alliance / dpa
Roman Weidenfeller - "Echte Teufelskerle"© picture alliance / dpa
Horst Bertram - "Echte Teufelskerle"© imago/WEREK
Wolfgang - Teddy - de Beer - "Echte Teufelskerle"
© imago sportfotodienst
Marcio Amoroso - "Echte Knipser"© picture-alliance / dpa/dpaweb
Manfred Burgsmüller - "Echte Knipser"© picture alliance/dpa
Stephane Chapuisat - "Echte Knipser"© picture-alliance / dpa
Alfred Niepieklo (l) - "Echte Knipser"© picture alliance / dpa
Sigfried "Siggi" Held - "Echte Knipser"© picture alliance/dpa
Alexander Frei - "Echte Knipser"© picture-alliance/ dpa
Frank Mill - "Echte Knipser"© imago images / Rene Traut
Lothar Emmerich - "Echte Knipser"© picture-alliance / dpa/dpaweb
Norbert Dickel - "Echte Helden"© picture alliance / dpa
Reinhard "Stan" Libuda (l) - "Echte Helden"© picture-alliance/ dpa
Lars Ricken - "Echte Helden"© picture-alliance / dpa
Karl-Heinz Riedle - "Echte Helden"© picture-alliance / dpa
Jürgen Wegmann (l) "Echte Helden"© picture alliance/dpa
Andreas Möller - "Echt filigran"© picture-alliance / dpa
Julio Cesar - "Echt filigran"© picture-alliance / dpa
Willi "Ente" Lippens (l) - "Echt filigran"© picture alliance / dpa
Tomas Rosicky - "Echt filigran"© picture-alliance/ dpa/dpaweb
Nuri Sahin - "Echt filigran"© picture alliance / dpa
Lothar Huber - "Echt filigran"© imago sportfotodienst
Marcel Raducanu - "Echt filigran"© imago sportfotodienst
Dede - "Echte Liebe"© picture-alliance/ dpa
Jakub Blaszczykowski - "Echte Liebe"© picture alliance / dpa
Neven Subotic - "Echte Liebe"© picture alliance / dpa
Flemming Povlsen - "Echte Liebe"© imago sportfotodienst
Alfred Schmidt - "Echte Leader"© picture alliance / dpa
Marco Reus - "Echte Leader"© picture alliance / dpa
Sebastian Kehl - "Echte Leader"© picture alliance / dpa
Wolfgang Paul - "Echte Leader"© picture alliance / dpa
Michael Zorc - "Echte Leader"© picture-alliance / dpa
Stefan Reuter - "Echte Leader"© picture-alliance / dpa/dpaweb
Alfred Preißler - "Echte Leader"© imago/Horstmüller
Sven Bender - "Echt harte Jungs"© picture alliance / dpa
Marcel Schmelzer - "Echt harte Jungs"© picture alliance / dpa
Knut Reinhardt - "Echt harte Jungs"© picture-alliance / dpa
Jürgen Kohler - "Echt harte Jungs"© picture-alliance / dpa/dpaweb
Günter Kutowski - "Echt harte Jungs"© picture-alliance / dpa
Paul Lambert - "Echt harte Jungs"© picture-alliance / dpa
Lukasz Piszczek - "Echt harte Jungs"© picture alliance/dpa
Dieter Kurrat - "Echt harte Jungs"© imago/Sven Simon

Auf dem Rücken liegend, „mit den Beinen zappelnd wie ein Käfer“ verhinderte er das Gegentor. Doch dieses Spiel hätte er fast gar nicht bestritten: Am Tag zuvor reiste er wegen angeblicher Magen-Darm-Beschwerden nicht mit, doch der Hintergrund war ein ganz anderer: Seine Frau erlitt eine Fehlgeburt. Kohler wusste dennoch, dass seine Mannschaft ihn braucht, eben ein echter Kämpfer. Er verhalf dem BVB so zum Finaleinzug - und auch zum Titelgewinn in München 1997.

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