Zwölf Bergkamener haben Ausbildung zum freiwilligen Feuerwehrmann gestartet

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Spaß an Gruppenarbeit und Zeit - mehr braucht es nicht, um aktives Mitglied der Freiwilligen Feuerwehr Bergkamen zu werden. Alles Weitere wird dort gelernt, wie zwölf Männer gerade feststellen.

Bergkamen

, 20.09.2020, 12:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Sie sind zwischen 17 und 36 Jahre alt - und wollen ihr Hobby in den Dienst der Bevölkerung stellen. Zwölf Männer aus Bergkamen wollen aktives Mitglied der Freiwilligen Feuerwehr werden und absolvieren daher im Moment den Grundlehrgang. Seit Mitte August springen die zwölf Anwärter an jedem Wochenende in ihre Ausrüstung und lernen von der Pike auf, wie die Feuerwehrarbeit funktioniert.

Alles beginnt mit Theorie

Es begann mit theoretischem Unterricht über rechtliche Grundlagen, Gefahren an der Einsatzstelle und die persönliche Schutzausrüstung - von Hose und Jacke über Helm, Stiefel und Handschuhe bis zu Sonderausrüstung wie Wathose oder Sicherheitsanzug. Dann ging es praktisch weiter mit Erkundung der Fahrzeuge, den unterschiedlichen Leitersystemen und dem Umgang mit diversen Löscharmaturen.

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Einsatz, Einbau, Nutzung aller vorhandenen Geräte - all das müssen die angehenden Feuerwehrleute bald aus dem FF beherrschen, denn im Einsatz kann verlorene Zeit Leben kosten. Auch die eigene Gesundheit und die der Kameraden muss geschützt werden, weshalb auch Tragetechniken zum Unterrichtsstoff gehören. Das Stichwort „Arbeitssicherheit“ fällt oft, wenn die Ausbilder die richtige Vorgehensweise erklären. Ob alles verstanden und verinnerlicht wurde, zeigt in einigen Wochen die Abschlussprüfung.

Wer den gerollten Schlauch richtig trägt - mit den Kupplung genannten Anschlussstücken unten und nach hinten - hat nicht nur Bewegungsfreiheit und beugt Verletzungen vor, er kann den Schlauch auch sofort mit nur einer Armbewegung ausrollen.

Wer den gerollten Schlauch richtig trägt - mit den Kupplung genannten Anschlussstücken unten und nach hinten - hat nicht nur Bewegungsfreiheit und beugt Verletzungen vor, er kann den Schlauch auch sofort mit nur einer Armbewegung ausrollen. © Stephanie Tatenhorst

Aufgaben sind an den Sitzplatz im Fahrzeug gebunden

Zudem muss jedem Feuerwehrmann klar sein, wer welche Aufgaben erfüllt, damit ein Einsatz ohne Reibungsverluste abgearbeitet werden kann. Wer welche Aufgaben übernimmt, hängt ganz gar davon ab, auf welchem Sitz im Fahrzeug er bei der Anfahrt Platz genommen hatte. Auch das lernen die zwölf Männer derzeit. Dazu klettern sie immer wieder in die Fahrzeuge, nehmen immer andere Plätze ein und agieren nach und nach in anderer Funktion, wenn sie einen gespielten Löschangriff nach dem anderen vorbereiten.

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25. Grundlehrgang in der Stadt Bergkamen

Nachwuchssorgen hat die Freiwillige Feuerwehr Bergkamen derzeit nicht. Die Bereitschaft, Mitglied zu werden, ist so groß, dass der Grundlehrgang inzwischen jährlich und nicht mehr im zweijährigen Rhythmus angeboten wird. „Dieses Mal haben wir sogar einen Jubiläumsjahrgang“, freut sich Berthold Boden, der mit Kevin Lowak die Lehrgangsleitung übernommen hat. Es ist das 25. Mal, dass die Stadt Bergkamen ihre eigenen Feuerwehrleute ausbildet.

Der Weg zu den Aktiven ist leicht

Wer aktives Mitglied der Freiwilligen Feuerwehr werden will, kann sich auf der Homepage der Feuerwehr erkundigen, wann sich die Einheit seines Ortsteils alle 14 Tage zum Dienstabend trifft. Dort wird das Feuerwehr-technische Wissen der Mannschaft stets aktuell gehalten, denn wann es welche Art von Einsatz gibt, das weiß die Feuerwehr nie. Planbar sind für die Mitglieder daher nur diese paar Stunden alle zwei Wochen. Der Rest erfolgt spontan, mal mehr, mal weniger zeitaufwändig.

In zwei Gruppen geteilt lernten die angehenden Feuerwehrmänner an diesem Tag der Grundausbildung den Aufbau eines Löschangriffs. Weil das alles trocken von statten geht, nennen die Ausbilder es „Hofballett“.

In zwei Gruppen geteilt lernten die angehenden Feuerwehrmänner an diesem Tag der Grundausbildung den Aufbau eines Löschangriffs. Weil das alles trocken von statten geht, nennen die Ausbilder es „Hofballett“. © Stephanie Tatenhorst

Gesundheitstest und Führungszeugnis

„Spaß an Gruppenarbeit und Zeit, mehr muss man bei uns eigentlich nicht mitbringen“, erklärt Berthold Boden. Natürlich erfolgt vor Aufnahme eine Arbeitsmedizinische Untersuchung nach Vorschrift und ein polizeiliches Führungszeugnis muss ebenfalls vorgelegt werden. „Wir sind aber in sensiblen Bereichen unterwegs, da darf es keine Vorfälle gegeben haben“, sagt Boden. Bevor es zur Grundausbildung geht, muss eine halbjährige Probezeit überstanden werden, in der sich beide Seiten erstmal beschnuppern können. Doch ob Mitglieder der Jugendfeuerwehr oder Quereinsteiger: Die meisten fühlen sich sofort wohl, hat Lowak beobachtet.

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Das notwendige Wissen wird dann nach und nach erworben, über den Grundlehrgang, den die Stadt finanziert, sowie weitere Aufbaulehrgänge. Wie überall im Leben gilt auch bei der Feuerwehr: Je mehr man erreichen will, desto mehr muss man dafür tun.

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