Zweiter Abschnitt der L 821n wird ab Erich-Ollenhauer-Straße gebaut

dzUmstrittener Straßenbau

Wenn Straßen NRW den nächsten Abschnitt für die L 821n rodet, dürften viele Bergkamener überrascht sein. Sie beginnen nicht am ersten Bauabschnitt, sondern am anderen Ende der geplanten Straße.

Bergkamen

, 23.01.2020, 18:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Die Gegner der L 821n sind schon seit Tagen dabei, Vorkehrungen für die geplanten Rodungsarbeiten für den zweiten Bauabschnitt der Straße zu treffen. Sie schauen sich die Bäume an, die der Rodung zum Opfer fallen sollen und kartieren Fledermaushöhlen.

Möglicherweise haben sie damit am falschen Ende der Straße begonnen. Die Landesbehörde plant die Rodung der Trasse zunächst bis zum Pantenweg – aber nicht vom ersten Bauabschnitt gesehen, sondern von der Erich-Ollenhauer-Straße gesehen. Dort soll die Straße im Norden enden.

Zweiter Abschnitt der L 821n wird ab Erich-Ollenhauer-Straße gebaut

Auf diesem Plan ist die geplante L 821n komplett zu sehen. Der Bau hat links an der Lünener Straße begonnen. Der erste Bauabschnitt reicht bis zu dem Weg, der vom Parkfriedhof (unten) am Wald entlang in Richtung Oberaden führt. Die Arbeiten am zweiten Bauabschnitt sollen ganz rechts an der Erich-Ollenhauer-Straße beginnen. © Marcel Drawe

Baustelle soll von zwei Seiten beschickt werden

Die Arbeiten sollen auch dort mit dem Bau eines Verkehrskreisels beginnen, von dem die L 821n abzweigen soll. Von dort soll die Straße dann in Richtung Süden weitergebaut werden, bis sie in Höhe des Parkfriedhofs auf den ersten Bauabschnitt trifft. Die Bauarbeiten sollen im zweiten Quartal beginnen.

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Für Melanie Nölke, die Leiterin der Bauabteilung bei Straßen NRW in Bochum ist das die logische Richtung beim Bau. „Wir müssen die Baustelle von zwei Seiten beschicken und deshalb ist es auch logisch, die Straße von zwei Seiten zu bauen“, sagt sie.

Gutachter untersucht Abschnitt bis Pantenweg

Wann die Rodungsarbeiten beginnen, kann sie noch nicht genau sagen. Zurzeit ist ein Gutachter im Auftrag von Straßen NRW unterwegs, der das gleiche tut wie die Bürgerinitiative: Er kartiert das, was gerodet werden soll, einschließlich der Nisthöhlen für Fledermäuse und andere geschützte Tier- und Pflanzenarten. Erst wenn er diese Arbeiten beendet hat, will die Landesbehörde die Rodungsarbeiten in Auftrag geben.

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Für die Rodungen soll es Ausgleichsflächen geben. Eine Maßnahme habe Straßen NRW schon umgesetzt, sagte Nölke. Die Landesbehörde hat eine Obstwiese östlich der geplanten Straße anlegen lassen.

Zweiter Abschnitt der L 821n wird ab Erich-Ollenhauer-Straße gebaut

Die Trasse für den ersten Bauabschnitt ist schon vorbereitet. Nachdem die Winterpause beendet ist, arbeitet das Tiefbauunternehmen dort auch wieder. © Stefan Milk

Rodung der Rest-Trasse erst im kommenden Herbst

Die Rodung des restlichen zweiten Bauabschnitts ist erst für den kommenden Herbst geplant. Nach dem Bundesnaturschutzgesetz sind Rodungen und Heckenschnitte zwischen dem 1. März und dem 30. September verboten – unter anderem mit Rücksicht auf brütende Vögel. Die Initiative „L 821n – Nein!“ hatte schon geargwöhnt, dass es keinen Gutachter gibt, der im Auftrag von Straßen NRW unterwegs ist, weil sie ihn nie gehen hatte. Das mag daran liegen, dass er an einer völlig anderen Stelle unterwegs ist als vermutet.

Die BI will den Weiterbau der Straße auf keinen Fall widerstandslos hinnehmen, kündigte Lucie Kleinstäuber, eine ihrer Sprecherinnen an. Bei den Rodungsarbeiten für den ersten Bauabschnitt und beim Beginn der eigentlichen Arbeiten an der Lünener Straße hatte es Versuche gegeben, die Arbeiten zu blockieren. Ob es dazu erneut kommt, wollte Kleinstäuber nicht sagen.

Staatsanwaltschaft stellt Ermittlungen wegen Blockade ein

Sie hatte beim Beginn der Bauarbeiten zu den drei Mitgliedern der Initiative gehört, die sich auf die Baustelle gesetzt und die Arbeiten zunächst blockiert hatten. Sie waren schließlich von Polizeibeamten vom Gelände getragen worden.

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Nach Angaben von Kleinstäuber hat sie vor einigen Tagen Post von der Staatsanwaltschaft in Dortmund bekommen. Ihr und den anderen beiden Blockierern war Widerstand gegen Vollstreckungsbeamte, Nötigung und Hausfriedensbruch vorgeworfen worden. Die Staatsanwaltschaft habe mitgeteilt, dass sie das Verfahren eingestellt hat, sagte Kleinstäuber.

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