Zwei Monate Haft für notorischen Schwarzfahrer

dzBekifft und ohne Ticket

Seine Chance hat ein notorischer Schwarzfahrer nicht ergriffen. Er wurde so schnell wieder rückfüllig, das der Richter keinen Anlass zur Gnade sah.

von Sylvia Mönnig

Bergkamen

, 05.12.2018, 04:59 Uhr / Lesedauer: 1 min

Eine allerletzte Chance der Justiz wusste ein Bergkamener nicht zu würdigen. Der mehrfach verurteilte Schwarzfahrer fuhr gleich wieder schwarz mit dem Bus. Die offensichtliche Unbelehrbarkeit soll den 22-Jährigen nun erneut seine Freiheit kosten.

Etliche Voreintragungen im Strafregister, Hafterfahrung und laufende Bewährung – unter diesen Umständen erhielt er noch am 15. Mai vom Amtsgericht Kamen ein echtes Geschenk: Trotz „Bauchschmerzen“ beließ es der Richter damals bei einer Geldstrafe, als es um drei Schwarzfahrten ging. Offenbar Anlass genug für den 22-Jährigen, sein Glück in öffentlichen Verkehrsmitteln am nächsten Tag gleich auf die Probe zu stellen. In einem Linienbus in Bergkamen wurde er ohne Ticket erwischt.

Ein Vorwurf, den er nun über seinen Verteidiger im aktuellen Verfahren vor dem Kamener Amtsgericht sofort einräumte. Der Rechtsanwalt brachte es trocken auf den Punkt: „Schuldig im Sinne der Anklage.“ Sein Mandant habe von dem Tag nur noch Erinnerungsfragmente im Kopf, weil er da „ordentlich zugekifft“ gewesen sei.

Das Geständnis war im Prinzip das einzige, was für den jungen Bergkamener sprach. Nachdem seine Geldstrafe aus dem Mai in Sozialstunden umgewandelt wurde und er die nicht ableistete, drohen ihm nun drei Wochen Arrest. Und die Kontakthaltung mit seiner Bewährungshelferin hätte auch besser laufen können. Von dem Rückfalltempo, dem Drogenkonsum und der laufenden Bewährung ganz zu schweigen. Der einzige Hoffnungsschimmer: Seit einigen Tagen lebt der 22-Jährige in einer Einrichtung, die ihm helfen soll, auf den richtigen Weg zu kommen.

Das Urteil glich letztlich einem Paukenschlag: zwei Monate Haft – diesmal ohne Bewährung. Der 22-Jährige hat nun nur noch die Möglichkeit, Berufung einzulegen und die Zeit bis zur zweitinstanzlichen Verhandlung zu nutzen, um Pluspunkte zu sammeln.

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