Zumindest rund um den Nordberg könnte es weiter Verkaufssonntage geben

dzVerkaufsoffene Sonntage

Die Stadt arbeitet an einer neuen Rechtsgrundlage für verkaufsoffene Sonntage in Bergkamen. Rund um den Nordberg könnte es sie weiter geben. Und vielleicht noch in einem anderen Stadtteil.

Bergkamen

, 23.10.2019, 14:45 Uhr / Lesedauer: 2 min

Glaubt man der Homepage der Stadt Bergkamen, dann gibt es zur Blumenbörse am 3. Mai 2020 wieder einen verkaufsoffenen Sonntag. Bisher allerdings fehlt dafür die Rechtsgrundlage. In seiner nächsten Sitzung am 6. November wird der Stadtrat eine „ordnungsbehördliche Verfügung“ aufheben, die von 2014 stammt und drei Sonntagsverkäufe pro Jahr ermöglicht. Somit wird bereits der eigentlich für den dritten Advent geplante verkaufsoffene Sonntag auf jeden Fall ausfallen. Denn seit 2014 hat sich die Rechtslage geändert. Deshalb reichte die Dienstleistungsgewerkschaft Verdi kurz vor dem jüngsten Verkaufssonntag am 13. Oktober eine Klage mit guter Erfolgsaussicht gegen die Stadt Bergkamen ein. Letztlich führte die zu einem Kompromiss: Am Herbstkirmes-Sonntag durften die Geschäfte noch einmal öffnen, doch das Rathaus sagte zu, seine bisherige Verkaufssonntag-Regelung aufzuheben.

Zumindest rund um den Nordberg könnte es weiter Verkaufssonntage geben

Auch die Läden im Nordbergcenter könnten möglicherweise an den Verkaufssonntagen zur Blumenbörse und zur Herbstkirmes öffnen. © Marcel Drawe


Stadt will Sonntagsverkäufe weiter ermöglichen

Über die verkaufsoffenen Sonntage im nächsten Jahr ist das letzte Wort allerdings noch nicht gesprochen. Bürgermeister Roland Schäfer hält jedenfalls an seinem Ziel fest, auch in Zukunft wieder drei pro Jahr zu ermöglichen. Dafür müsste der Stadtrat aber einen neuen Beschluss fassen, der juristisch wasserdicht ist. Für so etwas brauchen die Juristen ihre Zeit. Und so hält Schäfer es für nahezu ausgeschlossen, dass der entsprechende Beschlussvorschlag schon zur nächsten Ratssitzung fertig ist. Am 12. Dezember kommt das Gremium erneut zusammen, aber dann steht der Doppelhaushalt 2020 und 2021 auf der Tagesordnung. Die Ratsmitglieder werden also wohl kaum Zeit haben, sich mit den verkaufsoffenen Sonntagen zu befassen.


Ratsbeschluss wohl erst im nächsten Jahr

Aber Schäfer sieht auch keinen Zeitdruck: Es reiche, wenn der Rat die neue Rechtsgrundlage im nächsten Jahr beschließe. Das wäre rechtzeitig zur Blumenbörse im Mai. Und die Chancen stehen gar nicht so schlecht, dass die Händler am 3. Mai 2020 ihre Geschäfte öffnen dürfen - zumindest, wenn diese rund um den Nordberg stehen. Denn nach geltendem Recht muss es nicht nur einen Anlass für einen verkaufsoffenen Sonntag geben, sondern auch einen räumlichen Zusammenhang mit der entsprechenden Veranstaltung. Den würde die Blumenbörse zum Beispiel für das Kaufhaus Schnückel und die Filialisten im Nordberg-Center liefern, die sich regelmäßig an den Verkaufssonntagen beteiligen. Gleiches gilt für die Herbstkirmes, deren Karussells sich im Oktober auf dem Stadtmarkt drehen.

Zumindest rund um den Nordberg könnte es weiter Verkaufssonntage geben

Der Möbeldiscounter Poco, dessen Zentrale und dessen Bergkamener Markt an der Industriestraße liegen, profitiert bisher vom Sonntagsverkauf. Für die Zukunft müsste es aber einen Anlass dafür in Rünthe geben. © Marcel Drawe


Ein Verkaufssonntag für Rünthe

Allerdings dürfte zur Blumenbörse- und zur Herbstkirmes ein Profiteur der bisherigen Verkaufssonntage nicht öffnen: Der Poco-Möbelmarkt an der Industriestraße, der eindeutig zu weit entfernt von den Veranstaltungen in Mitte liegt. So ist damit zu rechnen, dass die Stadt Poco entgegenkommt, zumal auch die Firmenzentrale ihren Sitz in Rünthe hat: „Das Interesse an einem verkaufsoffenen Sonntag ist da“, sagt Schäfer. Vermutlich halten die Wirtschaftsförderer im Rathaus schon Ausschau nach einem Termin, der eine Sonntagsöffnung in Rünthe ermöglicht. Da fällt einem natürlich zuerst das Hafenfest am ersten Juni-Wochenende in der Marina ein. Aber es gebe auch durchaus kleinere Aktionen, meint der Bürgermeister Und dass es künftig in Oberaden, Weddinghofen und Overberge keinen verkaufsoffenen Sonntag meht geben wird, ist wohl zu verkraften: In diesen Stadtteilen hat sich in der Vergangenheit so gut wie kein Geschäft beteiligt.

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