Zum Thema PCB schweigt die RAG weiterhin

dzGift im Grubenwasser

Ein erster Bericht der RAG im Umweltausschuss über das Thema PCB im Grubenwasser war ziemlich nichtssagend. Und vorerst wollen die Bergbau-Vertreter auch weiterhin nichts Konkretes sagen.

Bergkamen

, 23.02.2020, 12:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Im vergangenen Oktober berichtete Joachim Löchte von der RAG im Umweltausschuss des Stadtrates über das giftige PCB im Grubenwasser. Allzu viel Konkretes sagte er damals allerdings nicht, versprach aber im darauffolgenden Jahr wiederzukommen. Dann sollten genauere Ergebnisse vorliegen. Doch bis die Ausschuss-Mitglieder und damit die Bergkamener Öffentlichkeit erfahren, ob und wie gefährlich das PCB ist, wird es wohl noch etwas dauern.

Die RAG sagt nichts zun den Ergebnissen der Pilot-Anlage

Dabei hatte das Bergbau-Unternehmen von Oktober 2018 bis März 2019 eine Versuchsanlage auf Haus Aden in Betrieb. Damit wollte es herausfinden, wie sich der Giftstoff aus dem Wasser herausfiltern lässt. Im Anschluss kam die Anlage in Ibbenbüren zum Einsatz, wo das Grubenwasser viel salzhaltiger und damit anders geartet als in Oberaden ist.

Die Pilotanlage, mit der das PCB aus den Grubenwasser gefiltert werden soll, ist längst wieder abgebaut. Zu den Ergebnissen des Versuchs sagt die RAG jedoch nichts.

Die Pilotanlage, mit der das PCB aus den Grubenwasser gefiltert werden soll, ist längst wieder abgebaut. Zu den Ergebnissen des Versuchs sagt die RAG jedoch nichts. © Borys sarad

Als Löchte im Oktober in Bergkamen war, lagen die Ibbenbürener Ergebnisse seinen Angaben zufolge noch nicht vor. Ein Expertengremium aus Ministerien, Vertretern und Hochschulen sollte sie auswerten. Inzwischen haben die Fachleute ihre Arbeit wohl aufgenommen, wie Löchte auf Nachfrage bestätigte. Nichtsdestotrotz konnte oder wollte er nichts zu den Ergebnissen sagen.

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Die müsse die RAG zunächst einmal mit den zuständigen Ministerien abstimmen. Immerhin besteht die Möglichkeit, dass dann auch die Öffentlichkeit Details zum PCB erfährt. Löchte kündigte an, dass die RAG den Landtag beziehungsweise dessen zuständige Gremien informieren werde. Danach, so Löchte, könne er sich auch vorstellen, noch einmal in den Bergkamener Umweltausschuss zu kommen. Wann genau das sein werde, konnte der RAG-Mann allerdings nicht sagen.

Kritiker sehen Gefahr für Umwelt und Menschen

Kritiker der RAG befürchten, dass das Gift im Grubenwasser eine Gefahr für Mensch und Umwelt darstellen könnte. Es wurden sogar Strafanzeigen gegen die RAG erstattet, die Staatsanwaltschaft stellte die Ermittlungen aber ein. Die RAG argumentiert, dass das PCB nur in sehr geringen Mengen im Grubenwasser nachzuweisen sei. Bei der Einleitung in die Lippe seien die zulässigen Grenzwerte nie überschritten worden.

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Aktuell fließt kein Grubenwasser aus Haus Aden. Die RAG lässt den Schacht derzeit verfüllen und will dann die Grubenwasserhaltung umbauen und dafür ein neues Pumpwerk in Betrieb nehmen. Der Abriss des Förderturms ist für Anfang 2021 geplant. Für die neue Anlage benötigt die RAG die Genehmigung der Bezirksregierung Arnsberg.

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