Zirkus in der Gerhart-Hauptmann-Schule: Schüler, Tauben, Pädagogik

dzProjekt in der Grundschule

Die Kinder aus der Gerhart-Hauptmannschule gehen im Moment besonders gern zur Schule. Denn neben dem Unterricht machen sie Zirkus. Das macht Spaß. Und es hat einen pädagogischen Nutzen.

Bergkamen

, 12.02.2020, 15:21 Uhr / Lesedauer: 2 min

Für ein richtiges Zirkuszelt reicht der Platz an der Gerhart-Hauptmann-Schule nicht aus. Aber dank des „Circus Paletti“ herrscht in der Sporthalle bereits Manegen-Atmosphäre. Die wird sich am Freitag und Samstag noch steigern, wenn die 285 Grundschüler zeigen, was sie im Lauf ihres Zirkusprojektes gelernt haben.

Viel Zeit, das Programm einzustudieren bleibt ihnen nicht.

Zirkus in der Gerhart-Hauptmann-Schule: Schüler, Tauben, Pädagogik

Jeder Schüler hat eine Zeitstunde pro Schultag zur Verfügung, um das Programm für die Vorstellungen einzustudieren. © Stefan Milk

Eine Stunde pro Schultag dürfen sie an den Zirkus-Trainingsgruppen teilnehmen. „Das reicht aus“, sagt Gabriele Köllner. Und sie muss es wissen.

Die Circus-Chefin ist in der Manege groß geworden

Köllner ist nicht nur die Chefin des „Circus Paletti“, sondern in der Manege groß geworden. „Ich bin die sechste Generation einer Zirkus-Familie“, sagt sie. Ihre Mutter und auch ihr Schwiegervater waren noch mit einem Reisezirkus auf Tournee. Irgendwann haben Gabriele Köllner und ihr Mann beschlossen, sich selbstständig zu machen – und sich ganz auf Zirkusprojekte mit Schulen, Jugendämtern und Vereinen spezialisiert.

Zirkus in der Gerhart-Hauptmann-Schule: Schüler, Tauben, Pädagogik

Die Sporthalle der Schule verwandelt sich in eine Zirkusmanege. © Stefan Milk

Auch der „Circus Paletti“ ist ein Familienbetrieb. Zu den Trainern zählt zum Beispiel Köllners Sohn Alex. Und der hat ein Auge dafür, welches Kind für welche Zirkus-Disziplin geeignet ist. Zur Auswahl stehen an der Hauptmann-Schule Trapez, Drahtseil, Jonglage, Akrobatik, Clownerie und eine Tiernummer mit Tauben.

Grundsätzlich dürfen die Kinder sich frei entscheiden, welche Nummer sie einüben wollen.

ZIRKUS-PROJEKT

VIER VORSTELLUNGEN

  • Zum Abschluss des Zirkus-Projektes an der Gerhart-Hauptmann-Schule gibt es vier Zirkusvorstellungen in der Sporthalle Am Friedrichsberg.
  • Die Vorstellungen am Freitag, 14. Februar, beginnen um 14 und um 17.30 Uhr. Am Samstag, 15. Februar, gibt es Vorstellungen um 11 und um 14.30 Uhr.
  • Der Eintritt für Kinder kostet 4 Euro, für Erwachsene 6 Euro.

„Aber bei Bedarf steuern wir das ein wenig“, sagt Schulleiterin Martina Hoppe. Wenn ein Kind unbedingt eine zirzensische Kunst ausüben will, für das es nun überhaupt nicht talentiert ist, würde das nur zu Frustrationen führen. Aber die Gefahr hält Hoppe für überschaubar. Sie verlässt sich zudem auf das pädagogische Fingerspitzengefühl von Alex Köllner und den anderen Zirkustrainern.

Die Kinder lernen ihre Grenzen kennen

Die sind den Umgang mit den Grundschülern gewöhnt. Und sie wissen auch, wie man die richtige Balance hält. Denn dass die Kinder auch ihre Grenzen kennenlernen, ist eines der Ziele des Zirkusprojektes. Aber Misserfolgserlebnisse sollen die Mädchen und Jungen natürlich nicht haben.

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Werden sie auch nicht. Im Gegenteil: „Jeder Schüler steht im Mittelpunkt“, sagt Zirkus-Direktorin Köllner. Denn es gibt eigens vier Vorstellungen, damit auch wirklich jedes Kind einmal in der Manege in der Sporthalle steht. Und dann werden die Hauptmann-Schüler und ihre Zuschauer ganz sicher richtige Zirkusluft schnuppern – auch ohne Zelt.

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