Wohnen an der Marina Rünthe: „Jeder Mensch fühlt sich zum Wasser hingezogen“

dzGästeführer Detlef Göke

An der Marina arbeiten und leben: Für Detlef Göke wurde dieser Traum Wirklichkeit. Gemeinsam mit seiner Frau kann er jeden Morgen vom Balkon aus auf Boote und Wasser hinunter blicken.

von Katja Wiemers

Rünthe

, 09.09.2019, 12:15 Uhr / Lesedauer: 2 min

Vor dem Restaurant „California“ am Hafen in Rünthe wartet Detlef Göke, ehrenamtlicher Gästeführer, auf seine Besucher, um ihnen den Hafen und das Gewerbegebiet durch spannende Anekdoten näher zu bringen. „Es ist nicht meine Art, trockene Fakten herunterzureden“, betont er. In der Regel erwartet Göke bei seinen öffentlichen Führungen fünf bis zehn Leute. Doch diesmal kommt niemand zur Führung. „Das ist schade, aber da kann man nichts machen. Die Besucherzahlen werden mit der Zeit rückläufiger“, bedauert er.

Wohnen an der Marina Rünthe: „Jeder Mensch fühlt sich zum Wasser hingezogen“

Detlev Göke fungiert auch als Hausmeister für das Trauzimmer in der Marina © Katja Wiemers


Der Gästeführer wohnt im Hafen

Einen weiten Weg zurück nach Hause hat Göke glücklicherweise nicht, denn er wohnt in unmittelbarer Nähe zum Hafen. Er genießt die tägliche Aussicht von seinem Balkon auf einen der größten Sportboothäfen in NRW: „Jeder Mensch fühlt sich zum Wasser hingezogen“, sagt er schwärmend. Der Gästeführer wohnt nicht nur am Hafen und bietet Führungen an, er arbeitet auch im Trauzimmer am Hafen als Hausmeister. Jedoch ist auch dies nicht sein Hauptberuf. „Ich arbeite für Bethel.regional in einem Lüner Wohnheim als Hausmeister mit ergotherapeutischen Aufgaben.“ Auf die Frage, ob ihm die drei Jobs nicht zu viel seien, antwortet er: „Ich mache es ja freiwillig, niemand zwingt mich dazu. Es fühlt sich wie Freizeit an, weil ich es gerne mache.“

Das Gästehaus führt die Tochter

Auch seine Tochter fühlt sich mit der Marina verbunden. Sie übernahm das Gästehaus und den Zeltplatz Marina-Nord von ihren Eltern, welche es im Jahr 2010 erwarben. Der Hafen ging im Jahr 1995 mit 85 Liegeplätzen in Betrieb. Die reichten aber nicht aus, weshalb im Jahre 2006 235 weitere Anlegestellen geschaffen wurden. Insgesamt zehn Millionen Euro wurden für die Infrastruktur rund um den Hafen investiert, beispielsweise ging ein Teil das Lichtkunstwerk „Pulslicht“ von Mischa Kuball. „Wir haben hier 320 Lichter auf dem ganzen Hafengelände verteilt. Sie sollen laut dem Künstler ein Gesamtkunstwerk darstellen. Nur leider kann es keiner erkennen, denn wer hat schon so viele Lichter auf einmal im Blick? Wir nennen seine Kunst immer ,Wackelkontakt‘, meint Göke lächelnd.

Leerstand in der ehemaligen Gastronomie

Ein weiterer Teil des Geldes ging in die Bau der Häuser rund um den Hafen. In einem der Gebäude war früher das Restaurant „Gate to Asia“ untergebracht, das die Marina schon vor einigen Jahren verlassen hat. Seitdem herrscht dort Leerstand, der Eigentümer, die ebenfalls im Hafen ansässige Beta Eigenheim, hat keinen Pächter gefunden. Gleiches gilt für das Gebäude des ehemaligen Hotels „Nauticus“. Göke macht sich durchaus Gedanken darüber, wie der Hafen für Besucher noch attraktiver gemacht werden könnte. Sein Wunsch wäre es, das ehemalige China-Restaurant dreizuteilen. „Das Gebäude ist so groß, da passen bestimmt drei kleine Gastronomien rein. Eine Eisdiele wäre schön, denn hier laufen so viele Kinder am Hafen rum, die brauchen Eis! Eine deutsche Küche könnte ich mir auch vorstellen oder einen Spanier“, überlegt er.

Wohnen an der Marina Rünthe: „Jeder Mensch fühlt sich zum Wasser hingezogen“

Kardjan und Elfi Stäbler aus Brandenburg fühlen sich im Wohnmobilhafen wohl. © Katja Wiemers


Besucher aus Brandenburg im Wohmobil-Hafen

Göke zeigt seinen Besuchern auch den Wohnmobilstellplatz vor dem Hafen. „Menschen aus der ganzen Welt besuchen unsere Marina“, sagt der Hafenführer. Die Eheleute Kardjan und Elfi Stäbler sind mit ihrem Wohnmobil für vier Tage zu Gast in Rünthe. „Wir kommen gerade aus dem Urlaub und am Mittwoch geht es wieder zurück nach Hause, nach Brandenburg“, sagt Elfi Stäbler. „Wir genießen die Ruhe hier und können uns gut entspannen.“

Lesen Sie jetzt
Hellweger Anzeiger Das hat Folgen

Abkürzung Baustelle: Autofahrer ignorieren die Sperrung der Bergkamener Straße

Hellweger Anzeiger Feuerwehreinsatz

Fehlalarm durch Rauchmelder: So vermeidet man, dass die Feuerwehr die Tür eintritt

Hellweger Anzeiger Heiraten in Bergkamen

Neue Homepage: Mit diesem Angebot macht ein Hof dem Rathaus und der Marina Konkurrenz

Hellweger Anzeiger Hochstraße

Ehemaliges Wichernhaus: In die „Wichernhöfe“ sollen 2020 die ersten Bewohner ziehen

Meistgelesen