Meistens gilt im „Thorheim“ 3G, Gäste müssen geimpft oder genesen sein oder mindestens einen negativen Test haben. Nur wenn sie in Innenräumen keinen großen Abstand halten können gilt 2G. © Marcel Drawe
Corona-Pandemie

Wirte setzen auf 3G – nur in einem Restaurant gilt „2G light“

Bisher gibt es offenbar keinen Bergkamener Gastwirt, der nur noch Geimpfte und Genesene in Innenräume lassen will – mit einer Ausnahme. Dabei kommt es auf die Größe des Raums und die Zahl der Gäste an.

Nikolaidis Theodoris, der Inhaber des griechischen Restaurants „Olympia“ in Weddinghofen, hat auf die Frage, ob er von sich aus die 2G-Regelung einführen möchte, eine klare Antwort: Es bleibt in seinem Restaurant bei 3G, solange die Landesregierung nicht etwas anderes beschließt. Einige Gastronomen, auch im Ruhrgebiet, haben inzwischen von ihren Hausrecht Gebrauch gemacht und 2G eingeführt. In die Innenräume dürfen nur Geimpfte und Genesene, ein negativer Corona-Test wie bei 3G reicht bei ihnen nicht mehr aus.

Theodoris jedoch will keinen möglichen Gast abweisen – nachdem er sein Restaurant während des Lockdowns monatelang schließen musste und kaum Einnahmen hatte. „Wir wollen etwas verdienen“, sagt er.

Im Thorheim hängt die Regelung von der Raumgröße ab

So wie der Inhaber des Olympia halten es die meisten Bergkamener Gaststätten – aber nicht alle. In einer, im „Thorheim“ an der Landwehrstraße, gibt es eine Art „2G light“. Bei guten Wetter draußen im Biergarten gilt bei Inhaber Sascha Masurkewitsch die gleiche Regelung wie bei fast allen anderen Bergkamener Gastronomen: Dort ist noch nicht einmal ein negativer Corona-Test notwendig, um Gast im „Thorheim“ zu sein.

In Hamburg gilt die 2G-Regel bereits. In NRW, das bisher an 3G festhält, gibt es Wirte, die vom Hausrecht Gebrauch machen und ebenfalls auf 2G in Innenräumen bestehen. © dpa © dpa

Anders sieht es bei Veranstaltungen in den Innenräumen aus. Bei Tanzveranstaltungen, die es in der Gaststätte ebenfalls gibt, gilt ohnehin die Regel, dass nur Geimpfte, Getestete und Menschen mit einem aktuellen, negativen PCR-Test eingelassen werden dürfen. „Bei allen anderen Veranstaltungen in den Innenräumen kommt es darauf an, wie viel Abstand gewahrt werden kann“, erklärt Masurkewitsch. Im großen Saal sei es beispielweise möglich, die Personenzahl so zu beschränken, dass viel Platz zwischen den Gästen bleibt. Dann gilt auch im Thorheim 3G.

Es gibt aber auch Fälle, in denen im Thorheim 2G gilt – immer dann wenn in einem kleineren Raum Menschen aus unterschiedlichen Haushalten zusammenkommen, die keinen großen Abstand halten können. Das ist zum Beispiel in der eigentlichen Gaststätte so. In diesen Fällen besteht Masurkewitsch darauf, dass alle Teilnehmer geimpft oder von einer Corona-Infektion genesen sind. Eine Ausnahme gibt es, wenn es sich bei den Gästen ausschließlich um eine Familie handelt, die ohnehin zusammenlebt oder täglich Kontakt hat – dann gilt auch für sie 3G.

Die Kronenkurve akzeptiert in Innenräumen neben Impfausweis und Genesenennachweis auch einen negativen Test. Nach Angaben von Geschäftsführer Hüseyin Yasar fast alle Gäste ohnehin lieber im Biergarten sitzen. © Stefan Milk © Stefan Milk

Für die meisten Bergkamener Gastromomen ist die Frage, ob sie 3G in Innenräumen beibehalten oder 2G einführen aber ohnehin keine sehr drängende – zumindest wenn sie auch Außergastronomie betreiben. Solange das Wetter noch einigermaßen warm und trocken sei, wolle ohnehin fast niemand im Innenraum sitzen, hat beispielsweise Hüseyin Yasar festgestellt, der Geschäftsführer der „Kronenkurve“. „Zurzeit sitzen 90 Prozent der Gäste draußen“, sagt Yasar.

Die meisten Gäste sind schon längst geimpft

Er geht davon aus, dass dabei auch die Vorsicht eine Rolle spielt, denn noch immer kommen viele gar nicht in die Gaststätte, sondern bestellen lieber ihr Essen. Essen bestellen, abholen oder sich nach Hause liefern lassen – das mache immer noch etwa 40 Prozent aller Bestellungen aus, schätzt Yasar.

Für Nikolaidis Theodoris stellt sich übrigens die Frage, ob er 2G oder 3G bei seinen Gästen anwenden soll, nur selten. In der Realität komme kaum jemand, der das negative Ergebnis eines Schnelltests vorzeige, wenn er ins „Olympia“ kommt, sagt der Wirt. „Fast alle unsere Gäste sind längst geimpft.“

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Redaktion Bergkamen
Geboren 1960 im Münsterland. Nach dem Raumplanungsstudium gleich in den Journalismus. Mag Laufen, Lesen, Fußball und den BVB ganz besonders. An den Bergkamenern liebt er ihre Offenheit. Die Stadt ist spannend, weil sie sich im Strukturwandel ganz neu erfinden muss und sich viel mehr ändert als in anderen Städten.
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Michael Dörlemann

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