Wird die Jahnstraße zur Flaniermeile? Das wünschen sich die Bergkamener Fußgänger

dzFußverkehrs-Check

10.000 Schritte soll man am Tag gehen. Doch Gehen ist nicht nur gesund für den Körper, sondern auch für die Umwelt. Bergkamen will fußgängerfreundlicher werden. Und die Bürger dürfen mitentscheiden.

Bergkamen

, 18.09.2019, 20:27 Uhr / Lesedauer: 2 min

Am Sportplatz in Rünthe gibt es einen Fußgängerweg, der nachts nicht vollständig beleuchtet wird. „Man fühlt sich dort so, als ginge man in ein schwarzes Loch“, sagen Anwohner. Auch über die Elterntaxis an der Grundschule an der Rünther Straße beschwerten sich Bergkamener am Mittwochabend im Ratstrakt und über die Autos, die an Post und Kiosk hielten und so die Gehwege blockierten.

Doch Rünthe kam bei dem Auftaktworkshop des Fußgänger-Checks im Gegensatz zu Oberaden noch ziemlich gut weg. Besonders die Jahnstraße, die den Ortsteil schneidet, ist nicht gerade fußgängerfreundlich.

Das könnte sich mit dem Bau der Umgehungsstraße L 821 n, die dazu führt, dass die Noch-Landesstraße in die Zuständigkeit der Stadt fällt, jedoch eines Tages ändern. „Vielleicht wird es ja mal ein Jahn-Boulevard oder eine Jahn-Chaussee“, sagt Inga Wolf von der Planersocietät.

Wird die Jahnstraße zur Flaniermeile? Das wünschen sich die Bergkamener Fußgänger

Wiebke Weltring vom Zukunftsnetzwerk Mobilität NRW führte in das Thema Fußverkehrs-Check ein. © Stefan Milk

Jetzt lesen

Nach erster Diskussionsrunde gibt es zwei Begehungen

Sie und ihre Kolleginnen begleiten den Fußverkehrs-Check, den die Stadt Bergkamen durchführt. Die Stadtplaner begleiten das vom Land geförderte Projekt und werden abschließend konkrete Lösungsvorschläge ausarbeiten. „Einige Vorschläge können kurzfristig umgesetzt werden, andere werden größere Baustellen sein“, sagt Thomas Reichling, Leiter des Amtes für Planung, Tiefbau und Umwelt.

Reichling hofft, dass die gefundenen Lösungen auch auf andere Stadtteile übertragen werden können. Das gesamte Stadtgebiet soll so von der Aktion profitieren. Doch bevor es konkrete Lösungen gibt, müssen erst einmal Problemstellen festgelegt werden. Und davon gibt es in Rünthe und Oberaden einige, wie die Auftaktveranstaltung offenbart.

Fußverkehrs-Check

Begehungen in Rünthe und Oberaden

  • Im Rahmen des Fußverkehrs-Checks bietet die Stadt Bergkamen zwei Begehungen an. Alle Bürger sind eingeladen, daran teilzunehmen.
  • Die erste Begehung durch Rünthe startet am Dienstag, 1. Oktober, um 17 Uhr an der Herz Jesu Kirche.
  • Die zweite Begehung durch Oberaden beginnt am Dienstag, 8. Oktober, um 17 Uhr am Lidl.
  • Am Donnerstag, 14. November, findet ein Abschlussworkshop im Treffpunkt an der Lessingstraße statt. Er beginnt um 17 Uhr.

An zwei Stellwänden mit Plänen der Ortsteile hängen am Ende des Workshops Zettel und rote Punkte. Bürger haben über konkrete Stellen diskutiert, die für Fußgänger zu unsicher sind. Im nächsten Schritt werden die beiden Ortsteile bei öffentlichen Begehungen genauer unter die Lupe genommen.

Eine bestimmte Zielgruppe gibt es für den Fußgänger-Check nicht. Alle Bergkamener sollen sich zu Fuß sicher und wohl fühlen. Fußgängerfreundlich ist es laut den Stadtplanern zum Beispiel, wenn es unterwegs Sitzmöglichkeiten oder Spielmöglichkeiten gibt. Wege sollen zudem nicht nur getrennt von der Straße, barrierefrei und sicher sein, sondern auch gut ausgeschildert. Auch Mängelmelder oder Routenplaner, wie es sie schon für Radfahrer gibt, seien möglich. „Wir wollen Gehen wieder en vogue machen“, sagt Wolf.

Lesen Sie jetzt
Hellweger Anzeiger Bergkamener Straße/Nordring

Anwohner verärgert: Gelbe Mülltonnen bleiben wegen Straßen-Großbaustelle ungeleert

Meistgelesen