„Wir bauen uns eine gute Zukunft“

dzAwo-Workshop

Ein positives Zukunftsbild möchte Coach Ulf Hecht jungen Geflüchteten im Rahmen des Awo-Projekts „Werte lernen und leben“ vermitteln. Und neugierig auf eine „offene Gesellschaft“ machen.

Bergkamen

, 06.11.2018, 11:50 Uhr / Lesedauer: 2 min

Zehn junge Männer aus Syrien, Eritrea, Iran, Irak und Afghanistan setzen sich dazu im Rahmen des Projekts „SAPA“ im Rahmen eines mehrtägigen Workshops mit ihrer Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft auseinander. Sensibilisierung, Aufklärung, Prävention und Austausch verbergen sich hinter den vier Buchstaben „SAPA“. Federführend sind die Migrationsdienste der Arbeiterwohlfahrt in Kooperation mit der Bildung und Lernen GmbH. Die Prävention sexualisierter Gewalt, Werte- und Normenvermittlung sind Themen des Projekts. Ein Workshop, fünf Werktage, ein Coach, der nicht so gern am Tisch arbeitet, sondern am liebsten den Raum nutzt, um mit den Teilnehmern seines Workshops möglichst frei arbeiten zu können. „Tisch und Stuhl zwängen dabei ein“, sagt Hecht, er arbeitet mit Seilen, die er auf dem Boden ausgebreitet hat und die Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft der jungen Männer symbolisieren sollen. Davor ein roter Teppich - auf dem sich Konflikte relativ problemlos austragen lassen. Eigentlich habe er ihn bislang so gut wie nie benötigt, sagt Hecht, aber im Zweifelsfall sei es besser, als sich am Tisch mit dem Gegenüber auseinanderzusetzen. Ein großes Problem der jungen Männer: Sie alle kommen aus Ländern, deren Grenzen und Bedürfnisse einzelner Menschen sich oft sehr unterscheiden von dem, was sie in Deutschland erwartet. Oder andere von ihnen. Das Ziel des Workshops: Die jungen Menschen sollen lernen, eigene Grenzen und Bedürfnisse eindeutig und konstruktiv zum Ausdruck zu bringen, ohne dabei fremde Grenzen und Bedürfnisse zu verletzen. „Die meisten von ihnen sind vor rund drei Jahren aus ihrer Heimat geflüchtet, mittlerweile haben sie erkannt, dass es nicht ausreicht, allein die deutsche Sprache zu sprechen, um weiterzukommen“, sagt Hecht. Immer wieder gäbe es darüber hinaus Stolpersteine, die die jungen Männer überwinden müssten. Der Coach möchte im Rahmen seines Workshops möglichen Konflikten vorbeugen. Weil es einfach so oft Unwissenheit sei, die die jungen Männer in unbeabsichtigte Fettnäpfchen treten lasse, weil sie es einfach nicht anders kennen würden, mit anderen Werten und Gesetzen groß geworden seien.

„Ein großer Teil von ihnen hat schon im Alter von 13 oder 14 Jahren die Familie und Heimat verlassen, ein Alter, wo Familie eigentlich dringend benötigt wird“, sagt Ulf Hecht. Stattdessen lebten die jungen Männer mit dem Druck, es alles gut zu machen, erfolgreich zu sein und möglicherweise auch noch die eigene Familie irgendwann zu unterstützen. Ein immenser Auftrag. Der Workshop soll helfen, Schritt für Schritt in die jeweils gewünschte persönliche Richtung zu gehen. Indem jeder sich selbst ein wenig besser kennenlernt, sich mit bestehenden Normen auseinandersetzen kann und konfliktfrei seine Meinung sagen kann.

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