Windkraft oder Erholung auf der Halde Großes Holz

dzNeuer Regionalplan

Der Entwurf des neuen Regionalplans für Bergkamen liegt vor. Im Bezug auf die Halde birgt er eine Überraschung und weckt bei einer Bürgerinitiative Begehrlichkeiten.

Bergkamen

, 11.10.2018, 12:28 Uhr / Lesedauer: 2 min

Der Entwurf des neuen Regionalplans, den der Regionalverband Ruhr (RVR) jetzt vorgelegt hat birgt eine große Überraschung für die Stadt Bergkamen: Die Zweckbindung „Freizeiteinrichtungen und Freizeitanlagen“ für die Halde entfällt darin. Das weckt schon Begehrlichkeiten bei der Bürgerinitiative „Aktionskreis Wohnen und Leben“, die schon seit Jahren von Windkraftanlagen auf der Halde träumt. Ihr Sprecher Karlheinz Röcher zitiert einen Passus, in dem es heißt, dass bei Halden, die für Erholungszwecke geeignet sind, die Erholungsnutzung erhalten und entwickelt werden, „sofern die Erholungsnutzung mit den Belangen der erneuerbaren Energieerzeugung vereinbar ist. „Wenn ich das richtig verstehe, würde diese Formulierung die Tür ganz weit dafür aufmachen, endlich die Halde Großes Holz für die Nutzung erneuerbarer Energien zu erschließen“, teilt Röcher mit.

Das allerdings sieht das Bergkamener Baudezernat allerdings immer noch ganz anders. Er sei auch vom Wegfall der Festlegung auf Freizeit und Erholung überrascht gewesen, teilt Planungsamtsleiter Thomas Reichling mit. „Der Hintergrund dieser Neuausweisung ist uns nicht bekannt“, sagt er. Aber auch ohne die ausdrückliche Ausweisung als Bereich für Freizeit und Erholung komme die Halde für den Bau von Windkraftanlagen oder sogar für ein Windvorranggebiet nicht in Frage. Der Planungsamtsleiter weist auf eine Untersuchung hin, dass wegen der Bergkamener Siedlungsstruktur an keiner Stelle ein sogenanntes Windvorranggebiet mit mehr als einer Windkraftanlage möglich sei. „Es gibt nur Flächen für Einzelanlagen und dafür kann auch ein Bauantrag gestellt werden“, sagte er. Im ersten Entwurf für das Klimaschutzkonzept setzt die Stadt deshalb auch eher auf Fotovaltaikanlagen und kleine Windkraftanlagen statt auf große Windräder.

Aus Reichlings Sicht hat die Bergkamener Halde – als zweitgrößte Haldenfläche überhaupt im Ruhrgebiet – eine „überragende Bedeutung“ für Freizeit und Erholung. Er wies darauf hin, dass die Freizeitnutzung im Rahmen der Internationalen Gartenausstellung (IGA) 2027 noch weiter ausgebaut werden soll. Ein Projekt, das übrigens auch der RVR betreut.

Beim Regionalplan stehen ohnehin noch Änderungen an – auch in Bergkamen. Die Stadt Bergkamen will, dass auch das neue Gewerbegebiet, das ihr der RVR zugestanden hat, noch in den Plan aufgenommen wird, bevor er endgültig in Kraft tritt. Der Verband als Aufsichtsbehörde hat Bergkamen weitere 11,4 Hektar Gewerbeflächen zugestanden. Wo dieses Gebiet liegen soll, steht noch nicht endgültig fest. „Das muss noch politisch entschieden werden“, sagt Reichling. Das Baudezernat hat dafür eine Fläche südöstlich von Rünthe an der Industriestraße ins Auge gefasst. Gegen diese Pläne hat der Aktionskreis allerdings schon seinen Protest angekündigt.

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