Privatdetektiv Georg Wilsberg ermittelt wohl bald in Bergkamen

dzMord am Hellweg

Eins ist klar: In Bergkamen gibt es bald einen Mord. Einen literarischen Mord. Aufdecken wird ihn womöglich der bekannte Privatdetektiv Georg Wilsberg. Sein Macher ist derzeit in Bergkamen unterwegs.

Bergkamen

, 06.11.2019, 18:16 Uhr / Lesedauer: 2 min

„Ich kann mir vorstellen, dass es eine Wilsberg-Geschichte wird“, verrät Auto Jürgen Kehrer. Der Autor ist bekannt für seine Kriminalromane, in denen Privatdetektiv Georg Wilsberg ermittelt. Demnächst könnte der Münsteraner Detektiv, der auch regelmäßig im Fernsehen zu sehen ist, auch in Bergkamen einen Mord aufklären – einen literarischen Mord.

Der Schöpfer von Wilsberg hat die Stadt seit Montag genau unter die Lupe genommen. Er hat sich von Stadtarchivar Martin Litzinger herumführen lassen und touristische Klassiker wie die Marina, den Römerpark und die Ökostation besucht. Doch auch etwas düstere Orte, die für eine Kriminalgeschichte bestens geeignet wären, hat Jürgen Kehrer sich angesehen: Etwa eine Trauerhalle, den Zerlegebetrieb neben der Ökostation und das neue Schießsportzentrum, in dem es an möglichen Tatwaffen freilich nicht mangelt. Vielleicht wird der Mord aber auch mitten in der Innenstadt passieren: „Bergkamen hat eine eindrückliche Innenstadt. Es sieht aus wie in einem Kriegsgebiet.“

Privatdetektiv Georg Wilsberg ermittelt wohl bald in Bergkamen

Krimiautor Jürgen Kehrer (l.) ist seit Montag in Bergkamen unterwegs, um für seine Krimigeschichte zu recherchieren. Sina Ziegler vom Kulturbereich des Kreises Unna, Kulturreferentin Simone Schmidt-Apel und Kulturdezernent Marc-Alexander Ulrich (v.r.) sind schon gespannt, wo der Mord passieren wird. © Marcel Drawe

Jürgen Kehrer schreibt Geschichte für „Mord am Hellweg“

Doch Jürgen Kehrer hat nicht vor, einen ganzen Roman in Bergkamen spielen zu lassen. Tatsächlich handelt es sich um eine Krimigeschichte für die Anthologie, die im Rahmen des Krimifestivals Mord am Hellweg veröffentlicht wird.

„Es werden keine Gehirne an die Wand klatschen. Das kann ich versprechen.“
Jürgen Kehrer, Autor

Derzeit sind verschiedene Autoren im Hellweg-Gebiet unterwegs, um zu recherchieren.

Wenn das Festival im September 2020 startet, wird der Band mit den einzelnen Geschichten dann präsentiert. Die Autoren lesen ihre Geschichte jeweils in dem Ort vor, in dem sie spielt. Das heißt Jürgen Kehrer wird spätestens im nächsten Jahr noch einmal nach Bergkamen kommen.

Doch bevor er liest, recherchiert er. Kehrer ist seit Montag in der Stadt unterwegs. „Ich weiß jetzt alles über Bergkamen“, sagt er. Es sei aber schwer, einen passenden Ort für seine Geschichte zu finden, der bisher noch nicht als Krimischauplatz gedient hat. In den vergangenen Jahren haben Autoren schon Morde im Römerlager und an der Marina literarisch inszeniert.

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Wo seine Geschichte spielt, weiß Kehrer noch nicht. „Ich lasse mich erst inspirieren, dann schreibe ich die Geschichte.“ Fest steht indes schon, dass es mindestens einen Mord geben wird. Das gehört zu den Rahmenbedingungen, die der Kulturbereich der Kreisstadt Unna stellt. Die andere Bedingung ist ein Umfang von etwa zwölf Seiten – der Rest ist den Autoren überlassen.

Und noch etwas weiß Kehrer schon jetzt: „Es werden keine Gehirne an die Wand klatschen. Das kann ich versprechen.“ Wird tatsächlich Wilsberg ermitteln, steht schon jetzt fest, dass die Geschichte aus der Ich-Perspektive und eher ironisch und mit etwas Humor erzählt wird.

Vorleseort wird außergewöhnlich sein

Die Kulturreferentin Simone Schmidt-Apel dürfte das freuen. „Ich mag Wilsberg. Er ist sympathisch unter den Krimis.“

Mord am Hellweg


10. Jubiläum des Krimifestivals

  • „Mord am Hellweg“ ist Europas größtes internationales Krimifestival. Es findet im Jahr 2020 zum zehnten Mal in der Hellweg-Region statt.
  • Neben „kriminellen“ Veranstaltungen gibt es alle zwei Jahr auch einen „Mord am Hellweg“-Krimiband. Autoren recherchieren in den Städten am Hellweg und schreiben eine Krimigeschichte, die in dem Ort spielt.
  • Das Krimifestival findet im kommenden Jahr vom 19. September bis zum 14. November statt. Vorlesen wird Jürgen Kehrer sein Stück am 21. November. Wo steht noch nicht fest.
  • Mehr Informationen zu dem Festival gibt es unter www.mordamhellweg.de

In der Vergangenheit seien schon einige Autoren in Bergkamen gewesen, die sehr gruselige Geschichten geschrieben haben, die unter die Haut gehen – zum Beispiel Sebastian Fitzek.

Nach Bergkamen kommen schon seit 2002 – als das Krimifestival an den Start ging – Krimiautoren. Sie lassen ihre Geschichten nicht nur dort spielen, sondern lesen sie auch dort vor. „Auch das können ungewöhnliche Orte sein“, sagt Schmidt-Apel. So habe etwa der Autor Peter Godazgar mitten in einer Möbelausstellung bei „Poco“ gelesen. Für Kehrers Geschichte müsse noch ein schöner Ort zum Vorlesen gefunden werden.

Kehrer könne sich vorstellen, dass die Lesung im Schießzentrum stattfindet. Dort gibt es auch Filmchen, die im Hintergrund ablaufen können. Doch das kommt auch auf die Krimigeschichte an – und die soll die Bergkamener überraschen.

Privatdetektiv Georg Wilsberg ermittelt wohl bald in Bergkamen

Jürgen Kehrer hat unter anderem den Bio-Fleischbetrieb in Bergkamen besucht. Dort gibt es besondere Hygienevorschriften. © privat

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