Wildunfälle vermeiden: Auf diesen drei Bergkamener Straßen ist die Gefahr besonders groß

dzTipps vom Jäger

Die Jäger in Bergkamen mussten in den vergangenen Tagen schon einige wilde Tiere von ihrem Leid erlösen. Die Wildunfälle häufen sich. Ein Jäger erklärt warum – und wo man vorsichtig fahren sollte.

Bergkamen

, 16.10.2019, 11:35 Uhr / Lesedauer: 2 min

Die Landwirte haben ihre letzten Maisfelder abgeerntet. Für Rehe und andere wilde Tiere bedeutet das, dass sie sich neue Verstecke suchen müssen. Auf der anderen Seite locken die Restkolben, die nach der Ernte liegen geblieben sind, die Tiere wieder zurück. Die Konsequenz: Das Wild ist derzeit auf Futtersuche und viel in Bewegung – auch auf den Straßen.

„Im Augenblick rappelt es“, sagt der Overberger Jäger Reinhard Middendorf über die Situation auf den Straßen. Die Jäger mussten in den vergangenen Wochen schon mindestens fünf Tiere erlösen, die von einem Auto erfasst wurden. Noch ärgerlicher: Zwei Fahrer haben sich laut Middendorf nicht gemeldet.

Der Jäger hat dafür kein Verständnis. Er hatte gehofft, dass die Menschen mittlerweile wissen, dass nach einem Wildunfall sofort die Polizei gerufen werden muss. Die wiederum stehe mit den Jägern in Verbindung, die das Wild gegebenenfalls aufsuchen und die Tiere dann von ihrem Leiden erlösen.

Es gibt immer noch Menschen, die einfach wegfahren

„Man muss zeitnah am Stück sein, damit man es noch verwerten kann“, erklärt Middendorf. Spaß mache ihm diese Arbeit aber nicht. „Wir sind gefühlsmäßig dabei“, sagt er. Besonders hart sei es, wenn sie ein aufgeschwemmtes Tier finden, das leidvoll gestorben ist. Das könne nur noch vergraben werden.

Er habe sogar schon einmal ein angefahrenes, totes Reh gefunden, das mit Ästen bedeckt wurde, damit es nicht gefunden wird. Offenbar hatte jemand Schuldgefühle oder gar Angst, bestraft zu werden. Die ist allerdings unbegründet.

„Es wird niemand bestraft, der nach einem Wildunfall die Polizei ruft“, sagt Middendorf.

Wer den Schaden meldet, hat eher einen entscheidenden Vorteil:

Die Chance, dass es Geld von der Versicherung gibt, erhöht sich, wenn eine Bescheinigung des Jägers oder der Polizei vorliegt. „Es ist dumm, sich nicht zu melden“, sagt Middendorf.

Video
ADAC How To Verhalten nach Wildunfall | ADAC

Diese drei Straßen sind besonders gefährlich

Besonders auf drei Bergkamener Straßen ist die Wahrscheinlichkeit laut Middendorf besonders groß, Wild zu begegnen:

  • Werner Straße zwischen Bergkamen und Rünthe
  • Hansastraße
  • Industriestraße

Generell sollte man laut Middendorf achtsamer und langsamer fahren – besonders an den Straßen, die mit blauen Reflektoren gesäumt sind. Sie wurden dort extra angebracht, um Wild zu warnen. Gleichzeitig zeigen sie Autofahrern, dass hier viel Wild unterwegs ist.

Und wenn es doch knallt, dann stehen die Jäger bereit, egal wie spät es ist. „Wir stehen 24 Stunden zur Verfügung“, sagt Middendorf. Derzeit sei er vermehrt mit solchen Dingen beschäftigt. Er will den Tieren um jeden Preis unnötiges Leid ersparen. Aber: „Gerne machen wir das nicht.“

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