Wie Greta Thunberg in die „Waschtrommel“ kommt

dzLichtkunst

Die Entscheidung, dass ein Foto von Greta Thunberg in die „Waschtrommel“ im Rathaus-Kreisel kommt, ist längst gefallen. Beim Bildertausch im Lichtkunstwerk sind die Techniker gefragt.

11.01.2020, 18:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Ein Foto von Greta Thunberg hat der Künstler Andreas M. Kaufmann bereits ausgesucht und nach Bergkamen geschickt. Schließlich soll ein Porträt der schwedischen Klimaaktivistin das Jahr 2019 in dem Lichtkunstwerk „no agreement tommorrow, no agreement today“ repräsentieren. Die „Waschtrommel“, wie Kaufmanns Medienskulptur auch genannt wird, dreht sich im Kreisverkehr am Rathaus.

Lichtkunstfreunde votieren für Greta

Bei der jüngsten Bilderwechsel-Debatte im November entschieden die Teilnehmer, dass Greta in die Trommel soll. Vor Februar wird das aber wohl nichts, sagt die städtische Kulturreferentin Simone Schmidt-Apel. Das von Kaufmann ausgewählte Foto ist kurz vor Silvester im Kulturreferat eingetroffen. Schmidt-Apel wird es an die Firma Derksen Lichttechnik in Gelsenkirchen weiterleiten.

Wie Greta Thunberg in die „Waschtrommel“ kommt

Der Lichtkünstler Andreas M. Kaufmann war zuletzt im November in Bergkamen, um mit Lichtkunstfreunden über den Bilderwechsel zu diskutieren. © Stefan Milk

„Die stellt ein so genanntes Globo davon her“, erläutert sie. So nennt man die Maske mit dem jeweiligen Bild, das auf die rotierende Plexiglastrommel projiziert wird. Die Konstruktion enthält insgesamt vier Projektoren, sodass die Bilder in unterschiedlichen Größen auf der Trommel zu sehen sind.

Der finanzielle Aufwand für so ein Globo ist vergleichsweise gering und liefert Lichtkunstkritikern, die Kaufmanns Werk für Geldverschwendung halten, eher keine Argumente: „Es kostet rund 220 Euro“, sagt Schmidt-Apel.

Ein Kulturreferats-Mitarbeiter baut das Bild in die Trommel ein

Wenn die Gelsenkirchener geliefert haben, kümmert sich das Bergkamener Kulturreferat selbst darum, das Bild in die Trommel zu bekommen. Üblicherweise übernimmt Mitarbeiter Kai-Uwe Semrau diese Aufgabe. Allzu lange braucht er dafür gewöhnlich nicht.

Wie Greta Thunberg in die „Waschtrommel“ kommt

Kai-Uwe Semrau vom Kulturreferat ist dafür zuständig, die Dias aus dem Lichtkunstwerk ein- und auszubauen. © Stefan Milk

Andreas M. Kaufmann hat sein Kunstwerk im Jahr 2004 mit 24 Porträts von prominenten Zeitgenossen aufgestellt. In jedem Jahr kommt ein neues Bild von derjenigen Person in die Trommel, die die mediale Berichterstattung dominiert hat. Das bedeutet natürlich auch, dass pro Jahr ein Foto verschwindet.

Auch darüber entscheiden die Teilnehmer der Bilderwechsel-Debatte. Im November votierten sie dafür, dass Michael Jackson aus der Trommel verschwinden muss. Wenn Semrau dieses Globo entfernt, wird er es nicht einfach entsorgen.

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„Wir bemühen uns, die ausgetauschten Fotos aus der Skulptur so zu lagen, dass sie die Zeit überstehen“, sagt Schmidt-Apel. Auf diese Weise verfügt das Kulturreferat über eine Art Lichtkunst-Archiv, das vielleicht dereinst Stoff für eine eigene Ausstellung liefert.

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