Wie der Baudezernent den Marktplatz Rünthe doch baureif machen will

dzProblem mit Altlasten

Auch die SPD-Mehrheit im Stadtrat hat überlegt, den Rünther Marktplatz zurückzukaufen. Der Bergkamener Baudezernent Dr. Hans-Joachim Peters hat jedoch andere Pläne.

Bergkamen

, 29.11.2019, 12:01 Uhr / Lesedauer: 2 min

Baudezernent Dr. Hans-Joachim Peters kann sich offenbar nicht mit dem Gedanken anfreunden, dass die Stadt den Rünther Marktplatz von der Wohnungsbaugesellschaft „Vivawest“ zurückkauft. Er setzt immer noch darauf, dass ein neuer Investor die Fläche kauft und bebaut.

Kauf scheitert am hohen Sanierungsaufwand

Bisher gebe es keinen bindenden Beschluss, dass die Stadt die Fläche zurückkaufen soll, sagt Peters. Nach seinen Erkenntnissen scheitert der Kauf durch einen neuen Interessenten an dem Sanierungsaufwand, den der Kreis Unna fordert. Unter der asphaltierten Fläche, die schon seit Jahrzehnten nicht mehr für einen Wochenmarkt genutzt wird, verbergen sich die Reste eine Hausmülldeponie.

Als die Stadt die Fläche vor Jahren an die RAG-Tochter „Wohnbau Westfalen“ verkaufte, sei der geforderte Sanierungsaufwand noch deutlich niedriger gewesen, sagt Peters. Mittlerweile fordere die zuständige Stelle beim Kreis Unna erheblich umfangreichere Maßnahmen – und die sind dem möglichen Käufer nach Peters´ Erkenntnissen zu aufwendig.

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Dezernent will klärendes Gespräch mit allen Beteiligten

Der Baudezernent geht davon aus, dass die Fläche längst bebaut wäre, wenn sich die Wohnbau Westfalen gleich nach dem Kauf entschlossen hätte, sie zu sanieren und zu bebauen. Das Unternehmen ist mittlerweile in der Vivawest aufgegangen.

Peters will deshalb alle Beteiligten an einen Tisch bringen – die Vivawest, den Kreis Unna und den potenziellen Käufer für die Fläche. Dabei soll es darum gehen, dass die Fläche mit einem für den Käufer vertretbaren Aufwand saniert werden kann.

Der Dezernent betonte, dass dabei auf jeden Fall Bedingungen hergestellt werden sollen, die das Wohnen auf der Fläche völlig unbedenklich machen. „Wir wollen auf keinen Fall Dortmund-Dorstfed zwei“, sagte er.

Die SPD-Fraktion hatte aber vor einigen Monaten noch andere Ideen. Sie hatte sich überlegt, ob es sinnvoll sein könnte, die Fläche zurückzukaufen und in eine Grünanlage zu verwandeln. Dafür wäre der Sanierungsaufwand längst nicht so hoch als wenn auf dem Marktplatz Wohnbau betrieben wird.

Wie der Baudezernent den Marktplatz Rünthe doch baureif machen will

Der Vorsitzende des Aktionskreises Wohnen und Leben, Karlheinz Röcher (blaue Jacke) hat mehrfach gefordert, dass die Stadt den ehemaligen Rünther Marktplatz zurückkauft. © Stefan Milk

Initiative von „Wohnen und Leben“

Die Initiative, den Platz zurückzukaufen war ursprünglich vom Rünther „Aktionskreis Wohnen und Leben“ ausgegangen. Er hatte den unattraktiven Zustand der Fläche in der Mitte des Stadtteils häufiger kritisiert.

Die Wohnbau Westfalen hatte den gesamten Bereich gekauft, aber nur wenige Häuser am Rande des Landwehrparks gebaut.

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