Wettbewerb: Wie die Halde am Kanal zur Freizeitlandschaft für sportlich Aktive wird

dzInternationale Gartenausstellung 2027

Die jetzt noch schwer zugängliche Halde am Datteln-Hamm-Kanal soll in sieben Jahren eine Freizeitlandschaft für besonders aktive Menschen sein. Wie gestaltet, soll ein Wettbewerb ergeben.

Bergkamen

, 15.07.2020, 12:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

„Landschaft in Bewegung“ soll das Motto des Schwerpunkts Bergkamen-Lünen bei der Internationalen Gartenausstellung (IGA) 2027 sein. Klar ist bisher nur: Wer sich lieber ein wenig entspannen und flanieren möchte, sollte sich in Richtung Lünen orientieren, denn dort ist das Motto „bewegt entspannt“. Menschen, die es sportlicher und aktiver lieben, sind dann in Bergkamen besser aufgehoben. Sie sollen auf der sogenannten „Haldenlandschaft am Kanal“ eine Freizeitlandschaft vorfinden, die vor allem sportlichere Menschen anspricht.

Noch ist dieser Teil der Halde, der sich zwischen dem Datteln-Hamm-Kanal und der Hamm-Osterfelder Bahn befindet, aber noch eine vergleichsweise öde und nur schwer zugängliche Industrielandschaft. Sie muss erst noch in den kommenden knapp sieben Jahren gründlich zur Freizeitlandschaft umgestaltet werden.

Ideenwettbewerb für die IGA in Bergkamen ist jetzt ausgeschrieben

Wie sie und die anderen IGA-Bereiche in Bergkamen und Lünen dann aussehen sollen, darüber sollen sich im kommenden halben Jahr 18 Büros für Landschaftsarchitektur im Rahmen eines Ideenwettbewerbs Gedanken machen.

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Der Regionalverband Ruhr (RVR) hat die Ausschreibung für den Wettbewerb jetzt EU-weit veröffentlicht. Unter den Büros, die sich bewerben, sollen die 18 Wettbewerbs-Plätze verlost werden. Der Bergkamener Baudezernent Dr. Hans-Joachim Peters ist sicher, dass sich so viele Planungsbüros bewerben, dass es zu einer Verlosung kommt. „Es macht sich bei jedem Büro im Briefkopf gut, wenn es sich an der Planung einer IGA beteiligt hat“, meint er.

Bis jetzt ist der Haldenteil zwischen Bahn und Kanal noch eine Industrielandschaft, die nur schwer zugänglich ist.

Bis jetzt ist der Haldenteil zwischen Bahn und Kanal noch eine Industrielandschaft, die nur schwer zugänglich ist. © Stefan Milk

Im Januar entscheidet eine Jury über die besten Ideen

Die Büros haben drei Monate Zeit, sich mit dem Areal des IGA-Schwerpunkts zu beschäftigen. Dann müssen sie ihre Ideen vorlegen. Im Januar soll eine Jury darüber entscheiden. Anschließend bekommt wahrscheinlich das Büro, das den Wettbewerb gewonnen hat, den Planungsauftrag.

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Wie die Freizeiteinrichtungen auf der Halde aussehen könnten will Peters weitgehend den Ideen der Planer überlassen. Die schon oft diskutierte Seifenkisten-Rennstrecke sei eine Option, sagt er. „Aber der Druck der Vereine, eine solche Strecke zu bauen, ist längst nicht mehr so groß“, sagt der Dezernent.

Er geht davon aus, dass bei den Entwürfen das Thema Mobilität eine große Rolle spielt, denn der IGA Schwerpunkt ist so groß, dass er sich kaum zu Fuß erwandern lässt. „Das reicht von Wegen für Pedelecs bis zu selbstfahrenden Bussen“, machte Peters deutlich.

So sieht der Bereich aus, der zum IGA-Schwerpunkt Bergkamen-Lünen gehört. Das vebindende Element zwischen Lünen (l.) und Bergkamen (r.) soll der Datteln-Hamm-Kanal sein.

So sieht der Bereich aus, der zum IGA-Schwerpunkt Bergkamen-Lünen gehört. Das vebindende Element zwischen Lünen (l.) und Bergkamen (r.) soll der Datteln-Hamm-Kanal sein. © Stadt Lünen

Einrichtungen sollen auch nach der IGA noch Nutzen haben

Neben der Ausstattung der Haldenlandschaft mit Fun- und Aktivsportangeboten sollen sich die Planungsbüros auch Gedanken über ein „touristisches Highlight“ auf der Halde machen.

IGA-Schwerpunkt


Zukunftsgarten zeigt Wandel der Industrielandschaft

  • Der sogenannte „Zukunftsgarten“ Bergkamen-Lünen ist einer von fünf Hauptstandorten der IGA 2027.
  • An drei dieser Standorte in Dortmund, Duisburg und Gelsenkirchen will der RVR Eintrittsgelder nehmen.
  • Die beiden anderen Schwerpunkte Bergkamen-Lünen und das Emscherland im Kreis Recklinghausen sollen kostenlos zugänglich sein.
  • Das Motto „Landschaft in Bewegung“ für den Schwerpunkt Bergkamen-Lünen bezieht sich nicht nur auf die Freizeiteinrichtungen, sondern auch auf den Wandel von einer Industrie- zur Wohn- und Freizeitlandschaft.
  • Der Schwerpunkt reicht von der Marina Rünthe bis zum Preußenhafen in Lünen, der über eine Parkachse an die Lünener Innenstadt und die Halde Victoria angebunden ist.

Dabei soll es sich aber auf keinen Fall um einen Ersatz für das Lichtkunstwerk „Impuls Bergkamen“ handeln, wie ihn ein Planer im Vorfeld vorgeschlagen hatte. Er wollte den Lichtstab durch eine große rote Figur ersetzen.

„Dort wird es allenfalls eine temporäre Installation für den Zeitraum der IGA geben“, sagte Peters. Das Lichtkunstwerk soll auf keinen Fall ersetzt werden.

Dabei soll es sich aber möglichst auch schon um eine der wenigen zeitweisen Einrichtungen handeln. Ansonsten gilt: Bei der IGA sollen Einrichtungen geschaffen werden, die Bergkamener und Lünener Bürger immer noch nutzen können, wenn die Internationale Gartenausstellung im Ruhrgebiet schon längst wieder Geschichte ist.

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