Wertstoffhof-Umzug blockiert – Stadt will trotzdem schnell eine Lkw-Abfertigung für Bayer

dzKonflikt

Die Stadt rechnet damit, dass das Gericht erst in einigen Jahren entscheidet, ob ein neuer Wertstoffhof gebaut werden kann. Bei der Lkw-Abfertigung für Bayer will sie eine deutlich schnellere Lösung.

Bergkamen

, 18.06.2020, 12:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Als das Oberverwaltungsgericht (OVG) Münster entschieden hat, die Berufung einer Klägerin gegen den geplanten neuen Wertstoffhof zuzulassen, wirbelte das nicht nur die Pläne der Stadt gehörig durcheinander. Der Wertstoffhof, der erheblich größer als der bisherige Standort an der Justus-von-Liebig-Straße geplant ist, kann vorerst nicht entstehen. Der städtische Beigeordnete Marc Alexander Ulrich geht davon aus, dass es erst in zwei bis drei Jahren zu einer endgültigen Entscheidung vor Gericht kommt.

Das Urteil bedeutet aber nicht nur, dass der Bau eines neuen Wertstoffhofs blockiert ist. Er sollte unter anderem zwei Zufahrtsspuren bekommen, damit es nicht mehr zu so langen Staus wie bisher kommt. Zurzeit staut sich der Verkehr vor der Zufahrt teilweise bis auf die Fritz-Husemann-Straße zurück.

Lkw, die Bayer beliefern müssen oft auf dem Parkplatz am Wertstoffhof warten. Da es keine Sanitäranlagen gibt, kommt es zu Konflikten zwischen Fahrern und Anwohnern.

Lkw, die Bayer beliefern, müssen oft auf dem Parkplatz am Wertstoffhof warten. Da es keine Sanitäranlagen gibt, kommt es zu Konflikten zwischen Fahrern und Anwohnern. © Marcel Drawe (Archiv)

Auch der Bau der Lkw-Abfertigung für Bayer ist blockiert

Blockiert ist auch der Bau der geplanten Lkw-Abfertigung für das Bayer-Werk und die benachbarten Chemieunternehmen. Bisher müssen Lkw-Fahrer, die außerhalb der Öffnungszeiten des Bayer-Tors 2 eintreffen, auf dem öffentlichen Parkplatz vor dem Wertstoffhof-Gelände warten. Dort gibt es keinerlei sanitäre Einrichtungen. Wartende Fahrer verrichten ihre Notdurft gezwungenermaßen schon einmal in den angrenzenden Büschen oder im nahmen Wald. Das hat schon zu Protesten der Anwohner geführt.

Jetzt lesen

Bayer plant deshalb, das Gelände des Wertstoffhofs zu pachten und dort eine Lkw-Abfertigung mit Sanitäranlagen zu bauen. Mittlerweile scheint die Neigung der Stadt, auf diese Lösung einzugehen, aber nur noch gering zu sein.

Das Bayer-Gelände im Chemiepark ist nicht komplett genutzt. Die Stadt wünscht sich deshalb, dass Bayer auf einer eigenen Fläche eine Lkw-Abfertigung baut – möglichst mit einer Zufahrt, die nicht durch Wohngebiet führt.

Das Bayer-Gelände im Chemiepark ist nicht komplett genutzt. Die Stadt wünscht sich deshalb, dass Bayer auf einer eigenen Fläche eine Lkw-Abfertigung baut – möglichst mit einer Zufahrt, die nicht durch ein Wohngebiet führt. © Stefan Milk

Chemielaster sollen möglichst nicht mehr durch Wohngebiete rollen

Sie will nicht warten, bis irgendwann eine Entscheidung über den Wertstoffhof gefallen ist und ein neuer gebaut wird. Außerdem sei nicht einzusehen, dass Bayer dafür öffentliche Flächen in Anspruch nimmt, sagte Ulrich. „Das Werksgelände ist eigentlich groß genug“, meinte er.

Jetzt lesen

Die Stadt will deshalb mit Bayer über eine andere Lösung verhandeln. Dabei will sie auch ein zweites Problem lösen, das mit der Ansiedlung der Lkw-Abfertigung auf dem Gelände des Wertstoffhofs ungelöst bliebe. „Wir arbeiten auf eine Lösung hin, bei der wir den Lkw-Verkehr möglichst aus den Siedlungsräumen heraushalten“, sagte Ulrich.
Das würde zwangsläufig bedeuten, dass die Chemie-Lastwagen nicht mehr den gewohnten Weg zum Tor 2 nehmen könnten. Sie müssten auf einem anderen Weg aufs Werksgelände.

Lesen Sie jetzt
Hellweger Anzeiger Straßen-Erneuerung
Autofahrern auf Bergkamener Landwehrstraße bleiben Bauarbeiten vorerst erspart
Hellweger Anzeiger Sohle 1
Ausstellungseröffnung unter Corona-Bedingungen: Bergkamener Künstler auf Spurensuche