Wer ein Knöllchen kriegt, kann jetzt online dagegen protestieren

dzDigitalisierung für Verkehrssünder

Die Strafzettel für Falschparker verteilt der Ordnungsdienst noch immer analog. Den Einspruch dagegen kann man nun auch digital erheben. Allerdings braucht man immer noch eine gute Begründung.

Bergkamen

, 08.03.2020, 12:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Wer ein Knöllchen wegen Falschparkens bekommt, fühlt sich zuweilen ungerecht behandelt. Schon immer bestand die Möglichkeit, dagegen Einspruch zu erheben, doch das war mit einem relativ hohem Aufwand an Papierkram verbunden. Nun geht das auch digital. Die Stadt Bergkamen hat ein Portal freigeschaltet, in dem vermeintliche oder tatsächliche Parksünder Widerspruch gegen den Strafzettel einreichen können.

Zugangsdaten stehen auf dem Knöllchen

Zum Beispiel, weil jemand anderes als der Halter das Auto ins Parkverbot gestellt hat. Für solche Fälle gibt es einen Anhörungsbogen, der zu dem Strafzettel gehört. Man kann ihn nach vor wie ausfüllen und ans Rathaus schicken. Oder man nutzt die auf dem Formular abgedruckten Zugangsdaten samt individualisiertem Passwort, um in das Online-Portal zu gelangen. Dort kann man dann seine Stellungnahme abgeben. Ausreden wie „Ich war doch nur kurz beim Bäcker“ werden aber wohl auch online nicht viel nutzen.

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Allerdings denkt die Stadt bei der digitalen Einspruchsmöglichkeit vor allem an Firmen, die über einen großen Fuhrpark verfügen. Sie kommen häufiger in die Situation, die Mitarbeiter benennen zu müssen, die mit ihrem Dienstwagen gegen die Parkordnung verstoßen haben.

Weniger Papierkrieg für Unternehmen

Gleiches gilt für Autoverleiher, die auch nicht auf den Knöllchen ihrer Kunden sitzen bleiben wollen. Wenn das Rathaus eine entsprechende Mitteilung des Unternehmens bekommt, schickt es den Strafzettel an den tatsächlichen Falschparker.

Firmen mit vielen Mitarbeitern, die die Parkverbotsschilder nicht so ganz ernst nehmen, dürften froh sein, dass sie nun weniger mit dem Papierkrieg zu kämpfen haben. Aber natürlich können auch private Parksünder die neue „Online-Anhörung für Verkehrsordnungswidrigkeiten“, wie sie im Amtsdeutsch heißt, nutzen.

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Sie können sich zum Beispiel die Fotos anschauen, die die Mitarbeiter des städtischen Ordnungsdienstes gemacht haben und die den Parkverstoß belegen sollen. Zugleich haben sie die Möglichkeit, Dokumente oder Nachweise hochzuladen, die ihre Unschuld belegen können.

Und selbst wer die Strafe für sein Falschparken akzeptiert und gar keinen Widerspruch einlegen will, kann die neue Online-Möglichkeit nutzen. Wer sich den Zugang zu dem Falschparker-Portal verschafft und eine Banking-App auf seinem Handy oder Tablet hat, der kann das fällige Bußgeld gleich an die Stadtkasse überweisen.

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