Wer auf der Halde verunglückt, sollte sein Smartphone dabei haben

dzNeues Rettungssystem

Seit Jahren planen RVR und Stadt ein Notfallschilder-System für die Halde. Nun sollen die Tafeln bald aufgestellt werden. Möglicherweise sind sie allerdings schon wieder überholt.

Bergkamen

, 13.11.2019, 14:53 Uhr / Lesedauer: 2 min

Mit der Halde Großes Holz und dem Beversee-Gebiet hat Oliver Kortmann nicht so oft zu tun. Und das ist eine erfreuliche Nachricht: Kortmann ist stellvertretender Leiter der Rettungsleitstelle des Kreises Unna und hat viel Erfahrung darin, als Disponent Notrufe anzunehmen. Aus den genannten Arealen kommen die nicht allzu häufig, berichtet er. Zum Glück muss man sagen. Denn sie zählen zu den unübersichtlichen Gebieten in Bergkamen, in denen die Rettungskräfte schon einmal Probleme haben, Verunglückte zu finden.

Zwei Notfälle auf der Halde im Sommer

Im vergangenen Sommer verunglückten immerhin zwei Mal Radfahrer auf der Halde. Die Retter entdeckten sie relativ schnell. Auch dank der Hilfe der Bergkamener Feuerwehr. Die wird nämlich jedes Mal mit alarmiert, wen ein Notruf von der Halde oder aus dem Beverseegebiet eingeht. „Für den Beversee ist die Einheit Rünthe zuständig“, erläutert Bergkamens Feuerwehrchef Dirk Kemke.

Wer auf der Halde verunglückt, sollte sein Smartphone dabei haben

Der stellvertretende Leiter der Rettungsleitstelle Oliver Kortmann und seine Kollegen können Anrufer orten, wenn diese ihren Notruf mit einem Smartphone absetzen. © Sebastian Smulka

Die Feuerwehrleute werden nicht nur zum Suchen benötigt, sondern auch zum Tragen: In den fraglichen Gebieten gibt es etliche Bereiche, die der Rettungswagen nicht anfahren kann. Deshalb brauchen die Sanitäter unter Umständen Hilfe beim Transport ihrer Rettungsausrüstung und des Verletzten.

Um die Orientierung zu verbessern, will der Regionalverband Ruhr auf der Halde ein Notruf-Schildersystem an insgesamt 13 Standorten installieren. Die werden so aussehen, wie jene Tafeln, die bereits an der Zechenbahntrasse stehen.

Smartphones helfen bei der Lokalisierung

Für das Beversee-Gebiet gibt es solche Pläne nicht. Und vielleicht sind sie auch gar nicht nötig. Diesen Eindruck kann zumindest derjenige gewinnen, der Kortmanns Vortrag in der jüngsten Sitzung des Sozialausschusses des Stadtrates gehört hat. Kortmann stellte dort ein System namens AMI (Advanced Mobile Location) vor, das den Mitarbeitern der Leitstelle hilft, einen Menschen in Not zu lokalisieren - und zwar mit Hilfe des Smartphones.

Wer auf der Halde verunglückt, sollte sein Smartphone dabei haben

Die Notruf-Tafeln auf der Halde sollen so aussehen, wie die Schilder, die bereits auf der Klöcknerbahn-Trasse stehen © Michael Dörlemann

Wenn jemand mit einem solchen die Notrufnummer 112 wählt, werden seine Standortdaten an Server übermittelt, die in Berlin und Freiburg stehen. Die Leitstelle kann sie eine halbe Stunde lang abrufen, um auf diese Weise den exakten Standort des Notrufenden zu ermitteln. Das System funktioniert mit Telefonen, die über eine aktuelle Version der Betriebssysteme Android oder IOS verfügen.

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Das neue System ist effektiver als die Tafeln

Kortmann hält das AMI für deutlich effektiver als die Notfallbeschilderung. Zum Beispiel, weil diese nicht flächendeckend vorhanden ist: Letztlich nütze so ein Schild nur, wenn ein Notfall in unmittelbarer Nähe passiere, meint er. Außerdem könnten solche Tafeln verschmutzt oder beschädigt werden. Also muss sich jemand um Wartung und Instandhaltung kümmern. Wer diese Verantwortung für die geplanten Schilder auf der Halde übernimmt, sei noch Gegenstand der Gespräche zwischen Stadt und RVR, sagt Sozialdezernentin Christine Busch.

Aber zumindest hat man sich inzwischen im Kern auf die Standorte geeinigt.

Wer auf der Halde verunglückt, sollte sein Smartphone dabei haben

Der Plan zeigt die voraussichtlichen Standorte der Notfall-Schilder auf der Halde © Johannes Brüne

Die Stadt hätte sich eigentlich noch ein paar mehr gewünscht, aber sich vom RVR eines Besseren belehren lassen, berichtet Busch: „In diesem Fall hilft viel nicht unbedingt viel“. Zu dieser Einschätzung hat sicherlich auch Kortmanns Vortrag über die Möglichkeiten der Handy-Ortung beigetragen. Wobei er die Notfall-Tafeln auf der Halde nicht grundsätzlich in Frage stellt: „Alles was dazu beiträgt, Menschen zu retten, ist sinnvoll.“

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