Wer an der Sprachförderung spart, trifft die ganze Gesellschaft

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Wer an der Sprachförderung im Kindergarten spart, trifft nicht nur die Kinder und ihre Familien, meint unser Autor Michael Dörlemann. © Montage
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Es ist schon dubios genug, dass sich das Bundesfamilienministerium entschließt, die Förderung für die Sprach-Kitas auslaufen zu lassen, obwohl die Ampelregierung in der Koalitionsvereinbarung das Gegenteil wollte.

Dort war sogar die Rede davon, dass die Förderung verstetigt werden sollte, weil die Arbeit der Kindergärten so erfolgreich und so wichtig ist.

Möglicherweise will die Regierung angesichts der vielen Ausgaben als Folge des Ukraine-Kriegs Geld einsparen. Die Förderung für die Sprach-Kitas zu streichen, ist aber eindeutig Sparen am falschen Ende.

Nur wenn Kinder am Ende ihrer Kita-Zeit gut Deutsch sprechen, haben sie die Möglichkeit sich in der Schule die Bildung anzueignen, die für ihren späteren Lebensweg notwendig ist. Wer an der Sprachförderung spart, nimmt in Kauf, dass ihnen viele Chancen im Leben verbaut werden.

Das Sparprogramm trifft aber nicht nur die Kinder und ihre Familien, sondern auch die gesamte Gesellschaft. Integration fällt eindeutig leichter, wenn es eine gemeinsame Sprache gibt die alle – gut – sprechen.

Auch die Wirtschaft sollte Druck auf die Bundesregierung machen. Sie klagt jetzt schon, dass ihr qualifizierte Arbeitskräfte fehlen. Für eine qualifizierte Ausbildung sind aber nun einmal gute Sprachkenntnisse erforderlich.

Die Bundesregierung sollte ihre Entscheidung so schnell wie möglich ändern.