Wenn es richtig voll wird in den Freibädern, rufen die GSW Security-Profis zur Hilfe

dzSicherheit in Freibädern

Der Sittenverfall am Beckenrand schreitet voran. Weil Bademeister nicht mehr uneingeschränkt als Respektspersonen akzeptiert werden, setzen die GSW auf Leute, die etwas von Security verstehen.

Bergkamen, Kamen

, 17.07.2019, 16:13 Uhr / Lesedauer: 2 min

Wenn der Wetterbericht Recht behält, dann könnte es in den nächsten Tagen im Bergkamener Wellenbad und im Kamener Freibad wieder richtig voll werden. Dann verlässt sich der Badbetreiber, die Gemeinschaftsstadtwerke (GSW), nicht allein auf das eigene Personal: „Wir setzen schon seit einigen Jahren Mitarbeiter eines privaten Security-Unternehmens ein“, berichtet GSW-Pressespecher Tim Jonas. Damit reagieren sie darauf, dass es inzwischen offenbar nicht mehr selbstverständlich ist, dass sich alle Besucher an die geltenden Regeln halten. „Und die Schwimmmeister werden auch nicht mehr als uneingeschränkte Respektspersonen akzeptiert“, sagt Jonas.

Schwimmmeister werden am Beckenrand gebraucht

Wenn es voll ist, habe das Bäderfachpersonal der GSW zudem anderes zu tun, als Streitigkeiten auf der Liegewiese zu schlichten, sagt Jonas: „Sie müssen dann Aufsicht an den Becken führen.“ Deshalb rufen sie bei größeren Besucherandrang die Sicherheitsleute zu Hilfe. Üblicherweise kommen jeweils zwei von ihnen pro Bad zum Einsatz. „Wenn mehr als 3000 Besucher kommen, stocken wir die Zahl auch schon mal auf vier auf“, sagt Jonas. Die Entscheidung, ob und wie viele Security-Kräfte angefordert werden, treffen die Aufsichten in den jeweiligen Bädern. Das Sicherheitsunternehmen, mit dem die GSW zusammenarbeiter, könne relativ kurzfristig reagieren, sagt Jonas.

Schulung für GSW-Mitarbeiter geplant

Offenkundig hat der Badbetreiber gute Erfahrungen mit den privaten Ordnungshütern gemacht. Zu Massenschlägereien, wie sie in diesem Sommer aus anderen Freibädern gemeldet wurden, ist es in Bergkamen und Kamen jedenfalls bisher nicht gekommen. Damit das auch so bleibt, wollen die GSW ihre eigenen Mitarbeiter mit einem Deeskalationstraining fortbilden. Den Einsatz der Security-Leute soll das aber nicht ersetzen. Die müssen auch schon mal etwas robuster vorgehen.

Badegast in Handschellen

Wenn es wirklich hart auf hart kommt, machen sie vom Hausrecht Gebrauch und setzen Besucher vor die Tür. Das komme zu Glück aber ziemlich selten vor, sagt Jonas. Und ein Einzelfall war auch ein Ereignis vor wenigen Wochen, als die GSW in Kamen sogar die Polizei zu Hilfe holen mussten: Ein besonders renitenter Badegast, der andere durch sein Verhalten gefährdete, bekam Hausverbot, schildert Jonas die Angelegenheit. Nachdem der Übeltäter angekündigt hatte, sich am Badpersonal zu rächen, legten ihm Polizeibeamte Handschellen an.

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