Wenn ein Bergkamener noch mal mit dem frisierten Roller fährt, droht Haft

dzGericht

Eine Bergkamener wird mit einem frisierten Mofaroller erwischt – nicht nur zum ersten Mal. Doch noch muss er nicht ins Gefängnis

von Jana Peuckert

Bergkamen

, 01.08.2018, 13:06 Uhr / Lesedauer: 2 min

Durch bauliche Veränderungen schaffte es der Roller eines Bergkamener weit über die zugelassenen 25 Stundenkilometer. Das fiel Polizisten am Abend des 16. April in Selm auf. Die Beamten stoppten den 23-Jährigen. Der konnte eine für die gefahrene Geschwindigkeit erforderliche Fahrerlaubnis nicht vorweisen. Fahren ohne Fahrerlaubnis lautete demzufolge der Vorwurf im Amtsgericht Kamen.

Der Angeklagte redete dort am Mittwoch nicht lange um den heißen Brei herum, sondern gab die verbotene Fahrt sofort zu. Sein Gefährt habe er allerdings nicht selber frisiert, sondern schon in diesem Zustand gekauft.

Einen Grund für die Fahrt nach Selm lieferte er auch prompt. Seine Freundin habe in Selm gewohnt. Am Tattag sei ihr Ex-Freund bei ihr aufgetaucht und habe Terror gemacht. Die Frau habe den Angeklagten deshalb angerufen und ihn gebeten, zu ihr zu kommen. Er habe dann seine Eltern bitten wollen, ihn zu fahren. Die seien jedoch bei der Arbeit gewesen. Also habe er sich auf den Roller geschwungen. „Was da passiert ist, war eine blöde Sache. Ich hätte nicht fahren dürfen“, räumte der Bergkamener ein.

„Es wird immer mehr, es hört einfach nicht auf“, bemerkte der Vertreter der Staatsanwaltschaft mit Blick auf das Vorstrafenregister des Mannes. Tatsächlich hat der 23-Jährige bis jetzt sieben Eintragungen angesammelt. Neben einem schweren Diebstahl und einem Betrug handelt es sich dabei um Fahren ohne Fahrerlaubnis oder Zulassen des Fahrens ohne Fahrerlaubnis. Zuletzt war der 23-Jährige im Januar 2017, und damit drei Monate vor der aktuell angeklagten Tat, wegen Fahrens ohne Fahrerlaubnis verurteilt worden.

In dem ihm zustehenden letzten Wort entschuldigte sich der Bergkamener für sein Verhalten. Und: „Ich denke, dass es das letzte Mal war.“

Was passieren kann, wenn das nicht der Fall ist, macht das Urteil deutlich. Der Richter hielt drei Monate Freiheitsstrafe mit Bewährung und ein Fahrverbot von zwei Monaten für angemessen. Die Bewährungszeit beträgt zwei Jahre. Als Auflage muss der Angeklagte 250 Euro Geldbuße zahlen. Es habe schon vier Verurteilungen wegen Fahrens ohne Fahrerlaubnis gegeben, erklärte der Vorsitzende. Mit diesem Urteil wolle er dem Bergkamener klar machen, dass er irgendwann im Gefängnis landet, wenn er so weiter machte: „Ich drücke Ihnen die Daumen, dass Sie es kapiert haben und sich nicht mehr auf ein frisiertes Mofa setzen.“

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