Eigentlich gibt es auf dem Hellweg eine Tonnagebgrenzung auf 7,5 Tonnen und es gilt Tempo 30. Nach Aussagen der Anwohner hielten sich aber viele Autofahrer nicht daran, die den Hellweg als Schleichweg nutzten. © Michael Dörlemann
Baustelle Ostenhellweg

Weniger Schleichverkehr: Anwohner am Hellweg sind zufrieden – aber die Behörden nicht

Die neuen Sperrmaßnahmen am Ostenhellweg wirken offenbar. Anwohner am Hellweg fühlen sich längst nicht mehr so stark belastet. Das Paradoxe: Verkehrsbehörden sind noch nicht zufrieden.

Wer mit Anwohnern am Hellweg in Rünthe spricht und nach der Verkehrsbelastung in ihrer Straße fragt, der hört Erleichterung. „Endlich können wir wieder miteinander reden, ohne uns anzubrüllen“, sagt Linda Römke-Krumme. Sie war in den vergangenen Tagen noch stark vom Lkw-Verkehr geplagt.

Sie wohnt an der Ecke Hellweg/Schachtstraße, um die viele Lkw-Fahrer fuhren, die widerrechtlich auf dem Schleichweg um die Baustelle auf der Kanalbrücke am Ostenhellweg unterwegs waren.

Zu jeder Ampelphase nahmen viele die verbotene Abkürzung

Eigentlich soll der gesamte Verkehr von der Jockenhöfer-Kreuzung in Richtung Hamm und Autobahnauffahrt den Weg über die Werner Straße und die Industriestraße nehmen. Viele fanden aber – zum Teil wohl auch mit der Hilfe ihres Navis – die kürzere Strecke über den Hellweg und die Schachtstraße zum Ostenhellweg zurück.

Wer sich ein Bild von der Situation machen wollte, musste sich nur für wenige Minuten an den Hellweg stellen. Pkw kamen bei jeder Ampelphase an der Jockenhöfer-Kreuzung als ganzer Pulk. Bei jedem zweiten oder dritten Mal war auch ein Lastwagen dabei.

Nur einige kapitulierten vor dem Schild mit der Tonnagebegrenzung auf 7,5 Tonnen auf dem Hellweg und drehten auf dem Ostenhellweg vor der Brückensperre um. Viele aber missachteten das Verbot und fuhren durch die Anliegerstraße – häufig mit deutlich mehr als den erlaubten 30 Stundenkilometern.

Immer wieder fuhren Lastwagen verbotenerweise in den Hellweg. Nach Angaben der Anwohner sind es deutlich weniger geworden. Straßen NRW sind es aber immer noch zu viele. © Michael Dörlemann © Michael Dörlemann

Sperre an der Jockenhöfer-Kreuzung seit Montagnachmittag

Erst seit Montagnachmittag haben die Stadt und der Landesbetrieb Straßen NRW die Zufahrt aus Richtung Werne auf den Ostenhellweg gesperrt, nachdem die reine Beschilderung so gut wie keinen Effekt hatte.

Das hat nach Angaben der Anwohner für die deutliche Entspannung gesorgt. Nur die Zufahrt von der Werner Straße aus Richtung Bergkamen/Kamen ist noch frei. Die Anwohner aus den Nebenstraßen des Ostenhellwegs und aus dem Hellweg sollen zumindest ohne große Umwege noch nach Hause kommen.

So zufrieden die Anwohner am Hellweg sind – Straßen NRW ist es nicht. Es würden immer noch Lastwagen die Umfahrung verbotenerweise nutzen, sagte eine Sprecherin der Landesbetriebs-Niederlassung in Bochum. „Das wollen wir komplett unterbinden.“

Die Landesbehörde will jetzt mit der Stadt Bergkamen als Straßenverkehrsbehörde diskutieren, wie Lastwagen komplett aus dem Hellweg verbannt werden können.

Den Anwohnern ist es recht – auch wenn sie erst einmal zufrieden sind.

Über den Autor
Redaktion Bergkamen
Geboren 1960 im Münsterland. Nach dem Raumplanungsstudium gleich in den Journalismus. Mag Laufen, Lesen, Fußball und den BVB ganz besonders. An den Bergkamenern liebt er ihre Offenheit. Die Stadt ist spannend, weil sie sich im Strukturwandel ganz neu erfinden muss und sich viel mehr ändert als in anderen Städten.
Zur Autorenseite
Avatar
Lesen Sie jetzt