Deutlich weniger Kinder gehen zur Erstkommunion

dzÄnderungen im Pastoralverbund

Die Zahl der angehenden Kommunionkinder im Pastoralverbund Bergkamen ist deutlich zurückgegangen. Das dürfte mit dem neuen Anmeldeverfahren zusammenhängen.

Bergkamen

, 22.10.2018, 15:27 Uhr / Lesedauer: 2 min

Bis zum Ende der vergangenen Woche hatten sich 73 Kinder für die Erstkommunion im Frühjahr 2019 angemeldet. In den Vorjahren hatten häufig deutlich mehr Mädchen und Jungen aus den fünf katholischen Gemeinden das Sakrament zum ersten Mal empfangen, oft lagen die Zahlen im dreistelligen Bereich. Der für die Erstkommunionsvorbereitung zuständige Pastor Sebastian Zimmert macht sich dann auch wenig Illusionen über die Ursache. Er sehe schon einen Zusammenhang zu dem neuen Anmeldeverfahren, das der Pastoralverbund in diesem Jahr wegen seiner dünner gewordenen Personaldecke eingeführt hatte. Erstmals hatte der Verbund keine Briefe mehr an die katholischen Familien geschrieben, deren Kinder in die zweite Klasse gehen. Die Eltern mussten hingegen selbst aktiv werden und ihren Nachwuchs ohne Benachrichtigung selbst anmelden.

Deutlich weniger Kinder gehen zur Erstkommunion

Pastor Sebastian Zimmer organisiert die Vorbereitung auf die Erstkommunion erstmals in Form von Weggottesdiensten. © Stefan Milk

Weggottesdienste statt Unterricht

Auch die Vorbereitung selbst läuft in einer deutlich abgespeckten Form. Während früher die inzwischen im Ruhestand befindliche Gemeindereferentin Irene Langwald Kommunion-Unterricht an den Grundschulen erteilte, organisiert Zimmert jetzt sogenannte Weggottesdienste, bei denen die Kinder wesentliche Glaubensinhalte lernen.

Dass das als Verlust empfunden wird, hat Zimmert bei dem Elternabend Anfang Oktober gemerkt, bei dem der Pastoralverbund über die Veränderungen informierte: „Kritik kam vor allem von jenen Eltern, deren ältere Kinder schon in den vergangenen Jahren zur Erstkommunion gegangen sind“, sagt der Pastor.

„Kritik kam vor allem von jenen Eltern, deren ältere Kinder schon in den vergangenen Jahren zur Erstkommunion gegangen sind.“
Pastor Sebastian Zimmer

Gleichwohl will er an dem Verfahren festhalten. Angesichts der Personallage im Pastoralverbund gebe es auch keine Alternative, meint Zimmert. Zumal er selbst wegen den Folgen einer Knie-Operation bald noch einmal ausfällt.

„Außerdem müssen sich solche Neuerungen ja erst noch einspielen“, sagt der Pastor. Die ersten Weggottesdienste haben die angehenden Kommunionkinder bereits im Oktober gefeiert. Geplant ist, dass es in jedem Monat einen solchen Gottesdienst in jeder Gemeinde geben soll. Die Anmeldefrist für die Erstkommunion 2019 ist zwar bereits im September abgelaufen. Aber angesichts der Veränderungen sehe der Pastoralverbund das nicht so eng, versichert Zimmert: „Eltern, die ihre Kinder doch noch zur Erstkommunion anmelden wollen, können das auch nachträglich tun.“

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